Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Das hatte die 1. Komische Nacht in Vechta zu bieten

5 Künstler, 5 Bühnen: Darunter auch "Erkan & Stefan"-Star Florian Simbeck. Die Veranstaltung scheint gut angekommen zu sein, denn ein Nachfolgetermin ist bereits festgemacht.

Artikel teilen:
In Vechta auf der Bühne: Florian Simbeck spielte Ausschnitte aus seinem Programm "Ehrenpapa". Bekannt wurde der Comedian mit "Erkan & Stefan". Foto: Heinzel

In Vechta auf der Bühne: Florian Simbeck spielte Ausschnitte aus seinem Programm "Ehrenpapa". Bekannt wurde der Comedian mit "Erkan & Stefan". Foto: Heinzel

5 Künstler und 5 Auftrittsorte, das war die 1. Komische Nacht in Vechta. El Mago Masin, Kristina Bogansky, Yorick Thiede, Florian Simbeck und Kay Ray wechselten also fünfmal Ort und Publikum. Laut Veranstalter "mitunskannmann.reden" hatten sich rund 320 Besucher Karten gesichert. "Das ist total super für Vechta", sagte Marlon Schröter vom Veranstalter-Team.

Florian Simbeck – "Erkan & Stefan“ – startete seine Tour etwas verhalten, aber souverän im "Deivs". Gelacht wurde reichlich, allerdings hatten sich hier die wenigsten Besucher eingefunden. "Es gibt keine bessere Schule, als so eine komische Nacht", meinte der Comedian. Seit 2018 sei er in diesem Rahmen unterwegs und man merke sofort, ob etwas funktioniere oder nicht. Florian Simbeck gab Ausschnitte aus seinem Programm "Ehrenpapa" zum Besten. Seine Tochter sei in der Pubertät und sein Sohn hänge vor der Playstation – Hundekackebeutel und Pausenbrote, kryptische Whats-App-Nachrichten, das Internet und Twitch und vieles mehr brachte er in seinen 20 Minuten ebenfalls unter.

El Mago Masin hatte im "Kombinat" die Lacher auf seiner Seite. Mit amüsanten Kurzgeschichten leitete er seine humorvoll-ironischen Lieder samt virtuosem Gitarrenspiel ein. Dabei bezog er das Publikum mit ein und das machte gerne und begeistert mit. Neue deutsche Texte zu bekannten Songs – wie etwa Leonard Cohens Hallelujah – waren dabei sein Konzept. In den Songs ging es um den Namen Wolfgang, Igelbabies, Ü70-Partys sowie Hepatitis A bis Z. Allen machte der Auftritt sichtlich Spaß und die 20 Minuten waren viel zu früh zu Ende.

Kristina Bogansky bei ihrem Auftritt im Moorbachhof. Das Publikum zeigte sich begeistert. Foto: Heinzel
El Mago Masin hatte die Lacher auf seiner Seite. Mit amüsanten Kurzgeschichten leitete er seine humorvoll-ironischen Lieder ein. Dabei bezog er auch das Publikum - hier im Kombinat - mit ein. Foto: Heinzel
Yorick Thiede hatte es nicht ganz so leicht bei seinem Auftritt in der Banane. Er kam zwar gut an, konnte aber nicht zu 100 % überzeugen. Er meinte für Künstler sei so eine Nacht immer ein Abenteuer. Foto: Heinzel
Kay Ray pfiff auf Political Correctness und wurde für seine Performance im Gulfhaus johlend gefeiert. Foto: Heinzel
Florian Simbeck - Erkans Stefan startete seinen Abend etwas verhalten, aber souverän im Deivs. Gelacht wurde reichlich. Foto: Heinzel

Yorick Thiede hatte es nicht ganz so leicht bei seinem Auftritt in der "Banane". Er kam zwar ganz gut an, konnte aber nicht zu 100 Prozent überzeugen. Nicht jeder Gag zündete. Yorick Thiede meinte hinterher, dass normalerweise die erste Location die schwierigste sei, aber heute schien es anders. Für einen Künstler sei so eine Nacht eben immer ein Abenteuer.

Kay Ray pfiff auf Political Correctness und wurde für seine Performance im "Gulfhaus" johlend gefeiert. "Ihr sollt euch amüsieren und nicht politisch bilden", machte Kay Ray gleich zu Anfang klar. Der Provokateur nahm kein Blatt vor den Mund, spielte ein wenig mit dem Schockelement seiner Zoten und Ansichten. "Ich sage immer meine Meinung, damit komm'ste nicht ins Fernsehen, sondern musst an Orten wie diesen hier auftreten."

Politisch nicht immer korrekt: Kay Ray bei seinem Auftritt im Gulfhaus. Er wurde mit Begeisterungsstürmen verabschiedet. Foto: HeinzelPolitisch nicht immer korrekt: Kay Ray bei seinem Auftritt im Gulfhaus. Er wurde mit Begeisterungsstürmen verabschiedet. Foto: Heinzel

Paradiesvogel Kay Ray kam hervorragend an. Im "Moorbachhof" stellten einige sogar die Frage, ob Kristina Bogansky seinen Auftritt überhaupt noch toppen könne. Ob sie das tat, liegt im Auge des Betrachters, aber in ihrer sprachlichen Deutlichkeit erinnerte sie teilweise an Kay Ray. Die Künstlerin war locker und sprach das Publikum direkt an, wie Manfred, Karl-Hermann und Christoph erleben durften. Dabei nahm sie sich selbst und ihr Leben nicht zu ernst. "Bogansky klingt wie eine polnische Bratwurst oder ein Fußballprofi in der Kreisliga." Die Wahl-Berlinerin sagte zudem: "Berlin ist wie die asiatische Stinkfrucht." Sie spielte mit Klischees und schaffte es dabei, die Besucher immer wieder zu überraschen. Das Publikum zeigte sich begeistert von der Comedian.

Es war ein äußerst unterhaltsamer Abend und macht definitiv Lust auf mehr. Vor allem El Mago Masin und Kay Ray schienen den Nerv des Publikums zu treffen. Über ihre Auftritte tauschten sich die Künstler am Ende des Abends untereinander aus. Gerade diese Gemeinsamkeit schätzt Florian Simbeck sehr.

Die Komische Nacht sei eines der erfolgreichsten Live-Comedy-Formate in Deutschland, schreibt der Veranstalter. Die Komische Nacht feiert 2023 ihr 15-jähriges Bestehen und werde derzeit in 40 Städten durchgeführt. In der Regel zweimal im Jahr. "Wir wollen das Format auch in Vechta fest etablieren", so Marlon Schröter. Dementsprechend steht mit dem 12. April 2023 der Termin für die 2. Komische Nacht in Vechta bereits fest.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Das hatte die 1. Komische Nacht in Vechta zu bieten - OM online