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Den Wunsch der Mutter im Kopf gehabt

30 Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Heute: Josef Kleefeld aus Ellerbrock.

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Josef Kleefeld (78) bewirtschaftet in dritter Generation einen Hof in Ellerbrock/Friesoythe. Einige Jahre, nachdem er den Hof übernommen hatte, wechselte er in die Futtermittelbranche. Ab 1970 stellte er den Betrieb schrittweise in einen Ferienhof um. 2007 entsprach Kleefeld einem Wunsch seiner verstorbenen Mutter und stellte vor dem Hof drei große Eichenkreuze auf.

„Nachbarn von uns hatten auf ihrem Hof ein großes Kreuz gehabt. Irgendwann war es verfallen und wurde nicht erneuert. Meine Mutter, zu der ich ein ganzes Leben lang ein sehr enges Verhältnis gehabt hatte, hat das immer sehr schade gefunden. Auch mein Vater hatte uns früher von dem Kampf an der Schule um das Kreuz erzählt. Das zeigt, wie wichtig das Kreuz immer für die Menschen gewesen war. Früher gehörte der Kirchenbesuch zu jedem Sonntag. Als ich Kind war, bin ich die sechs Kilometer nach Markhausen zum Kommunionunterricht gelaufen. Zur Kirche bin ich mit den Eltern vier Kilometer nach Friesoythe gelaufen. 2009, als ich schon in Rente war, habe ich mich an den Wunsch meiner verstorbenen Mutter erinnert und drei Kreuze vor unserem Hof aufgestellt. Da war sie schon sechs Jahre tot. Ich weiß, sie hätte sich sehr gefreut. Die Kreuze haben keinen Corpus, den brauchen sie nicht. Denn ein Kreuz ist für mich ein Symbol für Entscheidungen. Es ist wie eine Kreuzung, an der man sich entscheiden muss, wohin man geht.

Wir haben ja auch das kurze Gebet beim Kreuzzeichen – Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das kann man auch so deuten: im Namen Gottes und der Menschen und eines Geistes, der uns die heile Welt bringen soll. Die Gebote der Liebe sind uns eine gute Wegweisung. Einmal die Gottesliebe, dann das 'Liebe Deinen Nächten wie Dich selbst' und die Eigenliebe – die Liebe für unseren eigenen Körper. Wir entscheiden uns täglich viele Male, was wir tun. Was wir essen, ob wir uns überlasten oder zu träge sind. Oft ist es schwer, das gesunde Mittelmaß zu finden. Achten wir zur Genüge auf unsere Gesundheit oder belasten wir uns mit Suchtmitteln? Eine Sucht kann ich nur besiegen, wenn ich mich selbst züchtige. Alle Therapien sind vergebens, wenn ich nicht selbst mitmache. Das meine ich mit der Eigenliebe.

Von Feriengästen werde ich immer wieder mal auf die Kreuze und seine Geschichte angesprochen. Einmal bin ich sogar gefragt worden, ob ich die Kreuze von Golgatha nachgebaut hätte. Nein, hatte ich gesagt, aber die Zahl Drei stehe auch dafür, dass man sich besonders schwere Entscheidungen ruhig dreimal durch den Kopf gehen lassen solle.“

Fakten

  • Am 17. August: Die Geschichte des Kreuzkampfs.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

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