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Die virtuose Sprachkünstlerin Theresa Sperling holt sich den Sieg im Kulturbahnhof

Schon vor 2 Jahren überzeugte Sperling die Publikumsjury beim VHS-Poetry-Slam. In der fünften Ausgabe konnte mit ihren leidenschaftlichen Vorträgen sie an den Erfolg anknüpfen.

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Theresa Sperling gilt als virtuose Sprachkünstlerin mit emotionalen Texten und sorgte auch beim 5. VHS-Poetry-Slam im Kulturbahnhof Cloppenburg für Begeisterung. Foto: Heidkamp

Theresa Sperling gilt als virtuose Sprachkünstlerin mit emotionalen Texten und sorgte auch beim 5. VHS-Poetry-Slam im Kulturbahnhof Cloppenburg für Begeisterung. Foto: Heidkamp

Dass Poesie Spaß machen kann, hat der 5. VHS-Poetry-Slam auf der Bühne im Kulturbahnhof Cloppenburg gezeigt. Sieben Slammerinnen und Slammer, allesamt mit Titeln hochdekoriert, trugen bei dem verbalen Wettstreit ihre selbstverfassten Werke gut verpackt vor.

Die Siegerin von 2020, Theresa Sperling, schaffte es auch dieses Mal, die Bühne als Siegerin zu verlassen. Mit ihren tiefgründigen, teils bewegenden und auch nachdenklichen Texten gelang es ihr, sich in die Herzen der 110 Besucher zu dichten. Sie überzeugte und setzte sich im Finale gegen „DoJo“ Dominik Ehrst aus Oldenburg mit einem Text über einen Außenseiter durch, der 9 Jahre lang von der Klasse traktiert wurde.

„Wölfe“ lautete der Titel im Finale, wo Sperling einerseits Beobachtungen aus Sicht einer Schülerin, dann aus der Sicht einer Lehrerin vortrug, während Dominik Ehrst einen Blick hinter die Kulissen eines Schreibprozesses eines Autors oder Bühnenkünstlers gewährte.

Die Publikumsjury hatte es bei der Entscheidung nicht leicht, entschied sich dann aber mit einem größeren Applaus für die in Nordhorn wohnende Lehrerin, Autorin, Texterin und Performance-Trainerin.

Schon in der Vorrunde traf Sperling den Nerv des Publikums

Das Spektrum der vorgetragenen Werke reichte von absurd bis lustig, von politisch bis listig oder sarkastisch. Mit dem Text „Luis Goldkind“ lieferte Theresa Sperling bereits in der Vorrunde ab. Ganz sicher trugen auch die Leidenschaft und Intensität dazu, mit der sie ihr Werk vortrug. Ein Stück über ein Kind, welches mit einer schweren Behinderung auf die Welt gekommen ist, kein sprachliches Ausdrucksvermögen hat und sich nur mit einer rudimentären Gebärdensprache verständigen kann. „Egal, mit welchen Stärken und Defiziten wir auf die Welt gekommen sind, am Ende haben wir alle dieselben Wünsche und Bedürfnisse. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Egal wer du bist, du bist ein voller Erfolg“, lautete eine Aussage, die den Nerv des Publikums traf, ihr satte 49 Punkte und damit das Finale einbrachte.

Mit seiner pointenreiche und zugleich sprachlich kunstvoll ausgeführten Darstellung eines absurden Alliterationsalphabets sorgte „DoJo“ alias Dominik Ehrst aus Oldenburg für den humorvollen Teil. „Am Anfang adelt Amtsarzt Arne August alle Amtsärzte, auch Ärztinnen, anlässlich ausgezeichneter Arbeit“ – Lachfalten in den Gesichtern des Publikums nach seiner mitreißenden Performance, die das Publikum mit tollen 50 Punkten belohnte.

Auch die anderen Teilnehmer überzeugten wie Tanja Schwarz aus Münster mit ihrer Geschichte über eine Liebe, die so lange halten soll, „bis wir steinalt geworden sind“. „Wir müssen auch gerecht sein zu den Menschen, die ihr Geschlecht gewechselt haben. Das ist eine wichtige Transferleistung“, thematisierte der aus Berlin kommende Tilmann Döring während sich der Celler Matti Linke Gedanken machte über den ersten Eindruck, „der oftmals täuscht“. Beide konnten sich damit aber ebenso wenig durchsetzen wie Neele Möller aus Münster und Gerrit Wilanek aus Hannover mit seinen Gedanken über das Patriachart.

Gewohnt wortgewandt hatte die erfahrene Poetry Slammerin Annika Blanke die Moderation des Abends übernommen. Zusammen mit Ina-Maria Meckies von der Volkshochschule Cloppenburg traf sie die Auswahl der TeilnehmerInnen. Als kleines Schmankerl gab Annika Blanke nach der Pause ebenfalls eine äußerst humorvolle Kostprobe ihres Könnens, bei der das Publikum teilweise das Schmunzeln nicht aus dem Gesicht bekam. „Unser Poetry-Slam war wieder ein voller Erfolg“, freute sich Ina-Maria Meckies über die gelungene Veranstaltung, die sich mittlerweile im Jahreskalender der Volkshochschule Cloppenburg etabliert hat.


Info: Poetry Slam ist eine besondere Form der gereimten Bühnenliteratur mit Zeitlimit, in der innerhalb von wenigen Minuten witzige oder auch nachdenkliche Lyrik dargeboten wird.

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