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„Die Kreuzlilie der Pfadfinder steht für Frieden“

Heute: Sam Schaffhausen aus Vechta. Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der Serie „Mut zum Kreuz“.

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Sam Schaffhausen ist Sprecher der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg in Füchtel. Der 27-Jährige ist gebürtiger Vechtaer und studiert Geschichte und Deutsch. Außerdem ist er Fußballtrainer beim VfL Oythe und kandidiert als SPD-Mitglied für Stadtrat und Kreistag.

„Ich hatte als Jugendlicher meine rebellische Phase. Deswegen habe ich mich damals nicht firmen lassen. Erst durch mein Engagement bei den Pfadfindern und durch die Nähe zu den Dominikanern fand ich einen persönlichen Bezug zur Kirche. Im Jahr 2012 habe ich mich schließlich ganz bewusst für eine Erwachsenenfirmung entschieden. Bekannte haben darüber gelächelt, aber mir war das wichtig.

Für uns Pfadfinder ist das Symbol der Deutschen Pfadfinderschaft, die Kreuzlilie, von großer Bedeutung. Die Lilie steht grundsätzlich für Reinheit und Frieden und passt dadurch auch zur Jugendarbeit. Das Kreuz darüber veranschaulicht unseren Bezug zur Kirche und zum Glauben. Die beiden Arme, die unten vom Kreuz abgehen, stehen für unsere Verbrüderung mit allen Pfadfindern weltweit und die drei Zacken darunter symbolisieren das Pfadfinderversprechen.

Darin verpflichten wir uns zu Respekt gegenüber Gott, der Kirche und unseren Mitmenschen. Das bedeutet aber nicht, dass ich der Kirche als Institution nicht auch kritisch gegenüber stehe. Beim Neubau unseres Pfadfinderheims wurde uns eine finanzielle Unterstützung seitens der Kirche verwehrt, was bei uns auf absolutes Unverständnis stieß. Ich würde mir wünschen, dass die Institution Kirche jungen Menschen gegenüber mehr Vertrauen zeigt. Oft frage ich mich, wie die Kirche ihre Mitglieder in Zukunft halten kann. Ich denke, die christliche Jugendarbeit ist dabei elementar.

Das Kreuz und die christlichen Werte beeinflussen mein Weltbild. Daher werde ich oft gefragt, warum ich für die SPD kandidiere und nicht bei den Christdemokraten bin. Soziales Engagement und Glaube lassen sich bestens verbinden, denke ich. Es gibt nicht die eine Partei der Christen, sondern es gibt in allen Parteien Christen. In der Politik steht der Glaube nicht im Mittelpunkt, aber er ist für mich eine Handlungsgrundlage.

Mir gefällt das Motto der deutschen Pfadfinder, es lautet „Hinterlasse die Welt besser, als du sie vorgefunden hast“. Mit dem Neubau unseres Vereinshauses haben wir das hoffentlich ein Stück weit getan. Der Tag der Eröffnung gehört zu den schönsten meines Lebens. Selbstverständlich hängt die Fahne mit der Kreuzlilie am Mast davor.“

Fakten

  • 5. September: Alfons Hoping aus Visbek.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

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