Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Dicke Bohnen und Steckrüben sind Heimat

Dieter Evers mag sein Dorf und die Jagd. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los. Der Fotograf Willi Rolfes hat Südoldenburger fotografiert.

Artikel teilen:

Der 52-jährige Dieter Evers ist Gastwirt, Koch und Jäger. Er kommt aus Lüsche.

„Heimat bedeutet auch Essen und Kochen. Die alten Gerichte, die Mutter früher gekocht hat, das ist Heimat. Wir erinnern uns gerne daran, weil wir als Kinder oft vorgesetzt bekamen, was wir gerne mochten. Heimat ist dicke Bohnen mit Speck, Heimat ist Steckrübeneintopf. Es gibt viele ältere Menschen, die zu mir in den Gasthof kommen. Sie sagen, wir wollen essen wie früher. Einen zarten Rinderbraten oder Hühnersuppe, wie man sie von damals kennt. Für sie ist das ein Stück Heimat.

Heimat ist aber auch bei den jungen Leuten gefragt. Oft kommen junge Menschen, die hier nicht mehr leben. Sie wohnen in den Städten. Aber sie wollen in Lüsche im Saal Hochzeit feiern. Das zeigt, dass sie sich etwas wünschen, das mit der Gegend zu tun hat. Wenn sie in Hamburg oder Berlin in einem Restaurant feiern würden, käme das Heimatgefühl nicht auf.

Heimat ist früher. Die Gegend war arm, das merkte man auch am Essen. Die Menschen mussten hart arbeiten, und es gab schon zum Frühstück reichlich: Pfannkuchen mit Speck oder Grütze. Die gab es im Herbst, wenn geschlachtet wurde.

Für mich bedeutet auch mein Dorf Heimat. Ich bin hier geboren, bin hier aufgewachsen, ich lebe hier seit ewigen Zeiten. Ich kann hier zur Jagd gehen, das macht mir sehr viel Freude. Das sind die Vorteile, wenn man eine Heimat hat.

Man darf den Begriff aber nicht zu kleinkariert sehen. Auch Deutschland kann Heimat sein. Das ist allerdings schon etwas schwieriger, weil Deutschland ganz andere Probleme hat. Ich bin gerne mal woanders, ich fahre auch gerne in den Urlaub. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich nach drei Tagen am liebsten wieder nach Hause zurück. Etwas anderes zu erleben, ist schön. Aber ich merke immer wieder: Auch zu Hause gibt es tolle Sachen, die man vor Ort machen kann.

Es ist doch so: Es gibt Leute, die kennen auf Mallorca jede Straße auswendig. Aber wenn sie zu Hause eine Fahrradtour machen, finden sie nicht einmal den richtigen Radweg. Heimat ist auch immer das Elternhaus. Das ist dort, wo man sich geborgen fühlte.“

  • Das Projekt Heimat.Los der Oldenburgischen Volkszeitung und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Dicke Bohnen und Steckrüben sind Heimat - OM online