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Corona verdirbt Theatergruppe Goldenstedt schon die dritte Saison

Die Jubiläumsfeierlichkeiten konnten 2021 nicht wie gewünscht stattfinden. Die Planungen für Aufführungen in diesem Jahr liefen schon. Die Hoffnung war groß. Doch dann kam Omikron.

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Da war Corona noch kein Thema: Die Akteure der Spielzeit 2020 mit (stehend von links) Karin Benedde, Hannes Albers, Melanie Demski, Manfred Schneider, Mates Dornieden, Anne Tinzmann, Karsten Dörfer, Maria Sieveke, Iris Wollering, Maria Gelhaus, Ludger Stolle, (sitzend) Renate Voges und Berthold Wilkens. Foto: Lauer

Da war Corona noch kein Thema: Die Akteure der Spielzeit 2020 mit (stehend von links) Karin Benedde, Hannes Albers, Melanie Demski, Manfred Schneider, Mates Dornieden, Anne Tinzmann, Karsten Dörfer, Maria Sieveke, Iris Wollering, Maria Gelhaus, Ludger Stolle, (sitzend) Renate Voges und Berthold Wilkens. Foto: Lauer

Auch in diesem Jahr wird sich der Vorhang im Saal Klostermann nicht öffnen. Die Theatergruppe Goldenstedt hat beschlossen, wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen und Unsicherheiten auf die Aufführung des plattdeutschen Dreiakters „Dat Treppenhuus is Tüüge“ von Helmut Schmidt zu verzichten. „Diese Entscheidung ist uns sehr, sehr schwergefallen“, versichert der Vorsitzende der Theatergruppe, Karsten Dörfer: „Wir wollten unbedingt spielen und haben bis zuletzt gehofft.“

Es ist schon die dritte Saison in Folge, in der die Pandemie der Schauspieltruppe einen Strich durch die Rechnung macht. Im März 2020 war man noch hoffnungsfroh gestartet, hatte 13 Aufführungen geplant, sehr viele Karten bereits im Vorverkauf abgesetzt. „Aber dann kam Corona“, erinnert sich Dörfer nur zu ungern.

Nach der Premiere und zwei weiteren Aufführungen war Schluss. Schweren Herzens habe man damals eine Rückzahlung angeboten. Zur großen Freude der Theaterspieler hätten aber nur wenige Leute das Eintrittsgeld zurückhaben wollen. So konnte der Verein den drei Heimatvereinen Goldenstedt, Lutten und Varenesch jeweils 1000 Euro spenden. Die Übergabe erfolgte am Volkstrauertag 2020. Martin Sander vom Heimatverein Goldenstedt hatte auf der Premiere betont, dass sein Verein seinen Anteil an den Heimatverein Varenesch abtreten würde. „Die brauchen das dringender als wir.“

Ehrungen auf der Freilichtbühne

Im März 2021 habe man natürlich wieder spielen wollen, betont Dörfer, aber im Lockdown sei frühzeitig abzusehen gewesen, dass es wieder nichts werden würde. Auf Proben wurde verzichtet, auch die Generalversammlung habe nicht stattfinden können. „Und das in unserem Jubiläumsjahr“, ergänzt er. Die Theatergruppe sei 1991 noch als Abteilung des Heimatvereins Goldenstedt unter Leitung von Heinz Battermann gegründet worden. Seit 25 Jahren sei man selbstständig und er selbst Vorsitzender. Bis auf zwei seien noch alle Gründungsmitglieder dabei, so Dörfer. Es habe also eine ganze Reihe von Jubiläen gegeben. Ursprünglich habe man das im März 2021 gebührend feiern wollen.

Um das Jubiläum nicht gänzlich abzublasen und vor allem, „um etwas für die eigenen Leute zu machen“, habe die Theatergruppe im September 2021 eine Fahrradtour rund um Goldenstedt unternommen. Auf der Freilichtbühne am Hartensbergsee, „unserer ersten Aufführungsstätte im Jahr 1991“, hätten dann Ehrungen der langjährigen Mitglieder stattgefunden.

Unter freiem Himmel unter Coronabedingungen: Auf der Bühne am Hartensbergsee wurden die Mitglieder der Theatergruppe Goldenstedt (von links) Marcel Stüttelberg (fünf Jahre), Anne Tinzmann (10), Rita Henken (10), Heinrich Benedde (30), Karin Benedde (10), Maria Gelhaus (30) und Hannes Albers (25) geehrt. Es fehlen Agnes Almes und Karsten Dörfer (beide 30 Jahre). Foto: LauerUnter freiem Himmel unter Coronabedingungen: Auf der Bühne am Hartensbergsee wurden die Mitglieder der Theatergruppe Goldenstedt (von links) Marcel Stüttelberg (fünf Jahre), Anne Tinzmann (10), Rita Henken (10), Heinrich Benedde (30), Karin Benedde (10), Maria Gelhaus (30) und Hannes Albers (25) geehrt. Es fehlen Agnes Almes und Karsten Dörfer (beide 30 Jahre). Foto: Lauer

Voll motiviert sei die Theatergruppe dann in die Planungen für die Saison 2022 gegangen. „Wir brauchen 4 bis 5 Monate Vorlauf“, erläutert Dörfer. Bei einer 2G-Regelung und einer Auslastung von 70 Prozent der Zuschauerplätze schien eine Spielzeit möglich. Im Feuerwehrhaus Goldenstedt fanden regelmäßige „Trockenübungen“ statt: Textproben, ungeschminkt, ohne Kostüme und Requisiten. Bis auf zwei Spieler seien alle an Bord gewesen. „Diese Lücken konnten wir leicht füllen“, so Dörfer. Anfang Februar sollte der Kartenvorverkauf losgehen. In Absprache mit Johannes Klostermann sei im Theatersaal eine Be- und Entlüftungsanlage installiert worden.

„Aber dann kam Omikron“, ärgert sich Dörfer. Angesichts ständig steigender Infektionszahlen sei die Unsicherheit zu groß. Abgesehen davon, dass das Spielen vor halb leeren Sitzreihen keinen großen Spaß mache. So habe man sich, wie andere Theatergruppen auch, schließlich „schweren Herzens“ entschlossen, auch die diesjährige Spielzeit abzusagen.

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