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Die Post in Öl auf Leinwand: 14 Gemälde ziehen von Frankfurt nach Friesoythe

Wolfgang Letzel, Leiter des Postgeschichtlichen Museums in Friesoythe, freut sich über die Anfrage des Kommunikationsmuseums in Hessen. Die Postkutsche war das begehrteste Motiv der Maler.

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Stellten die neuen Errungenschaften vor: Wolfgang Letzel (Leiter des Postgeschichtlichen Museums in Friesoythe) mit Generalpostdirektor Heinrich von Stephan als Gemälde, und Heinrich Deboi (links), der zum Museumsteam gehört. Foto: Wimberg

Stellten die neuen Errungenschaften vor: Wolfgang Letzel (Leiter des Postgeschichtlichen Museums in Friesoythe) mit Generalpostdirektor Heinrich von Stephan als Gemälde, und Heinrich Deboi (links), der zum Museumsteam gehört. Foto: Wimberg

Er galt als Visionär und genialer Kopf und legte eine steile Karriere vom Schreiber bis zum Generalpostdirektor hin: Heinrich von Stephan reformierte nicht nur das zersplitterte Postwesen im eigenen Staat und führte es unter dem Dach einer modernen und profitablen Reichspost zusammen, sein Name steht auch für eine weltweite Vernetzung der Post.

Reichskanzler Otto von Bismarck war von den Entwicklungen des ersten deutschen Postministers genauso begeistert wie das Volk, das aufgrund seiner telekommunikativen Initiative auch zum Hörer greifen konnte. Als er mit nur 66 Jahren starb, war die öffentliche Anteilnahme in Berlin erwartungsgemäß groß.

Um die herausragenden Verdienste des Mitbegründers des Weltpostvereins weiß auch Wolfgang Letzel, Leiter des Postgeschichtlichen Museums Friesoythe und freut sich, dass er sich Heinrich von Stephan nun ins Haus holen konnte. Als gerahmtes Porträt, das 1897 von Georg Barlösius geschaffen und später von Kurt Knüttel kopiert wurde.

Begehrtes Motiv: die Fahrten mit der Postkutsche.Begehrtes Motiv: die Fahrten mit der Postkutsche.

Bisher war das Werk im bedeutenden Museum für Kommunikation in Frankfurt untergebracht und ist nun mit 13 weiteren nach Friesoythe gezogen. Wie Letzel mitteilte, habe es eine Anfrage gegeben, ob Interesse an ausgewählten Malereien mit postgeschichtlichen Motiven bestünde. „Das kommt einmal im Leben vor und zeigt uns, dass wir als Standort anerkannt sind", sagt der Experte nicht ohne Stolz.

Die Gemälde als Originale und Kopien aus der Zeit zwischen 1850 bis 1970 hat Mitstreiter und stellvertretender Leiter Walter Beckmann aus dem museumseigenen Depot Heusenstamm abgeholt, in dem auf rund 15.000 Quadratmetern über 375.000 Exponate archiviert sind, darunter Fahrzeuge, Telefone, Rundfunkgeräte und Postkutschen - aus Holz und Eisen und jede Menge in Öl auf Leinwand. Und von ihnen haben acht nun im Landkreis Cloppenburg eine neue Bleibe gefunden.

„An dieser Abbildung kam damals wohl kein Maler vorbei“, vermutet Letzel lächelnd, der die neuen Errungenschaften süddeutscher Künstler gemeinsam mit Heinrich Deboi vorstellte, der ebenfalls zum Museumsteam gehört.

Mit der Geschichte der Post eng verbunden: Maximilian Karl Fürst von Thurn und Taxis. Foto: WimbergMit der Geschichte der Post eng verbunden: Maximilian Karl Fürst von Thurn und Taxis. Foto: Wimberg

Neben den unterschiedlichen Darstellungen vom edlen Pferd vor stilvollen Wagen in Stadt und Land fällt ein weiteres Porträt eines erhabenen Mannes in den Blick: Maximilian Karl Fürst von Thurn und Taxis, der bis 1867 das gleichnamige private Unternehmen mit Sitz in Frankfurt führte, das dann das von von der Familie begründete kaiserliche Postwesen ablöste. „Und von dieser Erfindung profitiert sie noch heute“, zeigt sich der Museumsleiter überzeugt.

Jetzt überlegt er mit seinen Kollegen, welche der Werke an welchen Wänden einen würdigen Platz finden sollen. Für alle reichen die Räume im alten Rathaus Stadtmitte zurzeit nicht aus, somit werden die restlichen Gemälde zunächst fachgerecht im Fundus eingelagert.

  • Info: Mehr zum Museum findet sich hier.

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