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"Die Ente bleibt draußen!" – auch in Dinklage

Rezitator und Loriot-Freund Wilhelm W. Reinke stellte den Humoristen bei einer Veranstaltung in Dinklage in den Vordergrund. Er startete mit einem Klassiker Loriots: dem Sketch "Das Frühstücksei".

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Lässt Loriots Wortwitz wieder aufleben: Rezitator Wilhelm W. Reinke bei seinem Auftritt in Dinklage. Foto: F. Wenzel

Lässt Loriots Wortwitz wieder aufleben: Rezitator Wilhelm W. Reinke bei seinem Auftritt in Dinklage. Foto: F. Wenzel

Anlässlich des 10. Todestages von Loriot, alias Vicco von Bülow, hatte der Bürger- und Kulturring Dinklage den Fotografen und Loriot-Stimmen-Rezitator Wilhelm W. Reinke eingeladen. Die Aula der Oberschule Dinklage war mit etwa 150 Gästen gut ausgelastet und für das leibliche Wohl während der kurzen Pause in dem zirka 1,5-stündigen Auftritt gesorgt.

Ein übergroßes Porträt von Loriot, das Reinke selbst von dem Star des Abends angefertigt hatte, dominierte das Bühnenbild. Daneben hatte Reinke eine Säule aufgestellt, auf der einer der berühmten Knollennasenköpfe thronte. Ein Rednerpult und das charakteristische rote Sofa komplettierten das Ensemble. Kaum zu glauben, dass der Künstler vor dem Auftritt eine Stunde darauf verwendete, diese Requisiten exakt auszurichten.

Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste durch die Vorsitzende des Bürger- und Kulturrings, Emily Greschner, trat Wilhelm Reinke an das Rednerpult. Mit einer wohlformulierten, aber ebenso nichtssagenden Rede eines fiktiven Politikers stimmte er das Publikum auf den Abend ein. Es folgte ein Klassiker von Loriot: das Frühstücksei. Vom roten Sofa aus ließ Reinke sein Publikum das häusliche Drama um ein zu hartes Frühstücksei hautnah mitfühlen und wurde anschließend mit viel Beifall belohnt.

Reinke las aus einem Tagebuch vor

Wieder zurück am Rednerpult, las Reinke aus einem Tagebuch seines Freundes Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow – oder eben Loriot. Vieles in Loriots Lebenslauf dürfte angesichts seiner langen und erfolgreichen Karriere mittlerweile in Vergessenheit geraten sein. Wieder anderes erscheint im Rückblick unvorstellbar. So hatte sich der junge Loriot zeitweise als Holzfäller verdingt und nach seinem Wechsel in das Humorfach in bitterer Armut gelebt.

Reinke verstand es, den Wortwitz von Loriot wohl akzentuiert und pointiert wieder aufleben zu lassen. Die Dramatik des Alltags unter bürgerlichen Konventionen erblühte in solch köstlichen Dialogen wie „Auf der Rennbahn“ („wo laufen sie denn?“) oder dem gemeinsamen Bad von Herrn Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner in die „Herren im Bad“ („die Ente bleibt draußen!“).

Abgerundet wurde der Abend durch einige Rezepte von Loriot wie „Jäger im Reisrand“ oder „Nilpferd in Burgunder“. Die Gäste hatten ihre Freude an dem Werk des am 22. August 2011 verstorbenen adeligen Humoristen Vicco von Bülow, das von Wilhelm W. Reinke für diesen Abend wieder zum Leben erweckt wurde.

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