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„Das Kreuz hat eine große Wirkung auf alle“

Heute: Ingo Gerdes aus Cloppenburg. Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der Serie „Mut zum Kreuz“.

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Der Berufsschullehrer Ingo Gerdes (40) ist didaktischer Leiter der kirchlichen Marienschule in Cloppenburg. In der neuen Mensa der Marienschule hängt ein ungewöhnliches Kreuz, das es ihm angetan hat. Entworfen und vergoldet hat es der Vechtaer Architekt Martin Denzinger. 116 dieser Kreuze wurden in kirchlichen Schulen und Bildungshäusern im Oldenburger Land aufgehängt.

„Unser Kreuz hängt an der Stirnwand der Mensa. Wenn man hier steht, schaut man auch auf unsere Nachbarschule, das kirchliche Gymnasium Unser Lieben Frau. Wenn man den lichtdurchfluteten Raum betritt, kann man das Kreuz gar nicht übersehen. Es hat einen scheinbar vergoldeten Corpus.

Wer aber näher hingeht sieht, dass der Corpus fehlt. Es ist nur eine Vertiefung im Kreuz. Wie ein Körpereindruck im weichen Sand. Die mit Blattgold ausgeschlagene Vertiefung bildet einen starken Kontrast zum dunklen Metall des Kreuzes. Das dunkle Metall symbolisiert für mich Schmerz und Trauer, die goldene Vertiefung das Fröhliche und die Auferstehung.

Das Kreuz steht für unsere Schulgemeinschaft. Dieser Kreuztypus ist nur an Offizialatsschulen zu finden. Für uns in der Marienschule ist es etwas ganz Besonderes, da wir es nicht nur in der Mensa haben, sondern in kleinerer Ausführung in jedem Klassenraum. Weihbischof Heinrich Timmerevers hatte uns die Kreuze im April zur Einweihung der neuen Mensa geschenkt. Außerdem bekam jede Klasse eine Bibel und eine Kerze. Die werden auch benutzt.

Für unsere Lehrer und Schüler ist das Kreuz ein Stück Verbundenheit. Als katholische Schule ist es für uns selbstverständlich, unseren Glauben zu leben. Als ich das Kreuz zum ersten Mal gesehen habe, hat mich seine schlichte Form überrascht. Es hat eine große Wirkung auf uns alle. Über die Klassenräume ist das Kreuz in den Schulalltag eingebunden, die alten Kreuze hängen jetzt in den Fachräumen.

Jeder Tag beginnt in allen Klassen mit einem Gebet, auch Schüler anderer Religionsgemeinschaften beten mit. Ich habe mehrfach Rückmeldungen bekommen, dass den Schülern die ungewöhnliche moderne Form der Kreuze gefällt. Sie waren glücklich über dieses schöne Geschenk und haben es als große Wertschätzung gesehen. Ich kann mir vorstellen, diese Kreuze im Werkunterricht aus Ton und Glas nachzubauen und sie den Schülern mitzugeben“.

Fakten

  • 19. September: Die Ausstellung auf Burg Dinklage
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Am Sonntag (18. September) eröffnet um 14 Uhr die Ausstellung „Mut zum Kreuz“ auf Burg Dinklage. Im November erscheint ein Buch.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

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