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Corona als Steilvorlage fürs Bührener Krippenspiel

Herbergssuche unter erschwerten Bedingungen. Wer heute eine Bleibe für eine Nacht sucht, ist ähnlich schlecht dran, wie Maria und Josef vor 2000 Jahren.

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Spaß beim Dreh: Im Ratssaal des Emsteker Rathauses wurde eine der Szenen mit den Heiligen drei Königen gedreht. Alles natürlich mit gebührendem Abstand. Fotos: Thomas Vorwerk

Spaß beim Dreh: Im Ratssaal des Emsteker Rathauses wurde eine der Szenen mit den Heiligen drei Königen gedreht. Alles natürlich mit gebührendem Abstand. Fotos: Thomas Vorwerk

Das Krippenspiel in Bühren ist alle 2 Jahre ein Publikumsmagnet für die gesamte Region gewesen. Stets orientiert am Original hat man es immer wieder geschafft, auch moderne Elemente auf dem Schulhof der Grundschule aufzuführen, wenn Maria und Josef sich auf die Herbergssuche begeben und am Ende die Geburt Jesu verkündet wird. Der Aufwand wurde allerdings von Jahr zu Jahr größer und eigentlich hätte es in 2020 kein Krippenspiel geben sollen.

Wenn es um die letzte Rolle Toilettenpapier Streit gibt

„Corona ist allerdings eine Steilvorlage, da mussten wir reagieren“, sagt Thorsten Pieper, der das Projekt vor einigen Jahren übernommen hat. Als Film wird die Weihnachtsgeschichte in diesen Tagen produziert, um am 3. Advent ab 15 Uhr auf der Internetplattform Youtube gezeigt zu werden. Mit den Schlagworten „Corona, Krippenspiel Bühren“ sollte jeder den Beitrag finden, der auch in den Folgetagen noch zu sehen ist.

„Wir alle haben in der ersten Welle den Egoismus erlebt, der sich breit gemacht hat. Die Nudel-Regale waren leergeräumt, und um Toilettenpapier gab es Streit“, sagt Pieper im Gespräch mit der Redaktion. Die geschlossenen Hotels und die Herbergssuche von Maria und Josef lassen sich erstklassig miteinander verbinden, auch wenn 2000 Jahre dazwischen liegen.

Interview mit Schülern: Thorsten Pieper wollte von den Jungs wissen, was sie von der Maskenpflicht halten.Interview mit Schülern: Thorsten Pieper wollte von den Jungs wissen, was sie von der Maskenpflicht halten.

Im Lukas-Evangelium heißt es „Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.“ Die moderne Variante lautet nun: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot der Regierungen in Europa und aller Welt, dass ein Jeder sich nach Hause begeben sollte, um sich gemeinsam gegen ein Virus zu stellen.“

Der Pastor hat am Ende eine Lösung

Nach Hause ist ein weiter Weg. Das E-Auto muss geladen werden und so versuchen beide, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. An den Hotels werden sie abgewiesen, denn es drohen hohe Bußgelder bei Missachtung des Verbots. Im Supermarkt schnappt eine Kundin die letzten Packungen Toilettenpapier vor der Nase weg. Dass Maria schwanger ist, interessiert niemanden. Beim Pastor an der Kirche haben sie Glück. Er kennt eine Adresse und so bekommen beide ein Nachtlager, wenn auch nicht sonderlich luxuriös.

Derweil erscheint der Engel. Nicht den Hirten, sondern einem Obdachlosen, der sich sodann auf den Weg macht, um das Neugeborene zu sehen. Die Heiligen Drei Könige diskutieren bereits im Ratssaal über Fake News und Verschwörungstheorien.

Mehrere Einspieler runden das verfilmte Krippenspiel ab

Mehrere Einspieler runden das Video ab. Grundschüler, die Masken tragen, dies aber akzeptieren, schließlich geht es um den Schutz aller. Der Mediziner, der Unterstützung vermisst. „Das einzige, was wir bekommen haben, ist Applaus. Davon kann ich mir nichts kaufen.“ Und der Geschäftsmann, der sich Sorgen um die Zukunft seines Unternehmens und seiner Mitarbeiter macht.

Corona, so das Fazit, kann auch als Lehre verstanden werden. „Mit diesen Erfahrungen ist dieses Weihnachten unsere Chance, über uns selbst nachzudenken - und mehr Mitgefühl für unsere Mitmenschen, egal in welcher Lebenssituation, zu haben“, heißt es abschließend.

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