Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

„Der Ruf von Gott war ganz stark“

Heute: Janine Wernli aus Mühlen. Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der Serie „Mut zum Kreuz“.

Artikel teilen:

Janine Wernli ist 30 Jahre alt. Die Kolumbianerin arbeitet von Februar bis August als Tierärztin in der Deckstation Schockemöhle. Den Rest des Jahres lebt sie zu Hause in Bogota. Dort hat sie ihre eigene Praxis. In ihrer Studienzeit hatte Wernli keine Verbindung mehr zu Gott. Vor sechs Jahren dann die Konversion: „Der Ruf von Gott war ganz stark“, erzählt sie.

„Ich merkte, dass ich mein Leben ändern muss. Alkohol und Partys: Ich habe mein Leben sehr bequem gelebt. Es war eine Zeit, in der meine Liebe Sachen gehörte wie dem Auto, dem Reisen. An einem dieser Tage hatte ich einen Autounfall. Ich wurde nicht verletzt. Mein Chef sagte mir, dass Gott mich liebt.

Mein Glaube ist jetzt zu stark, um loszulassen. Ich gehe jeden Tag zur Messe. Montags in Holdorf, dienstags in Lohne, mittwochs in Damme, donnerstags in Mühlen und freitags in Vechta. Ich reserviere diese halbe Stunde am Abend und falls ich mit meiner Arbeit nicht fertig bin, unterbreche ich diese. Mein Charakter hat sich geändert. Früher war ich explosiv, wollte immer Recht haben. Jetzt bin ich ruhiger, gelassener und verstehe auch die anderen.

Die Liebe Gottes ist ein Geschenk für alle Menschen. Für Christen symbolisiert das Kreuz Leben; Menschen, die nicht glauben, erkennen in ihm nur den Tod. Wofür halten wir ein Kreuz in den Händen?

Um neu geboren zu werden, müssen wir mit dem Kreuz sterben. Viele Menschen fordern in der heutigen „Keine-Zeit-Welt“ Barmherzigkeit von Jesus ein, doch auch das Leid gehört zur Erlösung.

Ich besitze viele Kreuze, die ich in verschiedenen Situationen bekommen habe. Das Damian-Kreuz trage ich 24 Stunden täglich an meinem Herzen. Es sagt mir, dass ich ein Teil der Kirche bin. Ich habe es in Assisi als Erinnerung an diesen heiligen Ort bekommen.

Dann trage ich einen Rosenkranz mit einem Benediktuskreuz. Ich habe es vor sechs Jahren bei meiner Konversion von meiner Mutter bekommen. Wichtig ist mir auch das TauKreuz als Symbol des Franziskanerordens. Ich habe es als Geschenk in Medjugorje bekommen. Ich benutze es, wenn ich mit jemandem zusammen bete.

Die Menschen haben meine Glaubenshaltung bemerkt, finden es interessant oder auch komisch. Wenn ich meiner Arbeit nachgehe, dann erinnert mich ein Blick auf ein Kreuz an Jesus und an unser Ziel, das im Johannes-Evangelium beschrieben ist: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“

Fakten

  • Am 22. August: Irmgard Prell aus Dinklage.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

„Der Ruf von Gott war ganz stark“ - OM online