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Björn Sterzenbach von "Alte Bekannte" im Interview

Die Künstler freuen sich wieder auftreten zu dürfen und erleben viel positives Feedback. Gleichzeitig sind aber die Tickets im Vorverkauf stark zurückgegangen. 2023 werde ein Entscheidungsjahr.

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Alte Bekannte: Friedemann Petter (seit 2020), Clemens Schmuck, Björn Sterzenbach, Ingo Wolfgarten und Daniel "Dän" Dickopf. Foto: Costas Belibasakis

Alte Bekannte: Friedemann Petter (seit 2020), Clemens Schmuck, Björn Sterzenbach, Ingo Wolfgarten und Daniel "Dän" Dickopf. Foto: Costas Belibasakis

"Bunte Socken" tragen die "Alten Bekannten" nicht nur fürs Foto. So haben sie ihr jüngstes Programm gebucht, mit dem die Künstler am 25. September ab 18 Uhr in der Visbeker St.-Vitus-Kirche zu sehen sein werden. Der Ticketpreis im Netz: ab 28,50 Euro.

„Alte Bekannte“ gründeten sich 2017 als Nachfolgeband der „Wise Guys“. Im selben Jahr veröffentlichten sie ihre erste CD „Wir sind da“. Die Band besteht aktuell aus Clemens Schmuck (Bariton), Daniel „Dän“ Dickopf (Bariton), Ingo Wolfgarten (Bariton), Friedemann Petter (Baritenor, seit 2020) und Björn Sterzenbach (Bass mit Beatfunktion). Christoph Heinzel führte jetzt ein Interview mit Björn Sterzenbach.

Am 25. September treten sie in der St-Vitus-Kirche auf…
Endlich möchte man sagen …

Stimmt, das Konzert wurde zweimal verschoben. Was dürfen denn die Besucher von Ihrem Auftritt erwarten?
Glückliche Sänger, die sich freuen, endlich ihrer Passion und ihrem Beruf nachgehen zu können. Dabei präsentieren wir hauptsächlich Lieder von unserem dritten Album „Bunte Socken“, „Alte Bekannte“-Klassiker der ersten beiden Alben und einzelne, beliebte Songs aus dem Wise-Guys-Fundus.

Gibt es Titel, die Sie verraten können?
Natürlich spielen wir „Bunte Socken“ und aktuell spielen wir immer „Das Leben ist schön.“ Wir sehen es als unsere Aufgabe an, zwei Stunden für gute Laune zu sorgen und den Menschen zu zeigen, dass bei allem Mist der derzeit passiert, das Leben lebenswert und schön ist.

Merken Sie bei den Besuchern ein Bedürfnis vom Alltag abzuschalten oder ist es schwierig, die Konzerte vollzukriegen?
Ich würde die beiden Punkte trennen wollen. Unsere Konzertbesucher freuen sich über das Erlebnis Livemusik und wollen gemeinsam das Leben feiern! Auf der anderen Seite steht der zweite Punkt, den Sie angesprochen haben. Es ist tatsächlich momentan schwierig, die Konzerte vollzukriegen. Bei allen neu angesetzten Konzerten ist der Vorverkauf so ziemlich zum Erliegen gekommen. Menschen wagen es derzeit nicht, Konzertkarten im Vorfeld zu kaufen. Ausnahmen sind Künstler wie die Rolling Stones oder Helene Fischer. Künstler in unserer Liga haben ganz schön zu kämpfen.

Wie sieht es denn mit der "No-Show-Quote" aus, also mit Ticketinhabern, die nicht zum Konzert kommen?
10 Prozent sind es auf jeden Fall.

In Visbek treten Sie in der St-Vitus-Kirche auf. Sind Kirchen für A-Capella-Musik gut geeignet?
Als klassisches Ensemble freut man sich über jede Kirche, da dort ein schöner Raumklang vorhanden ist. Das ist aber nicht unsere Art von A-Capella-Musik. Wir machen moderne Popmusik mit einer Beatbox; also mit jemandem, der das Schlagzeug imitiert und dafür ist eine technische Verstärkung notwendig – was in manchen Kirchen problematisch ist. Der Tontechniker muss dann immer entscheiden, wieviel Hall er zulässt. Unsere Tontechniker verfügen in dieser Hinsicht über viel Erfahrung, sodass sie in jeder Kirche einen hervorragenden Sound schaffen.

