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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“

Heute: Ferdinand Starmann aus Nellinghof. 30 Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der Serie „Mut zum Kreuz“.

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Ferdinand Starmann, am 3. Juli 1940 in Nellinghof geboren, erbte die Liebe zur Bildhauerei von Vater Heinrich. Der war als Herrgottschnitzer im Oldenburger Land bekannt. Auch Ferdinand Starmann hat sich als Bildhauer mit christlicher Kunst einen Namen weit über das Oldenburger Münsterland hinaus erarbeitet.

„Für das Dinklager Kardinal von-Galen-Haus habe ich 1989 ein 2,6 mal 1,8 Meter großes Relief aus Lindenholz geschaffen. Es thematisiert die Lebensstationen des aus Dinklage stammenden Münsterschen Bischofs Clemens August, des späteren Kardinals von Galen.

Das Relief hat mit etwas Phantasie die Form eines Bischofsstabes. An exponierter Stelle habe ich den Kreuzkampf 1936 thematisiert. Damals wollten die Nationalsozialisten die Kreuze aus den Klassenzimmern in den Schulen verbannen. Dagegen regte sich in Südoldenburg Widerstand. Die Kreuze blieben in den Schulen. Für diesen Mut zum Kreuz brauchten die Menschen klare Wertvorstellungen und einen festen Glauben.

Im Bereich der Krümme, am höchsten Punkt des Reliefs, steht das Kreuz, das eine große Menschenmenge aufrichtet und verehrt. Das Zeichen der Naziherrschaft, das Hakenkreuz, wird dagegen von den Menschen niedergetreten.

Ich finde es passend, dass ich dieses Relief für das Dinklager Von-Galen-Haus schaffen durfte. In dem im ganzen Oldenburger Land bekannten Haus betreuen und schulen die Mitarbeiter mit großem Erfolg körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Engagierte und gut qualifizierte Sozialpädagogen prägen mit ihrer Arbeit das Profil. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, dieser Grundsatz wird in dieser Einrichtung gelebt.

Der Bischof von Galen hat sich bei seinen Predigten immer auf die Seite der Behinderten und Benachteiligten gestellt. Er wird zu Recht noch heute verehrt wegen seines unerschrockenen Eintretens gegen die Euthanasie-Programme des nationalsozialistischen Regimes. Das Von Galen-Haus und seine Einrichtungen spiegeln wider, was der Bischof einforderte.

In meinem Relief steht das Kreuz an einer unübersehbaren Position und erinnert daran, was Südoldenburger vor 80 Jahren durch ihre Standhaftigkeit im Glauben bewirkt haben. Würden im Oldenburger Münsterland heute noch Menschen für das Kreuz auf die Straßen gehen? In unserer kirchenfernen Wohlstandsgesellschaft ist das Kreuz leider nicht mehr der Mittelpunkt in den Köpfen und Herzen der Menschen.“

Fakten

  • Am 10. August: JVA-Insasse Dennis aus Vechta.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

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