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Die Kolumnistin sagt Tschüss: Ein Dessert

Kolumne: Perspektiven – Mit einem letzten süßen Nachtisch verabschiede ich mich aus der Reihe der Kolumnist:Innen. Der Tisch ist abgedeckt – Danke und auf ein Wiedersehen!

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Während ich diese Kolumne schreibe, schaue ich eine Dokumentation über die Geschichte des Essens. Genauer gesagt, den 3. Teil, der sich voll und ganz dem Thema Dessert widmet. Warum es mir der Nachtisch heute so angetan hat? Weil das Dessert (von desservir; den Tisch abdecken) immer zum Schluss, quasi als Abschied, auf den Tisch kommt. Aber dazu am Ende mehr.

Ich lerne, dass nicht nur Salz, sondern auch Zucker früher heiß begehrt, teuer und ziemlich luxuriös war. So wurden also alle Speisen gesüßt, wenn man zeigen wollte, dass es einem finanziell gut ging. Man ließ sich quasi nicht lumpen und demonstrierte, was man in der Lage war zu versüßen. Eine durchaus nette Erzählstimme erklärt mir gerade über meinen Handybildschirm, dass die Hostie, die wir heute aus der Kirche kennen, sozusagen der Vorläufer der von mir heiß begehrten Waffel ist. Und die alten Griechen kannten sogar bereits Pudding. Der war anscheinend früher eine Wurst und der Darm wurde erst mit der Zeit süß gefüllt. Zum Glück gibt's heute nur noch Puddinghaut, wenn man das Abdecken vergisst, denke ich so bei mir.

"Ich lerne weiter, dass Nero Crusheis liebte und Kaffee, Schokolade und Smoothies es auch ziemlich schnell auf die "Nice-to-eat-Liste" schafften."Anne Hartmann, Food-Bloggerin

Ich lerne weiter, dass Nero Crusheis liebte und Kaffee, Schokolade und Smoothies es auch ziemlich schnell auf die "Nice-to-eat-Liste" der Menschen schafften.

Ich werde wohl nie Spaß an Geschichtsunterricht finden, bin aber wirklich begeistert, wie viele Geschichten es zum Thema Dessert gibt. Während ich weiterschaue, frage ich mich immer wieder, was für mich persönlich so einen richtig leckeren Nachtisch ausmacht.

Vielleicht eine Mischung aus verschiedenen Leckereien aus unserer schönen Region und Geschmacksrichtungen. Eis vom Bauernhof, Schokolade mit Pfefferbeeren und selbst eingelegte Rum-Pflaumen, die warm über das schmelzende Eis laufen. Ein Traum. Und schwupdiwup beim Schreiben Speichelfluss. Konditionierung hat funktioniert, würde ich sagen.

Mit einem letzten Nachtisch möchte ich mich verabschieden

Warum ich mich heute also mit dem Thema Dessert oder "den Tisch abdecken" beschäftige? Ich möchte mich heute mit dieser Kolumne wie mit einem Dessert von allen lieben Leserinnen und Lesern verabschieden. Ich habe es sehr genossen, zu beschreiben, was ich kulinarisch so erlebt habe und mich immer wieder über die tollen Rückmeldungen gefreut. Und jetzt sage ich mit dem Gedanken an alle möglichen Dessertvariationen dieser Welt "Auf Wiedersehen". Das süßeste Auf Wiedersehen, das man sich vorstellen kann natürlich. Ich sage Danke für eine tolle Zeit und hole mir jetzt schnell ein Eis, um mich auch symbolisch zu verabschieden.

Allen Leser:Innen sei ein letztes Mal gesagt: Unsere Region ist der Knaller. Die Produzent:Innen aus der Nachbarschaft haben großartiges Herzblut und wenn jeder etwas dazu beiträgt, dass unsere Welt ein klein wenig umweltfreundlicher und bewusster wird, haben wir schon viel geschafft.

Der Tisch ist abgedeckt – Auf ein Wiedersehen!


Zur Person:

Der OM online Podcast. Thema  der neuen Ausgabe sind Kunstrasenplätze im Oldenburger Münsterland. Welche Halme sind die besten, wie steht es um Ökologie und Nachhaltigkeit? Und was haben geschredderte Olivenkerne mit dem Thema zu tun?  Jetzt reinhören! 

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