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Der Instrumental Musikverein hofft auf das Prädikat "hervorragend"

Das Ensemble spielt seinen Beitrag für die 10. Auflage der größten deutschen Meisterschaft für Amateurorchester ein. Ein Aufnahmeteam filmt die Beiträge in der Halle Grefenkamp.

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Konzentriert und fokussiert: Der Instrumental Musikverein Neuenkirchen spielt dirigiert von Heiko Maschmann in der Halle Grefenkamp seine Stücke für die Deutsche Meisterschaft der Amateurorchester ein. Foto: Oevermann

Konzentriert und fokussiert: Der Instrumental Musikverein Neuenkirchen spielt dirigiert von Heiko Maschmann in der Halle Grefenkamp seine Stücke für die Deutsche Meisterschaft der Amateurorchester ein. Foto: Oevermann

Immer wieder löst die Corona-Pandemie ungewöhnliche Situationen aus. Eine Austragung des Deutschen Orchesterwettbewerbs in der Halle der Neuenkirchener Zimmerei und Dachdeckerei Grefenkamp in Neuenkirchen ist eine dieser Kuriositäten. Dort spielte der Instrumental Musikverein (IMV) Neuenkirchen am Samstag seinen Beitrag für die 10. Auflage der größten deutschen Meisterschaft für Amateurorchester ein. 

Im letzten Jahr noch abgesagt, hat sich der Deutsche Musikrat in diesem Jahr für eine virtuelle Austragungsvariante des Deutschen Orchesterwettbewerbs unter dem Motto „virtuell. virtuos.“ entschlossen. Aufnahmeteams besuchen die Orchester und nehmen deren Wettbewerbsbeiträge in professioneller Tonqualität auf.

Mit von der Partie in diesem Jahr ist der IMV Neuenkirchen als eines von rund 70 Ensembles mit deren rund 3500 Musikerinnen und Musikern. Am Samstag war es schließlich so weit. Bereits fünf, sechs Stunden vor der Aufnahme begannen in der Halle am Heerweg die ersten Vorbereitungen. Ab 14 Uhr folgten die ersten Soundchecks. Von Nervosität war jedoch bei den Neuenkirchener Musikern nicht viel zu spüren. Dirigent Heiko Maschmann war sogar kurz bevor es ernst wurde, noch zu dem einen oder anderen Späßchen aufgelegt. Um kurz nach 15 Uhr wurde es jedoch mucksmäuschenstill in der Zimmereihalle, als Maschmann zum Dirigentenpult trat. Einer perfekten Tonaufnahme sollte schließlich nichts im Wege stehen.

Wartet gespannt auf das Ergebnis: Der Instrumental Musikverein Neuenkirchen. Foto: OevermannWartet gespannt auf das Ergebnis: Der Instrumental Musikverein Neuenkirchen. Foto: Oevermann

Um 15.08 Uhr folgte die Aufnahme ihres selbst ausgewählten Stücks, die „Armenischen Tänze“ von Alfred Reed. Quasi ein Klassiker im Repertoire des IMV. Rund 13 Minuten später, einzig unterbrochen vom Applaus der wenigen Gäste bestehend aus Weggefährten und Förderern des IMV, folgte die Aufnahme des Pflichtstücks „Schattengänge" von Marco Pütz. Das vorgegebene Stück ist eine sogenannte Beethoven-Auftragskomposition, die der Deutsche Musikrat aus Anlass des Beethoven-Jahres 2020, in dem der Deutsche Orchesterwettbewerb ursprünglich in Bonn stattfinden sollte, in Auftrag gegeben hatte.

Nach erfolgreicher Aufnahme war die Erleichterung zu spüren. Und auch Dirigent Heiko Maschmann war „super zufrieden“. „Es hat rundum super geklappt und sehr viel Spaß gemacht“, lautete Maschmanns erstes Fazit. Vielmehr hätte der IMV auch mit längerer Probezeit nicht „herausholen können“, war der IMV-Dirigent überzeugt. Ende Mai durfte der IMV wieder zu gemeinsamen Proben zusammenkommen.

70 Orchester treten in 16 Kategorien an

Nun ist erst einmal Geduld gefragt. Bis zum 31. Oktober haben die anderen Orchester Zeit, ihre Auftritte aufzunehmen. Die rund 70 Orchester treten in 16 unterschiedlichen Kategorien an. Bei den Blasorchestern treten neben dem IMV noch die Stadtkapelle Bad Griesbach, die Stadtkapelle Rain, das Sinfonische Blasorchester Wehdel sowie die Bläserphilharmonie Kiel an, die allesamt ihre Aufnahmen noch vor sich haben. Im November folgt dann die Wertung durch eine Fachjury. Der IMV hofft auf das Prädikat „Hervorragend“, die bestmögliche Bewertung.

Ob dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt ist, wusste auch nicht der Projektleiter des Deutschen Orchesterwettbewerbs Helmut Schubach zu sagen. „Die Jury wird ein präziseres Urteil als ich fällen“, so Schubach. Aber: Er habe „viel Schönes gehört“. „Hut ab vor dieser hervorragenden Leistung“, so Schubach. Insbesondere im ländlichen Raum seien solche Orchester von dieser Qualität nur selten anzutreffen.

Überrascht war er zudem von der „erstaunlich guten Akustik“ in der Zimmereihalle. Dies habe er so nicht erwartet. Diese Wettbewerbsform biete sehr viele Überraschungen, die „schön, kurios und toll zugleich“ seien. Trotz dieser ungewöhnlichen Atmosphäre hofft Schubach, dass die virtuelle Austragung eine „spannende Ausnahme“ darstelle. In erster Linie war er jedoch hauptsächlich erfreut darüber, nach fast einjähriger Auszeit Orchestermusik hören zu dürfen. Vor einigen Wochen war dies noch undenkbar.

Einen Tipp hatte er zudem noch für Kurt Grefenkamp. Falls die Holzpreise weiterhin so hoch bleiben, könne er seine Halle bei der Akustik glatt zu einem Konzertsaal umgestalten.

Foto: OevermannFoto: Oevermann

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