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Cloppenburger Museumsdorf reagiert flexibel auf Corona

Museumsdirektorin Julia Schulte to Bühne zieht Bilanz für 2020. Alle geplanten Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Höhere Förderungen und neue Einnahmequellen waren nötig.

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Im Gespräch: Minister Dr. Bernd Althusmann informierte sich im August im Museumsdorf bei Direktorin Julia Schulte to Bühne. Foto: Hermes

Im Gespräch: Minister Dr. Bernd Althusmann informierte sich im August im Museumsdorf bei Direktorin Julia Schulte to Bühne. Foto: Hermes

Auf ein ungewöhnliches Jahr hat Julia Schulte to Bühne zurückgeblickt. Wie die Direktorin des Museumsdorfes berichtet, wurden die Tätigkeiten nach einem dynamischen Start im Januar und Februar durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst.

„Insgesamt hat uns dies vor sehr große Herausforderungen gestellt. Durch die Schließungen, die komplett veränderte Situation nach der Wiederöffnung und die immer wieder neu umzusetzenden Veränderungen, waren und sind wir gezwungen, sehr flexibel zu reagieren“, sagt Schulte to Bühne.

Weniger Geld in der Kasse

Unter anderem seien Einnahmen weggebrochen, die sich aus den Eintrittsgeldern, den Programmen, Aktionstagen sowie den Verkauf in den Shops zusammensetzen. „Umso erfreulicher ist es, dass die Träger uns in dieser Situation unterstützen und einen finanziellen Ausgleich für die Mindereinnahmen zahlen.“

„Es macht mich ganz stolz zu merken, wie wichtig den Menschen ihr Museum ist.“
Julia Schulte to Bühne, Museumsdirektorin

Unter anderem war auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann zu Gast, um sich vor Ort über die Situation zu informieren. Mit dem Kauf von Jahreskarten, vielen neuen Mitgliedschaften im Freundeskreis und einzelnen Spenden aus der Region war es darüber hinaus möglich, weitere Einnahmen zu erzielen. „Es macht mich ganz besonders Stolz zu merken, wie wichtig den Menschen im Oldenburger Münsterland ihr Museum ist“, erklärt Schulte to Bühne.

Schon im März hatte der Corona-Lockdown die Arbeiten im Museum stark verändert, Überstundenabbau, Resturlaub und Kurzarbeit standen auf der Tagesordnung. Zudem wurden Honorarverträge nicht bedient und anstehende Neueinstellungen ausgesetzt. Mit der zweiten Schließung im November seien, soweit möglich, alle Mitarbeiter des Museums mit mindestens 20 Prozent der Arbeitszeit in Kurzarbeit gegangen.

Marode Infrastruktur: Museumsdorf braucht mehr Geld

Im abgelaufenen Jahr war es mit der Förderung zwar möglich, Personalstellen zu besetzen, den Versorgungsausgleich zu finanzieren und kleine Sanierungen am Gebäudebestand vorzunehmen. Aber: „Für den zwingend notwendigen Bauunterhalt der Gebäude, die Überarbeitung der veralteten und maroden Infrastruktur sowie für den weiteren Ausbau des Museums ist jedoch eine weitere Steigerung der Förderung unerlässlich“, sagt die Direktorin.

Veranstaltung unter Corona-Bedingungen: Die Mitarbeiter bereiten am 1. Juli eine Kulturaufführung vor. Foto: MuseumsdorfVeranstaltung unter Corona-Bedingungen: Die Mitarbeiter bereiten am 1. Juli eine Kulturaufführung vor. Foto: Museumsdorf

Positiv gewesen sei der Dorfsommer in den Ferien, bei dem aus Einzelbausteinen jeden Tag ein Angebot zur Geschichte der Alltagskultur vorgehalten werden konnte. Dieses Programm sei so erfolgreich gewesen, dass es auch in den Herbstferien angeboten worden ist. „Dadurch haben wir vor allem viele Einzelbesucher und Familien begeistern können“, freut sich Schulte to Bühne

Veränderungen gab es zu Beginn des Jahres: So wurde der Eingangsbereich an die Bether Straße verlegt, da mit der für September geplanten Eröffnung der Diskothek die neue Baugruppe „Siedlung“ das Museumsdorf erweitern sollte. Wände wurde versetzt, Regale eingebaut und als Empfangstresen konnte sogar ein Teil eines Ladengeschäftes aus Oldenburg verwendet werden.

Umbaumaßnahmen: Julia Schulte to Bühne verschaffte sich im Infogebäude einen Überblick. Foto: HermesUmbaumaßnahmen: Julia Schulte to Bühne verschaffte sich im Infogebäude einen Überblick. Foto: Hermes

Der ehemalige Eingangsbereich in der Münchhausenscheune wurde ebenfalls umgebaut. Hier findet sich jetzt das museumspädagogische Zentrum. Es ist nun ganzjährig und auch wetterunabhängig möglich, Programme mit Gruppen durchzuführen.

Für das kommende Jahr sind viele Neuerungen geplant und auch die bekannten Veranstaltungen sollen wieder stattfinden: „Das Team des Museums ist derzeit fleißig dabei, sich auf die kommende Saison vorzubereiten.“ Auch wenn das Museum geschlossen ist, werde eine Nachkriegsausstellung in der Ottenjann-Halle vorbereitet, es soll ein Klimapfad den Weg im Museum attraktiver machen und es solle selbstverständlich im nächsten Jahr in der Disko getanzt werden.

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