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Dorfsommer im Museumsdorf: Kinder gehen auf Tuchfühlung mit Tieren

Noch bis zum 21. August werden im Cloppenburger Freilichtmuseum verschiedene Aktionen angeboten. Kinder sollen dabei unter anderem lernen, ihre Fantasie anzuregen.

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Rundgang im Museumsdorf: Matthias Abeln (rechts) zeigt den Besuchern die Tiere. Foto: Schlömer

Rundgang im Museumsdorf: Matthias Abeln (rechts) zeigt den Besuchern die Tiere. Foto: Schlömer

Backen wie vor 200 Jahren: Die Besucher im Museumsdorf können während des Dorfsommers alte Bräuche und Spiele kennenlernen. Noch bis zum 21. August (Sonntag) finden täglich Aktionen statt, dabei kann von 12 bis 16 Uhr der Alltag von früher erlebt werden. Sowohl Kindern als auch Erwachsenen wird viel geboten, von Kinderspielen bis hin zum Backen und verschiedenen Tieren ist alles zu erleben.

Das Museumsdorf hat ein etwa 15 Hektar großes Gelände mit mehr als 50 Gebäuden aus der Zeit vom 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Dazu zählen große Hofanlagen wie der Quatmannshof oder die Wehlburg, mittlere Bauernhöfe, aber auch Wohn- und Arbeitsstätten von Handwerkern. Besondere Attraktionen sind unter anderem die drei Mühlen, eine Kirche oder auch die Schule. Den Besuchern soll so eine authentische Umgebung geschaffen werden, um einen Einblick in die Alltags- und Kulturgeschichte des Nordwestens zu gewähren.

Jeden Dienstag und Donnerstag Brotbacken

Während des Dorfsommers wird außerdem jeden Dienstag und Donnerstag um 14 Uhr Brotbacken im Backhaus am Hof Quatmann angeboten. In dem 1806 entstandenen Hof können Kinder und Erwachsene ihr eigenes Brot herstellen und später mit nach Hause nehmen, falls es bis dahin noch nicht alles aufgegessen ist. Zudem werden für Kinder verschiedene Spielmöglichkeiten angeboten. Wichtig dabei sei es dem Museumsdorf, dass nur Gegenstände verwendet werden, die damals auch in der Küche oder im Stall vorhanden waren.

„Wir wollen zeigen, wie Kinder früher gespielt haben, als sie nur begrenzte Mittel zur Verfügung hatten“, erklärte Museumspädagogin Monika Malinowski. Auch sollen Kinder wieder lernen, ihre Fantasie anzuregen und sich selbst Spiele auszudenken. Neben Ticken, Plumpsack und Springseil wird auch das sogenannte „Jochtragen“ angeboten. Dabei wird ein Joch auf die Schultern der Kinder gelegt, an beiden Seiten ist ein Eimer befestigt. Anschließend laufen die Kinder damit herum. Sie sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie anspruchsvoll das Halten des Gleichgewichts und der Transport von Wasser war.

Foto: SchlömerFoto: Schlömer

Ein anderes Spiel, das den Kindern viel Freude bereitete, war das „Kartoffelkönig“-Spiel. Dabei nimmt sich jedes Kind eine Suppenkelle und einen Suppenlöffel. In die Kelle kommt eine Kartoffel, die von der Ernte übrig war, dann versuchen die Kinder mit dem Löffel die Kartoffel aus der Kelle ihres Gegners herauszuschlagen. Gleichzeitig mussten sie ihre eigene Kartoffel verteidigen. Gewonnen hat das Spiel, wer als letztes seine Kartoffel in der Kelle hat. „Es gibt genügend Spielangebote, die eigentlich viele kennen, aber heutzutage immer weniger nutzen“, so Malinowski weiter. Daher soll aufgezeigt werden, dass „die simpelsten Sachen auch am meisten Spaß machen können“.

Auch die verschiedenen Bauerngärten werden den Besuchern vorgestellt. Die regionale Gartenkultur sowie die Nutz- und Zierpflanzen und der dazugehörige Garten-Alltag werden für die Menschen erlebbar gemacht. Damals habe es nämlich erhebliche Unterschiede auf den Höfen gegeben. Wohlhabendere Leute hatten demnach häufig Zierpflanzen in ihrem Garten, die keinen Nutzen gehabt hätten. Wohingegen Gemüsegärten von Menschen bewirtschaftet worden seien, die sich selbst versorgen mussten und sich anderes nicht leisten konnten.

Matthias Abeln zeigt bei einem Rundgang die Tiere

Eine Besonderheit sind auch die im Museumsdorf lebenden Tiere, wie Pferde, Schafe, Schweine, Gänse und Hühner. Besucher können sie bei einem Rundgang in Augenschein nehmen. Matthias Abeln erklärt dabei deren einstigen Nutzen: Die Pferde hätten beispielsweise den Pflug auf dem Feld getragen. Außerdem seien sie für das Ziehen von Kutschen oder das Kornmahlen in der Mühle eingesetzt worden. Schafe hingegen lieferten Milch sowie Fell zum Stricken, Gänse waren die damaligen „Wachhunde“, denn sie schlugen Alarm sobald sich Menschen näherten.

Während des „Dorfsommers“ ist sonntags um 14 Uhr die Töpferei geöffnet. Dabei können Interessierte aktiv mitmachen. „Die ursprünglich geplanten Tierfütterungen fallen aufgrund des Personalmangels bis auf weiteres aus“, teilt das Museumsdorf unterdessen mit.

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