Die Alten Bekannten 2018 in der St.-Vitus-Kirche. Damals noch mit Nils Olfert (links). Foto: HeinzelDie Alten Bekannten 2018 in der St.-Vitus-Kirche. Damals noch mit Nils Olfert (links). Foto: Heinzel

Die „Alten Bekannten“ stehen für einen fröhlichen Sound, der manchmal auch einen nachdenklichen Einschlag hat. Wie würden Sie die CD „Bunte Socken“ als Gericht beschreiben?
Es ist ein mehrgängiges Menü, für das man sich Zeit nehmen sollte. Wir bieten dabei generationenübergreifend etwas für jeden Geschmack. Am Ende des Gerichtes hat jeder eine wohlige, entspannte Zufriedenheit.

Wie muss ich mir den Arbeitsprozess in der Band vorstellen?
Der ist immer einem leichten Wandel unterworfen. Clemens Schmuck baut gerade sein Songwriting aus, genau wie unser neues Mitglied Friedemann Petter. Klassisch war es so, dass Daniel „Dän“ Dickopf in seinem Kämmerlein getextet hat und das Ergebnis während unseres Kreativblocks präsentierte. Dort konnte sich jeder für ein Lied entscheiden. Anschließend wurde die Musik geschrieben. Manchmal war es auch andersherum. Ingo Wolfgarten ist erst beteiligt, wenn es um die Konzeption im Studio geht, während ich mich aus dem Schaffensprozess herausgezogen habe und um die Organisation im Hintergrund kümmere.

Was können Sie uns zum 4. Album verraten oder ist es noch zu sehr Work in Progress?
Es ist noch zu früh etwas Konkretes zum Album zu sagen, aber es steht fest, dass die Tour zu der neuen CD im Frühjahr 2023 startet. Im Spätherbst wissen wir zum neuen Album mehr.

Wie ist denn die Produktionsdauer für eine CD bei den Alten Bekannten. Im Frühjahr auf Tour zu gehen, klingt erst einmal sportlich, oder täuscht das?
Das ist tatsächlich sportlich. Wir sind später dran als ursprünglich geplant. Das liegt unter anderem an persönlichen Schicksalsschlägen und Erkrankungen. Es kann sein, dass wir die Tour starten werden, ohne dass die CD fertig ist. Nach dem letzten eingesungenen Ton kann man ruhig 4 Wochen hinzurechnen, bis die CD da ist. Ingo braucht etwa 2 Wochen, um die CD komplett abzumischen, dann geht sie ins Mastering und anschließend ins CD-Werk.

Gibt es aktuell noch andere Projekte – oder heißt es jetzt vor allem Tour und CD?
Wir sind froh wieder spielen zu können und hoffen, dass die Menschen sich wieder trauen in Konzerte zu gehen, sodass wir eine Planbarkeit unseres Berufes zurückbekommen. Wir können es uns aktuell leisten Konzerte zu spielen, die schlecht besucht sind, da es noch staatliche Fördertöpfe gibt. Diese laufen aber aller Voraussicht nach Ende 2022 aus, daher konzentrieren wir uns darauf sehr, sehr gute Konzerte zu spielen. Die Besucher unserer Konzerte sollen begeistert nach Hause gehen und im nächsten Jahre mit Freunden wiederkehren. Es soll sich weiter herumsprechen, dass 2 Stunden „Alte Bekannte“ eine gute Freizeitbeschäftigung und Ausgleich zum Alltag sind.

Das heißt, nächstes Jahr müssen die Menschen mit ihren Füßen abstimmen, wie sie zur Kultur stehen?
Genau. Nach 2,5 Jahren Pandemie scheint das Jahr 2023 für viele Bands zur Wegscheide zu werden. Sie müssen dann entscheiden, ob es weitergeht oder eben nicht. Wir als Kulturschaffende sind auf unsere Fans und deren Unterstützung angewiesen!

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