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Das Emsland und sein Star aus Stein

Im Dorf Hüven strömen seit vielen Wochen Tausende Menschen auf einen Acker, um einen Findling zu bestaunen. Nun begutachten Experten den tonnenschweren Stein.

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Die Geologen Janine Meinsen und Roberto Pierau untersuchen einen riesigen Findling. Foto: dpa/Schuldt

Die Geologen Janine Meinsen und Roberto Pierau untersuchen einen riesigen Findling. Foto: dpa/Schuldt

Seit vielen Wochen hat der kleine Ort Hüven im Emsland eine Sensation zu bieten: Auf einem Acker liegt ein gewaltiger Stein. Eine Landwirtsfamilie hatte den Findling im Sommer freilegen lassen. Seitdem ist der Ort Anziehungspunkt für Tausende Schaulustige geworden – selbst am vergangenen Sonntag waren noch 400 Menschen dort. Bald soll der Stein wegtransportiert werden. Die Gemeinde habe schon eine Stelle im Ortszentrum gefunden, sagte Alfons Kohne, stellvertretender Bürgermeister von Hüve.

"Es ist ein schöner Standort am neuen Baugebiet, am Schützenplatz, mitten im Ort", sagte der CDU-Politiker. Eigentlich hätte der Stein schon längst abtransportiert werden sollen, aber die Corona-Pandemie hat sich als Bremser entpuppt. Denn vor einem Transport sollen sich erst Fachleute des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) aus Hannover den gewaltigen Findling anschauen. Der Stein müsse vermessen und auch das Gewicht bestimmt werden, sagte Kohne. Ein ursprünglich im Oktober angesetzter Termin war wegen der Corona-Krise auf den heutigen Donnerstag vertagt worden. 

Möglicherweise handelt es sich bei dem Stein um den größten bislang gefundenen Findling in Niedersachsen, sagte ein Sprecher des LBEG. Laut Schätzungen könnte der Stein 70 Tonnen schwer sein. "Es kann aber auch mehr sein, deshalb soll das LBEG ihn ja untersuchen", sagte Kohne. Der Transportunternehmer jedenfalls wolle zunächst das Gutachten des Landesamtes abwarten.

Gut 35.000 Euro kostet der Transport und das Aufstellen, inklusive der Neugestaltung der Ortsmitte. Ein Drittel trage der Landkreis, ein weiteres Drittel die Samtgemeinde Sögel, und das letzte Drittel werde von der Gemeinde Hüven und der Sparkassenstiftung getragen, sagte Vize-Bürgermeister Kohne. Nun müsse der Stein aber schnell wegtransportiert werden. "Irgendwann ist es Winter, und du kriegst ihn nicht mehr aus dem Feld." Solange der Stein noch im Acker liegt, kann auch der Landwirt das Feld nicht nutzen. Die Hüvener wollten noch im Winter mit der Neugestaltung der Ortsmitte anfangen. "Im Frühjahr, zu Ostern, soll das fertig sein."

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