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Dammer Domfestspiele: Wer hinter den Theaterfilmen steckt

Michael gr. Klönne, Ronald Bötefür, Lars Hoyka und Andre Hoyka haben wieder für Dammer Domfestspiele gedreht. OM-Online hat sie besucht.

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Absolute Könner: Eine Gesamtlänge von etwa 20 Minuten haben die Filme (von links) Michael gr. Klönnes, Ronald Bötefürs, Andre Hoykas und Lars Hoykas für das Stück „Vom Jungen, der Hitlers Pläne durchkreuzte“. Foto: Lammert

Absolute Könner: Eine Gesamtlänge von etwa 20 Minuten haben die Filme (von links) Michael gr. Klönnes, Ronald Bötefürs, Andre Hoykas und Lars Hoykas für das Stück „Vom Jungen, der Hitlers Pläne durchkreuzte“. Foto: Lammert

„Und Action!“. Wie oft Michael gr. Klönne, Ronald Bötefür, Lars Hoyka und Andre Hoyka das bei den Aufnahmen der Filmsequenzen über die 3. Dammer Domfestspiele auf dem St.-Viktor-Kirchplatz vom 15. bis 18. sowie vom 22. bis 25. September (jeweils donnerstags bis sonntags, Beginn der Aufführungen ist an allen Tagen um 19.30 Uhr) gesagt haben, wissen sie nicht.

Aber schon im Vorfeld war aus Kreisen der Schauspieler des Vereins Theater Dammer Berge sowie von Bernd Kessens, Autor und Regisseur des im Jahr 1936 in der Zeit des Kreuzkampfes im Oldenburger Münsterland angesiedelten Stückes „Vom Jungen, der Hitlers Pläne durchkreuzte“, viel Lob zu hören.

Zuschauer sehen insgesamt 10 Filme

Insgesamt 10 Filme werden die Zuschauer sehen. Der kürzeste ist 1:20 Minuten lang, der längste 4:40 Minuten. Je nach Schauspielerbesetzung musste das Team bis zu 4 Versionen drehen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass einige Rollen doppelt vergeben sind. Insgesamt kamen so 18 Filme zusammen. Die erste Klappe fiel am 26. Februar. Da war die Planung aber schon mehr als 7 Monate alt. „Wir hatten im Juli 2021 begonnen, nachdem Bernd Kessens uns das Drehbuch vorgestellt hatte“, sagt Michael gr. Klönne. Zu den Planungen gehörte es auch für das Quartett, mit dem Regisseur die einzelnen Filmszenen durchzusprechen.

Und dann begann die Suche nach den passenden Drehorten. So fasste das Team „Film“ für die Schulszenen die alte Dorfschule im Cloppenburger Museumsdorf ins Auge. „Das haben wir aber aus logistischen Gründen und weil das Gebäude zu klein ist wieder verworfen“, erzählt Ronald Bötefür.

Schulszenen in der früheren Marienschule gedreht

Stattdessen drehten sie die Schulszenen in der früheren Marienschule am Grünen Weg. Hier fand sich im Keller sogar noch Mobiliar, das sich von dem in den 1930er Jahren nicht unterschied. Alles, was irgendwie nicht in diese Zeit passte, wurde abgeklebt oder abgehängt.

Die Schulszenen, die im Klassenraum mit den rund 25 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 18 Jahren spielen, seien die größte Herausforderung gewesen, sagt Lars Hoyka. Die jungen Schauspieler mussten während der gesamten Drehs, auch bei den Nahaufnahmen, in der Klasse sitzen bleiben. Und: Viele Kinder mussten Text in einer Großaufnahme sagen. Gleichzeitig musste das Filmteam darauf achten, dass die Kinder, die keinen Text hatten, immer an der Kamera vorbeischauten.

Corona bescherte ungeplante Extradrehtage

Und dann kam noch richtig Pech dazu: Ein Hauptdarsteller erkrankte an Corona, so dass noch zwei Extradrehtage fällig wurden. Sprich: Die Kinder und Jugendlichen mussten sich noch einmal einfinden. Das Problem: Die Lichtverhältnisse waren an den Tagen anders als am ersten. „Das ließ sich aber in der Nachbearbeitung korrigieren“, sagt Andre Hoyka.

Ebenfalls in der Marienschule, allerdings im ehemaligen Lehrerzimmer beziehungsweise in einem Kellerraum, entstanden Filme mit Verhörszenen. Ein Auswärtsspiel hatten das Filmteam und die Schauspieler dagegen, als sie Szenen im Kino in Quernheim drehten. Dabei lief auf der Leinwand auch ein Teil des Films über die Olympischen Spiele 1936, den Leni Riefenstahl gedreht hatte. Hier war eine der großen Herausforderungen: Die Schauspieler mussten im Saal so verteilt sitzen, dass die Vorstellung gut besucht aussah. Und der kürzeste Dreh? „Das war die Geständnisszene in der Küche Erwin Tepes in Südfelde. Da waren nur zwei Schauspieler beteiligt. Und die hatten das schon vorher geübt“, sagt Michael gr. Klönne, der allen Akteuren vor der Kamera bescheinigt, sehr gut agiert zu haben.

Vor der Kamera wird anders agiert als auf der Bühne

Dabei ist das Filmen eine Herausforderung. Denn vor der Kamera müssen die Darsteller anders spielen als auf der Bühne. Aber das wissen zumindest diejenigen, die schon bei früheren Stücken mitgewirkt haben, für die das Team gr. Klönne, Bötefür und 2 mal Hoyka auch Filme gedreht hat. Und das auch dieses Mal wieder unentgeltlich, um das Projekt „Dammer Domfestspiele“ und den Verein Theater Dammer Berge zu unterstützen.


Info:

  • Die Aufführungen des Stücks „Vom Jungen, der Hitlers Pläne durchkreuzte“ finden auf dem St.-Viktor-Kirchplatz vom 15. bis 18. sowie vom 22. bis 25. September (jeweils Donnerstag bis Sonntag) statt. 
  • Beginn der Vorstellungen ist an allen Abenden um 19.30 Uhr.
  • Die Karten kosten 18 Euro pro Stück. Erhältlich sind sie in der Buchhandlung Im Alten Rathaus an der Lindenstraße, E-Mail: info@buch-handlung-damme.de; Telefon 05491/99606.

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