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Denkmal erinnert an den "Löwen von Münster"

Die Skulptur neben der Pfarrkirche, die aus der Werkstatt von Alfred Bullermann stammt, thematisiert den bekannten Satz des Kardinals: "Wir sind Amboss, nicht Hammer!"

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Kunstvoll: Dieses Skulptur wurde einst Pfarrer Paul Horst geschenkt. Foto: Looschen

Kunstvoll: Dieses Skulptur wurde einst Pfarrer Paul Horst geschenkt. Foto: Looschen

75 Jahre sind es jetzt her, als Kardinal Clemens August Graf von Galen nur wenige Wochen nach seiner Ernennung zum Kardinal starb. Über seinen Werdegang wurde in den letzten Wochen oft geschrieben, an sein Wirken als Bischof von Münster erinnert. An den Kardinal erinnert ein Denkmal, das neben der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in Garrel steht. Es thematisiert den bekannten Satz des Kardinals: „Wir sind Amboss, nicht Hammer!“

Denkmal wurde von Alfred Bullermann geschmiedet

Das Denkmal wurde Pfarrer Paul Horst von seiner früheren Gemeinde Bösel geschenkt. Geschaffen wurde es ebenfalls von einem Böseler, dem Kunstschmied Alfred Bullermann. Für den Amboss schmiedete er viele Buchstaben, die dann zum Amboss geformt wurden. Das Denkmal an den Kardinal steht auf einem aus einer alten Eiche geschnittenen Stamm. So wird die Herkunft des Seligen ins Bild gesetzt. Kardinal von Galen wurde auf der Burg Dinklage geboren, einem alten Familienbesitz der gräflichen Familie von Galen.

Der Stamm ist oben und unten umgeben von einem roten Metallstreifen, der an die Kardinalswürde erinnert. Die wurde ihm auch deshalb am 21. Februar 1946 verliehen, weil er sich vehement gegen die Euthanasie geisteskranker Menschen einsetzte und ihm die Bezeichnung „Der Löwe von Münster“ einbrachte. Seine Predigten wurden sehr zum Ärger der Nationalsozialisten im Bistum weit verbreitet. Der Ausschnitt aus einer Predigt ist auf der Plakette der Stele nachzulesen. Der Kardinal starb am 22. März 1946. Am 9. Oktober 2005 wurde er seliggesprochen.Der Zeremonie in Rom wohnten damals viele Gläubige aus dem Oldenburger Münsterland bei.

  • So lautet der Text auf der Plakette: „Aber seht einmal zu in der Schmiede! Was auf dem Amboss geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur vom Hammer, sondern auch vom Amboss. Wenn er hinreichend hart ist, dann hält meistens der Amboss länger als der Hammer…. und wird noch lange dazu dienen, das zu formen, was neu geschmiedet wird. Lasst euer Elternhaus, lasst eure Elternliebe und -treue, lasst euer vorbildliches Christenleben der unerschütterliche Amboss sein, der die Wucht der feindlichen Schläge auffängt, der die noch schwache Kraft der jungen Menschen immer wieder stärkt und festigt in dem heiligen Willen, sich nicht verbiegen zu lassen aus der Richtung zu Gott.“

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