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Corona bestimmt auch weiterhin die Arbeit des Visbeker Kulturkreises

Es beginnt das dritte Pandemie-Jahr. Die Kulturbranche ächzt. Viele Veranstaltungen werden immer weiter verschoben. Flexibilität und Spontanität sind gefragt.

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Wird sehnsüchtig erwartet: Die A-cappella-Band "Alte Bekannte" sollte schon 2020, dann 2021 in Visbek auftreten. Wegen der Pandemie wurde das Konzert immer wieder verschoben. Nun steht der nächste Termin für den 25. September 2022.  Foto: Alte Bekannte

Wird sehnsüchtig erwartet: Die A-cappella-Band "Alte Bekannte" sollte schon 2020, dann 2021 in Visbek auftreten. Wegen der Pandemie wurde das Konzert immer wieder verschoben. Nun steht der nächste Termin für den 25. September 2022.  Foto: Alte Bekannte

Eine Branche, die von den Folgen der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde, ist die Kulturbranche. Zahlreiche Veranstaltungen konnten und können wegen der Beschränkungen zum Infektionsschutz nicht stattfinden. Jahresprogramme aufzusetzen, kommt einem Glücksspiel gleich: Können die geplanten Veranstaltungen stattfinden oder nicht?

Dieses Spiel spielt Annelies Muhle vom Visbeker Kulturkreis jetzt schon im dritten Jahr. Vorläufig sind noch fast keine Veranstaltungen konkret für dieses Jahr ins Auge gefasst worden, sagt sie. Sie hofft, dass ein Konzert im März in der Visbeker Emmauskirche stattfinden kann. Details will sie noch keine nennen. „Wir warten darauf, was Herr Lauterbach sagt“, sagt sie und verweist auf die Prognose des Bundesgesundheitsministers, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte/Ende Februar erreicht sein soll. Für die Zeit danach werden Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Kulturkreis setzt auf Outdoor-Veranstaltungen

Das vorläufig letzte Event, das noch in Visbek stattfinden konnte, war ein Reinhard-Mey-Liederabend Anfang Oktober in der Emmauskirche. Danach ist alles aufgrund der steigenden Infektionszahlen gecancelt worden – darunter auch das von vielen erwartete Konzert der A-cappella-Band "Alte Bekannte". Das zuvor schon verschobene Konzert in der St.-Vitus-Kirche sollte eigentlich am 28. November stattfinden. „Das ist nun schon zum dritten Mal verschoben“, sagt Annelies Muhle mit Bedauern. Neuer Termin ist der 25. September. Dafür gibt es weiterhin Karten, die alten behalten ihre Gültigkeit.

Ansonsten habe der Kulturkreis weitere Angebote für dieses Jahr „in petto“, sagt Annelies Muhle. Dazu zählen vor allem zahlreiche Veranstaltungen, die – wie das Konzert der "Alten Bekannten" – auf dieses Jahr verschoben wurden. Überdies plant der Kulturkreis mittlerweile so, dass vieles draußen, also Open Air, stattfinden kann. Da muss natürlich auch das Wetter mitspielen, weiß Muhle. Aber angesichts der Pandemie habe sie dabei ein besseres Gefühl, als bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.

Eines dieser Open-Air-Konzerte in diesem Jahr ist der Auftritt der Brass-Band "Fättes Blech", die anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Musikvereins Visbek am 5. August vor dem Rathaus spielen will. Diese Veranstaltung sei schon im Herbst 2019 abgemacht worden, sagt Annelies Muhle. Wie alle Beteiligten, hofft sie inständig, dass das gelingt. Im Rathaus heißt es dazu: „Wenn der Stoppelmarkt stattfindet, findet auch das Konzert statt.“

Publikum ist zurückhaltend

Im vergangenen Jahr seien die Open-Air-Angebote vom Publikum gut angenommen worden, sagt Annelies Muhle. Als Beispiel nennt sie die gut besuchte Lesung von Hubertus Meyer-Burckhardt im Spätsommer hinter dem Rathaus. Als darauf im Herbst die Infektionszahlen wieder zunahmen, wurde das Programm des Kulturkreises entsprechend zurückgefahren. „Das ist zermürbend und macht keinen Spaß“, gibt Muhle zu. „Am meisten wehgetan“ habe es, die Fahrt zum Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker abzusagen. Aber sie habe auch den Eindruck, dass die Menschen sich damit unwohl fühlen, „mit 50 Leuten in einem Bus zu sitzen“.

Überhaupt sei die Zielgruppe der Kulturkreis-Angebote zurückhaltend. Die Menschen seien vorsichtiger, es werden weniger Tickets gekauft, so die Beobachtung von Annelies Muhle. Haben die im vergangenen Jahr eingeführten Regeln, wie 3G oder 2G, Einfluss darauf? Schon, wie die Verwaltungsmitarbeiterin wissen lässt. Als Veranstaltungen unter 2G-Bedingungen angeboten wurden, seien durchaus Karten wieder zurückgegeben worden. Auch ein paar „Schummler“ habe es gegeben, als bei der Erfassung der Kontaktdaten falsche Angaben gemacht wurden, berichtet Muhle. Das seien aber Einzelfälle gewesen.

Künstler sind flexibler und spontaner geworden

„Die Mehrheit will Kultur“, sagt Muhle. Viele warteten darauf, dass „alles wieder normal ist“. Wann dies der Fall sein wird, kann aber niemand sagen. Für dieses Jahr sei von allen – Künstlerinnen und Künstlern, Agenturen, aber auch vom Publikum – Flexibilität und Spontanität gefragt. Habe der Visbeker Kulturkreis im vergangenen Jahr noch zurückhaltend das Jahr geplant, sei man in diesem Jahr viel offensiver. Schließlich hätten die Künstlerinnen und Künstler selbst ein großes Interesse daran, wieder auf der Bühne stehen zu dürfen, sagt Muhle. So bemühen sich die meisten, vieles „unter einem Hut zu bringen“, seien in ihrer Planung sehr flexibel geworden. Die Agenturen reagierten mittlerweile spontaner.

Das Leid und der Frust der Branche bleibe auch dem Visbeker Kulturkreis nicht verborgen. Man bekomme schon einiges mit, sagt Annelies Muhle. Auch die regelmäßigen Treffen der 14 Ehrenamtlichen seien zuweilen frustrierend. Aber: Die Rückendeckung von allen sei weiterhin da, sagt sie, ebenso vonseiten der Politik und des Bürgermeisters. Die Zuversicht bleibt. Außerdem warteten viele Veranstaltungen nur darauf, so Annelies Muhle, endlich angekündigt zu werden.

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