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Borsla stärkt Platt als identitätsbildend

Corona hinterlässt auch bei Borsla Spuren: Die Verleihung des Literaturpreises kann nur im kleinen Rahmen stattfinden, „Stammdische“ und „Plattdütscher Noamdag“ fallen aus.

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Vorstand ohne Beirat: Dr. Josef Willer (von links), Reinhard Lanfer, Bernd Hackstedt und Prof. Dr. Hermann Gelhaus..    Foto: Martin Pille

Vorstand ohne Beirat: Dr. Josef Willer (von links), Reinhard Lanfer, Bernd Hackstedt und Prof. Dr. Hermann Gelhaus..    Foto: Martin Pille

Die „Borsla-Vereinigung für Niederdeutsche Sprache und Literatur Bösel“ hat sich die Ermutigung zum Gebrauch des Plattdeutschen in Wort und Schrift in der Literatur, aber auch im öffentlichen Leben sowie im privaten Bereich auf die Fahne geschrieben. Plattdeutsche Schreiber bedürften mehr als andere eines Ansporns, damit sie nicht anonym blieben, hieß es jetzt während der Jahreshauptversammlung der Platt-Freunde.

Mit der Verleihung des jährlichen Borsla-Literaturpreises setzt der Verein Maßstäbe. Dieses Mal ging der 23. Borsla-Preis an den niederdeutschen Autor Jan Henning Kruse aus Gehrden. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert, die eine Versicherung zur Verfügung stellt. Einen Festakt – wie sonst üblich im Böseler Heimathaus – wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Situation nicht geben. Die Verleihung wird in einem kleinen Rahmen stattfinden. Der Literaturpreis 2021 ist inzwischen wieder ausgeschrieben worden.

„Wir wollen insbesondere den Gebrauch des Plattdeutschen stärken.“Vorsitzender Dr. Josef Willer

Dank der Borsla-Vereinigung ist die Gemeinde Bösel eine Art Hochburg der plattdeutschen Sprache geworden, denn mit viel Herzblut und Engagement kümmern sich der Vorstand und die Mitglieder um den Schutz, den Erhalt und die Weiterentwicklung der niederdeutschen Sprache. Sie sei „charakteristisch für unsere Region“, sagte Dr. Josef Willer, Vorsitzender von Borsla, während der Zusammenkunft unter Corona-Bedingungen im Gasthof Sommer. Zudem sei die Regionalsprache in die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen aufgenommen worden. „Wir wollen insbesondere den Gebrauch des Plattdeutschen stärken, denn die Sprache ist identitätsbildend, ein wichtiges Kulturgut“, betonte Willer die kulturelle Dimension.

"Stammdische" fallen coronabedingt aus

Ein fester Bestandteil im Vereinsgeschehen seien inzwischen die „Plattdütschen Stammdische“ geworden, zu denen auch Nichtmitglieder willkommen sind, schilderte Willer in seinem Jahresbericht. Unter anderem werden in Vergessenheit geratene plattdeutsche Wörter und Redewendungen gesucht und aufgelistet. Sie sollen demnächst auch auf der in Vorbereitung befindlichen neuen Homepage der Vereinigung veröffentlicht werden, erscheinen nach und nach auch im Mitteilungsblatt des Heimatvereins „Dat Spräkrohr“.

Die „Stammdische“ in diesem Jahr mussten allerdings samt und sonders ausfallen, so Willer. Das Gleiche widerfuhr dem „Plattdütscher Naomdag“ mit „Koffee un Kauken“ für jedermann. Der nächste soll dann im Mai nächsten Jahres stattfinden.

Als schönen Erfolg wertete der Vorstand die Beteiligung am „Lebendigen Adventskalender upp Platt“. Borsla präsentierte am Tag vor Heiligabend vor der Krippe in der Kirche plattdeutsche Geschichten und Lieder. Glühwein sowie Neijaohrskauken gab es danach. Die Beteiligung war gut. Der Beitrag fällt in diesem Jahr ebenfalls der Corona­krise zum Opfer.

Den aktuellen Vorstand bilden nun Dr. Josef Willer als Vorsitzender, Prof. Dr. Hermann Gelhaus als 2. Vorsitzender, Bernhard Hackstedt als Kassenwart, Reinhard Lanfer als Schriftführer. Im Beirat sind Bernd Kurmann und Martin Pille vertreten. Die Kassenprüfer Gerd und Paul Tholen wurden in der Sitzung einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

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