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Blasorchester Emstek stimmt auf die Adventszeit ein

Von populär bis klassisch und kirchlich reichte das Spektrum der Musiker, die in eine voll besetzte Pfarrkirche blickten. Tosender Applaus war am Ende der Lohn für die intensive Probenarbeit.

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Foto: Vorwerk

Foto: Vorwerk

Das Beste kommt zum Schluss. Dirigent Thorsten Meyer wähnte sogar viele Besucher des Konzerts nur deshalb in der Emsteker Pfarrkirche, weil "Highland Cathedral" seit vielen Jahren den traditionellen Abschluss der Veranstaltung bildet. Dieses Stück, das auch die heimliche Hymne Schottlands genannt wird, obwohl von zwei Deutschen (Ulrich Roever und Michael Korb) komponiert, hat für viele eine besondere Bedeutung. Denn wenn ein Musiker oder eine Musikerin beziehungsweise ein enger Angehöriger zu Grabe getragen wird, erklingt das 1982 geschriebene Werk auf dem Friedhof.  

So emotional das Finale für viele gewesen sein mag, von Schwere und Traurigkeit war nach einer Stunde und 15 Minuten nichts zu spüren. Donnernder Applaus und begeisterte Pfiffe brachten das über 150 Jahre alte Gotteshaus fast zum Beben. Selten war das Konzert, das stets  am Christkönigssonntag stattfindet, so gut besucht. Pfarrer Michael Heyer, der die Musikfreunde begrüßte, wollte gar angesichts der vollen Bänke spontan einen Gottesdienst feiern, überließ dann aber den knapp 50 Musikern das Feld.

Alte und neue Freunde gesehen

Und die lieferten ein breites Spektrum, das von populärer Musik über Oper bis hin zu Chorälen reichte. "The way old friends do" (So wie es alte Freunde tun) hätte als Eröffnung passender kaum gewählt werden können. Das Stück hatte Abba auf ihrem millionenfach verkauften 7. Album "Super Trouper" platziert und gehört dennoch zu den eher unbekannten Werken der Schweden. Dirigent Thorsten Meyer, der auch moderierte, erklärte seine Auswahl, denn das Kirchenkonzert sei stets auch ein Treffen mit alten Freunden. "Und wenn ich so in die Kirche schaue, sehe ich auch ein paar neue Freunde", meinte er mit Blick in das sehr gut besuchte Gotteshaus, in dem an diesem Abend keine Bank leer blieb.

Als die rührendste Stelle in der gesamten Oper bezeichnet Meyer den "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck, und was dieses Stück zudem besonders macht seien die anspruchsvollen Tonartwechsel, die die Musiker aber meisterten. "Ich bin froh, dass wir so talentierte Musiker in unseren Reihen haben", meinte der Dirigent, als er Nadine Kleefeld als Solo-Sängerin ankündigte. "Gabriellas Sång" aus dem für einen Oskar nominierten Film "Wie im Himmel" brachte sie dabei sogar im schwedischen Original zu Gehör.

Publikum singt mit

Doch nicht nur Kleefeld sollte an diesem Abend singen, das gesamte Publikum wurde bei den Kirchenliedern "Gelobt seist du, Herr Jesu Christ" und "Lobe den Herren" aufgefordert, einzustimmen. Das wäre vielleicht auch beim Elvis-Medley gelungen, denn man muss nicht einmal Fan sein, um die Zusammenstellung mit "You're the Devil in Disguise", "Can't Help Falling in Love", "Suspicious Minds" und "Jailhouse Rock" zu kennen.

An der Qualität des gesamten Klangkörpers besteht seit Jahren kein Zweifel. Davon zeugen nicht nur zahlreiche vordere Platzierungen bei den Kreismusikfesten. Aber auch an guten Solisten mangelt es nicht, wie bei verschiedenen Gelegenheiten an diesem Konzertabend deutlich wurde. Und auch wenn der langjährige Dirigent Helmut Krause den Taktstock bereits vor 11 Jahren an Thorsten Meyer übergeben hatte, so "zehren wir noch heute davon, was du hier geleistet hast", fand Meyer dankende Worte, nachdem er seinen Vorgänger unter den Gästen entdeckt hatte. Eine Einschätzung, die offensichtlich von den applaudierenden Besuchern geteilt wurde.

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