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Cloppenburg: Nothilfe fürs Museum läuft

Um 380.000 Euro sind die Einnahmen aus dem Eintritt weggebrochen. Zudem saniert das Museum für rund 600.000 Euro den Hof Haake aus Cappeln. Die Kommunalpolitiker signalisieren erste Zuschüsse.

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„Altbau-Kontrolle“ mit Politikern: Vom Zustand der Gebäude im Museum haben sich die Kommunalpolitiker schon im letzten Winter ein Bild gemacht. Direktorin Dr. Julia Schulte to Bühne (rechts) verwies auf undichte Dächer und maroden Lehmputz. Foto: Kreke

„Altbau-Kontrolle“ mit Politikern: Vom Zustand der Gebäude im Museum haben sich die Kommunalpolitiker schon im letzten Winter ein Bild gemacht. Direktorin Dr. Julia Schulte to Bühne (rechts) verwies auf undichte Dächer und maroden Lehmputz. Foto: Kreke

Das durch die Corona-Einschränkungen belastete Museumsdorf kann mit städtischer Unterstützung rechnen. Die Fraktionen im Markt- und Kulturausschuss haben am Donnerstagabend einmütig für erste Nothilfen gestimmt. Damit ist eine Mehrheit im Rat der Stadt mehr als wahrscheinlich.

Die Kommunalpolitiker billigten Zahlungen von 21.400 Euro. Damit sollen die Einnahmeausfälle aus den Eintrittsgeldern teilweise ausgeglichen und die Sanierung des maroden Haakenhofs unterstützt werden. Die Summe erscheint vergleichsweise klein angesichts des hohen Finanzbedarfs im Museum. Doch die Stadt reiht sich damit ins „Konzert“ der öffentlichen Geldgeber ein, die gemeinsame Anstrengungen von allen Partnern erwarten.

Sanierung soll noch in diesem Jahr beginnen

Vom Einnahmeausfall, der knapp 380.000 Euro beträgt, übernimmt das Land fast 323.000 Euro. Damit die Rechnung aufgeht, müssten der Landkreis Cloppenburg rund 41.000 Euro, der Landkreis Vechta rund 4500 Euro und die Stadt Cloppenburg 11.400 Euro beisteuern.

Die lange geplante Sanierung der großen Hofanlage an der Soeste schätzt das Freilichtmuseum auf 600.000 Euro. „Die Gebäude weisen gravierende Schäden auf, die ihren Bestand akut gefährden“, erklärte die Stadtverwaltung in der Sitzung. 300.000 Euro hat der Bund bereits aus einem Sonderprogramm zum Denkmalschutz zugesagt. Weitere 200.000 zahlt das Land im nächsten Jahr. Die beiden Landkreise und die Sadt sollen 50.000 Euro aufbringen. Die Restumme von 50.000 Euro muss das Museum selbst stemmen. Die Sanierung soll noch in diesem Jahr beginnen.

Welche Bedeutung der 1793 in Cappeln gebaute Hof heute noch besitzt, betont das Mesum in seinem Antrag. Die die von 1950 bis 1964 nach Cloppenburg versetzte Hofanlage markiert beispielhaft die Entwicklung der Gasthöfe auf dem Land.

"Bierklappe" weist auf Gaststättenbetrieb hin

Eine kleine „Bierklappe“ in der Rückwand des reetgedeckten Hallenhauses weist darauf hin, dass hier nicht nur Landwirtschaft, sondern auch eine der ersten Gaststätten betrieben wurde. Gleich nebenan in einem Speicher von 1736 ließ der Bauer eigenes Bier brauen, das in der Region einen guten Ruf genoss, berichten die Kulturhistoriker des Museums. Im kühlen Keller unter den Stuben lagerte in hölzernen Fässern das Getränk, das man seinerzeit warm zu sich nahm.

Die Vorlieben für den gemeinsamen Umtrunk änderten sich wie die Temperatur des Bieres. 1790 war es kaum vorstellbar, sein Bier mit anderen in einer Stube zu trinken. Der quasi öffentliche Ort für den Genuss war das Flett mit seiner offenen Feuerstelle. Aber schon zur Jahrhundertmitte wandelte sich die Trinkgewohnheit: Auch im Haakenhof wurde eine geschlossene „Gaststube“ eingerichtet.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Haakenhof zur Ausflugsgaststätte mit Gartenausschank. Umgeben von Hecken genossen die Gäste an Holztischen das inzwischen kühl servierte „Blonde“ - der Biergarten war geboren.

Foto: KrekeFoto: Kreke

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