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Die Werke von Nikolaus von der Assen darf man nicht nur angucken – sondern auch anfassen

"Mensch der Woche": Der Künstler aus Steinfeld trägt bei seinen Ölgemälden richtig dick auf. Das hat seinen Grund: Denn die Bilder sollen auch den Tastsinn ansprechen

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„Anfassen ausdrücklich erwünscht!“ Der Steinfelder Künstler Nikolaus von der Assen zeigt, dass pastose Ölmalerei im wahrsten Sinne des Wortes „dick aufgetragen“ wird. Foto: Röttgers

„Anfassen ausdrücklich erwünscht!“ Der Steinfelder Künstler Nikolaus von der Assen zeigt, dass pastose Ölmalerei im wahrsten Sinne des Wortes „dick aufgetragen“ wird. Foto: Röttgers

Bei Nikolaus von der Assen darf es immer ein bisschen mehr sein. „Dick aufgetragen“ ist daher nicht nur der Titel seiner permanenten Ausstellung in seinem Kunsthaus und Atelier an der Großen Straße in Steinfeld, sondern es ist der wörtlich zu verstehende Ansatz seiner pastosen Ölmalerei. „Meine Bilder wirken somit nicht nur über die reine Farbe und Farbenvielfalt, sondern auch über den Tastsinn, der den Betrachter mit allen Sinnen und im wahrsten Worte berühren und empfinden machen soll“, lädt der in Steinfeld geborene Künstler ein, seine Werke tatsächlich „mit allen Sinnen“ zu erfahren. „Anfassen ist bei mir ausdrücklich erwünscht“, bestätigt der Dozent, Buchautor, Kunstakademiegründer und Veranstalter von Malreisen.

„Alles begann mit einer ‚Backpfeife‘ vom ‚Alten‘ zum Berufswunsch Künstler“, kann der heute sehr erfolgreiche Maler über seine „ersten Gehversuche in der Welt der Kunst“ lachen. „Kunst soll den Menschen immer berühren und das im wahrsten Sinne des Wortes“, ermuntert von der Assen zum Anfassen seiner extrem pastos aufgetragenen Arbeiten. Die enorme Dicke der verschwenderisch aufgetragenen Ölfarben erzeugt eine ungeheure Bildtiefe, eine starke Haptik und Farbenvielfalt, an der man sich kaum sattsehen kann. Die „pastose Ölmalerei“ werde daher deutschlandweit aktuell maximal von weniger als 10 Künstlern betrieben, erklärt von der Assen.

Das Prozedere ist vielen zu aufwändig

Vielen Zeitgenossen sei das Prozedere einfach zu aufwendig. So dauere es mindestens 3 Monate, bis die zum Teil zentimeterdick aufgetragene Farbe auch nur halbwegs angetrocknet sei. „Bis ein großformatiges Werk dann ganz getrocknet ist, vergehen manchmal Jahre“, gibt von der Assen Einblicke in seine Schaffenskraft. „Ein Maler findet seine Bestimmung wie der Wind den Weg durch die Bäume“, dieser Satz aus seinem Kunststudium habe sich auch bei ihm bewahrheitet, denn die Ölmalerei sei nicht immer schon von Anfang an sein ganz persönliches Steckenpferd gewesen. „Noch vor Jahren war die ‚en plein air Aquarellmalerei‘ meine große Passion“, blickt der 1955 geborene Steinfelder auf seine Anfänge zurück.

"Die Ölmalerei ist meine Königin."Nikolaus von der Assen

„Doch dann kam der Zeitpunkt, wo mir die Leichtigkeit und zarte Schönheit des Aquarells zu wenig wurde. Alles drängte nach mehr, nach Haptik und Tiefe.“ Das boten ihm die Ölfarben: wunderbare Konsistenz, beliebig oft übermalbar, ich konnte „endlich so richtig dick auftragen“, freut sich von der Assen. „Seither ist die Ölmalerei meine Königin!“ Sie sei zwar in der Anwendung nicht ganz einfach, relativ teuer – bei den von ihm benötigen (Un)Mengen sowieso – und brauche halt lange zur vollständigen Durchtrocknung, oft mehrere Jahre. „Aber sie entschädigt mit einem einzigartigen, wunderschönen Glanz, der von keiner anderen Farbsorte erreicht wird. Wenn die Motive ‚tragen‘, also eine Qualität haben, dann werden sie im Atelier auf große Leinwände übertragen. Ich gehe dabei immer von einem tatsächlichen Motiv oder Ist-Zustand aus, halte mich aber nur ganz am Anfang daran und lasse dem Werk die Freiheit zur Entfaltung“, gibt der Künstler Einblicke in seinen Schaffensprozess.

Durch den sehr dynamischen und schwungvollen Farbauftrag mit dick aufgetragenen Ölfarben entwickle das Bild dann recht schnell „eine Eigendynamik, die ich dann nur noch begrenzt steuern kann und will“. Neben Pinseln und Spachteln kommt bei von der Assen die Farbe dann mitunter gleich frisch aus der Tube auf die Leinwand, oder sogar mit den Fingern und bloßen Händen. „Für mich muss es immer bunt sein – wie das Leben, denn da ist auch alles drin!“, so der Gründer der Kunstfabrik Hannover. „Mein künstlerischer Antrieb ist es, die Einzigartigkeit der Natur auf die Leinwand zu übertragen. Nicht im Sinne eines genauen Abbildes oder einer Kopie, sondern im Bestreben nach einer Spiegelung des Zaubers und der Faszination der Natur“, gibt der Steinfelder Einblicke in sein Wirken.

Leidenschaft für Landschaftsmalerei

Natur sei nie langweilig und nie monochrom. Mit großer Leidenschaft widmet sich der freie Maler der stimmungsvollen Landschaftsmalerei. Sein Anliegen ist es, die Faszination, die die Natur auf ihn ausübt, in seinen Ölgemälden zum Ausdruck zu bringen. Auf der Suche nach seinen Motiven wie Felder, Küsten oder Strände ist er häufig auf Reisen und er malt so oft es geht vor Ort unter freiem Himmel. Diese große Nähe zur Natur ist seinen Gemälden unmittelbar anzumerken. Für das kommende Jahr bleibt er „hungrig nach Farbe und Pinsel“ und bereitet bereits seine nächste Ausstellung im Kunsthaus für das Frühjahr vor.

Der Buchautor von der Assen plant mit „Övert Land – Bilder und plattdeutsche Geschichten“ auch ein neues schriftliches Werk. Privat ist von der Assen seit über 40 Jahren glücklich mit seiner Carin verheiratet und hat mit Levka, Niklas und Alexander 3 erwachsene Kinder. Mehr zum Künstler unter www.kunsthaus-steinfeld.de.

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