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Das Fliegerhorstmuseum in Ahlhorn "wird wohl niemals fertig“

Die Wiege der deutschen Rettungsfliegerei liegt in Ahlhorn. Als der Standort aufgegeben wurde, wollten sich Soldaten, Reservisten und viele Ahlhorner nicht damit abfinden. Sie gründeten ein Museum.

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Der Fliegerhorst Ahlhorn ist die Wiege der deutschen Rettungsfliegerei. Schon bei der Einweihung des Museums gab es ein freudiges Wiedersehen mit Menschen und Material. Foto: Bernd Götting

Der Fliegerhorst Ahlhorn ist die Wiege der deutschen Rettungsfliegerei. Schon bei der Einweihung des Museums gab es ein freudiges Wiedersehen mit Menschen und Material. Foto: Bernd Götting

2005 wurde auf dem Fliegerhorst Ahlhorn letztmalig die Bundesdienstflagge niedergeholt, 2006 gab der Bund den Standort endgültig auf. 90 wechselvolle Jahre Militärgeschichte gingen damit für den Ort Ahlhorn zu Ende. Viele der Soldaten, Reservisten und Zivilmitarbeiter des Fliegerhorstes konnten sich damit nicht abfinden und gründeten bereits 2011 den Verein "Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn e. V." (TGFA).

Die einst überschaubare Gruppe hat mittlerweile ein Stärke von 205 Mitgliedern und erreichte am vergangenen Dienstag den vorläufigen Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte. Im Beisein zahlreicher Gäste wurde das Fliegerhorstmuseum feierlich eröffnet. Damit stehen auch erstmals wieder Hubschrauber auf dem Gelände, das heute "Metropolpark Hansalinie" heißt und Standort für viele Gewerbebetriebe ist. Auf der linken Seite der Hauptzufahrt konnte die Traditionsgemeinschaft das Haus der früheren Truppenverwaltung, auch "Gebäude 24" genannt, für die Zwecke eines Museums pachten.

Wertvolle Dokumente und historische Fotos übergab der frühere Kommodore Jörg Rappke bei der Einweihungsfeier an Peter Pasternak und Dieter Hasebrink (von links). Foto: Bernd GöttingWertvolle Dokumente und historische Fotos übergab der frühere Kommodore Jörg Rappke bei der Einweihungsfeier an Peter Pasternak und Dieter Hasebrink (von links). Foto: Bernd Götting

Dieter Hasebrink, 2. Vorsitzender der TGFA, nannte die seit 2017 laufenden Maßnahmen an Gebäude und Exponaten eine "Mordsarbeit". Die Renovierung des Gebäudes sei baulich und wirtschaftlich sehr aufwendig gewesen. „Wir haben oft verzagt, aber doch durchgehalten“, erinnerte sich Hasebrink. Als alle Arbeiten gut vorankamen und alle Förderanträge genehmigt waren, habe es noch einen "Nackenschlag" in Form eines Brandschutzgutachtens gegeben. Doch auch diese Problem habe man gelöst. Der stellvertretende Landrat des Landkreises Oldenburg, Günther Westermann, verband mit dem Fliegerhorst viele Kindheitserinnerungen. Er wünschte sich eine gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Museum. Samuel Stoll, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, bescheinigte der TGFA, "Unglaubliches geleistet" zu haben. Die Gemeinde habe sich gern an dem Museum beteiligt, das sicher Jung und Alt begeistern werde, so Stoll. Einig waren sich Dieter Hasebrink und Peter Pasternak, erster Vorsitzender der TGFA darin, dass sich das Museum weiter entwickeln müsse und wohl nie fertig werde.

Pädagogische Arbeit im Museum: Die VR-Bank Oldenburger Land, der Löninger Unternehmer Ernst Rainer Schnetkamp und die Firma Peter Kenkel aus Holdorf unterstützten den Kauf eines beweglichen und digitalen Multifunktionsgerätes, das der museumspädagogischen Arbeit dienen soll. Bei der Übergabe (von links) Jens Waßmund (Fa. Kenkel), Peter Pasternak (TGFA), Ernst Rainer Schnetkamp, Peter Bahlmann und Martin Spils (beide VR-Bank). Foto: Bernd GöttingPädagogische Arbeit im Museum: Die VR-Bank Oldenburger Land, der Löninger Unternehmer Ernst Rainer Schnetkamp und die Firma Peter Kenkel aus Holdorf unterstützten den Kauf eines beweglichen und digitalen Multifunktionsgerätes, das der museumspädagogischen Arbeit dienen soll. Bei der Übergabe (von links) Jens Waßmund (Fa. Kenkel), Peter Pasternak (TGFA), Ernst Rainer Schnetkamp, Peter Bahlmann und Martin Spils (beide VR-Bank). Foto: Bernd Götting

Sie hatten es kaum ausgesprochen, da trafen zur Überraschung der Festredner schon die ersten Sachspenden in Form historischer Fotos, Alben und Gerätschaften ein. Das Museum "Fliegerhorst Ahlhorn" wird künftig samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr gegen eine Eintrittsgebühr geöffnet. Führungen können außerhalb dieser Zeit vereinbart werden. Heute ist der Eintritt von 12 bis 17 Uhr kostenlos.

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