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Cloppenburger Theaterwerkstatt begeistert ihr Publikum

"Ein Kessel Buntes" im Kulturbahnhof lockte am Wochenende viele Besucher an. Nun sind weitere Aufführungen für das Frühjahr geplant.

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„Der Lottogewinn“ von Loriot: Silvia Beyer-Först (Bildmitte) glänzte als Erwin Lindemann, der im Alter von 500.000 Jahren in 66 Jahren nach Island fahren will. Foto: Heidkamp

„Der Lottogewinn“ von Loriot: Silvia Beyer-Först (Bildmitte) glänzte als Erwin Lindemann, der im Alter von 500.000 Jahren in 66 Jahren nach Island fahren will. Foto: Heidkamp

„Die alten Zähne wurden schlecht, man begann sie auszureißen, die neuen kamen gerade recht, um mit ihnen dann ins Gras zu beißen.“ Ein Klassiker, mit dem nicht nur Humorist Heinz Erhardt einst sein Publikum zum Lachen brachte, sondern auch Jens Kramer, der als Conférencier die Gäste am Wochenende im Cloppenburger Kulturbahnhof zu einem „Kessel voller Buntes“ begrüßte. Ebenso wie die erst achtjährige Emily Wefer, die mit dem verschmitzten Gedicht von „Der Made“ an den großen Mann deutscher Unterhaltungskunst erinnerte.

In einer Inszenierung von Katharina Köhntopp gelang es der kleinen Theaterwerkstatt in nur fünf Wochen, einen Mix aus bekannten Sketchen, Liedern, Gedichten und Musik auf die Bühne zu bringen. Verblüffend, mit welcher sprachlichen Sicherheit Valentina Köhntopp die Geschichte von „Der Beutelratte“ mit dem Hottentottenstottertrottelmutterattentäter präsentierte, ebenso wie anschließend Anna Köhntopp das Stück „Der Lappe“ von Michael Ende präsentierte.

In absoluter Perfektion und mit einer unglaublichen Geschwindigkeit kamen ihr dabei Wörter wie „Schlappersteppenstoppeltrappergrippenkuppeltreppenlappensuppenseppelkappenschüppelschnippelmappenschuppenrappeldoppelrüpeltruppenknüppelhoppelgruppenlippenplapperzappelpuppenklappe“ nicht nur textsicher über die Lippen. Bei den sich immer mehr steigernden Wiederholungen leistete sie sich nicht einen Versprecher, das Publikum zeigte sich zunehmend begeistert und spendete Szenenapplaus ob ihrer perfekten Darbietung.

Silvia Beyer-Först glänzte im Sketch "Lottogewinn"

In ihrer Rolle als Erwin Lindemann glänzte Silvia Beyer-Först und erinnerte mit dem „Lottogewinn“ an Loriot alias Vicco von Bülow. „Ich bin 500.000 Jahre alt. In 66 Jahren fahre ich nach Island. Und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal.“ Es waren die Highlights deutscher Unterhaltungsgeschichte, mit denen die „Kleine Theaterwerkstatt“ das Publikum schnell auf ihrer Seite hatte. Und es gab wohl niemanden im Publikum, der sich nicht an den Klassiker erinnern konnte, ebenso wie an die zwei „Herren im Bad“ mit den beiden Protagonisten Dr Klöbner (Phillip Reinefeld) und Herrn Müller-Lüdenscheidt (Jan Gruchala).

Die aus diesem Sketch stammenden Aussprüche „Aber ich kann länger“ und „Die Ente bleibt draußen“ sind längst zu geflügelten Worten geworden. Emotional waren Abbas Lied „I wonder“, gesungen von Valentina Köhntopp, ebenso wie Lady Gagas Hit „Shallow“ mit Anna Köhntopp, begleitet von Stephan Christ am Klavier. Mit „Sexy“ von Marius Müller-Westernhagen dagegen riss Jan Gruchala das Publikum von den Sitzen.

„Ein Klavier, ein Klavier“ – mit dem Klassiker „Mutters Klavier“ von Loriot endete der „Kessel Buntes“, für den es am Ende nicht nur Applaus, sondern auch Zugabe-Rufe aus dem Publikum gab. Zurecht, denn die Leistungen aller Akteure waren sehens- und hörenswert.

Nach der gelungenen Premiere stehen weitere Termine zwar noch nicht fest. Weitere Aufführungen sind für Januar und Februar geplant, die Termine sollen allerdings kurzfristig veröffentlicht werden. „Alles hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Wir drücken die Daumen, dass alles gutgeht und wir Anfang nächsten Jahres wieder auf der Bühne stehen können“, hofft Katharina Köhntopp.

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