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"Bitte kommt wieder, das Theater braucht Euch!"

Wenige Theaterbesucher sorgen für eine Auslastung des Metropol-Theaters von etwa 30 Prozent. Herbert Fischer, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Marktwesen, appelliert an die Bürger.

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Das Metropol-Theater war zum Auftakt der Saison mit dem Stück "Wir sind Niedersachsen" nur zur Hälfte ausgelastet. Foto: Heinzel

Das Metropol-Theater war zum Auftakt der Saison mit dem Stück "Wir sind Niedersachsen" nur zur Hälfte ausgelastet. Foto: Heinzel

"Beim Theater spüren wir eine unglaublich große Zurückhaltung", sagt Herbert Fischer, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Marktwesen der Stadt Vechta: "Das tut persönlich weh." Aber es gebe auch einzelne Lichtblicke. Insgesamt komme "das Vechtaer Kulturprogramm langsam wieder in Tritt."

„Bitte kommt wieder, das Theater braucht Euch!“Ein Appell von Herbert Fischer

Sorgenkind ist aktuell die Theatersaison. Die Auslastung des Metropol-Theaters lag vor der Pandemie bei 97 Prozent und bei Stücken der Landesbühne Niedersachsen Nord (LNB) sogar bei 99 Prozent. Vechta war damit die bestbesuchte Spielstätte im Gebiet der Landesbühne. Aktuell liege die Auslastung bei etwa 30 Prozent. "Das war vor der Pandemie undenkbar", sagt der Kulturamtsleiter und richtet einen Appell an alle: "Bitte kommt wieder, das Theater braucht Euch!"

Fischer: 2G-Regelung unter aktuellen Bedingungen die beste Lösung

Diese geringen Besucherzahlen gebe es aber nicht nur in Vechta, so Fischer. Auf der Konsulentagung in Wilhelmshaven, hier erfahren die Mitglieder des Zweckverbandes der LNB, welche Stücke für die nächste Saison angeboten werden, bestätigten ihm diese Beobachtung viele Gesprächspartner. Die Gründe für die Zurückhaltung seien unklar. Aber Herbert Fischer vermutet, dass "die Menschen erst einmal wieder Vertrauen fassen müssen." Seine Lösung: "Unter den gegebenen Bedingungen, finde ich, ist die 2G-Regelung die beste Lösung." Sie gilt unter anderem für alle Theaterstücke der laufenden Saison. Also auch am Montag, zur Aufführung von "Tot sind wir nicht. Sterben war gestern – gefroren wird morgen“.

In Tot sind wir nicht am Montag im Metropol-Theater dealen zwei betagte Freundinnen mit Medikamenten um nach Okinawa zu kommen. Foto: Volker BeinhornIn "Tot sind wir nicht" am Montag im Metropol-Theater dealen zwei betagte Freundinnen mit Medikamenten um nach Okinawa zu kommen. Foto: Volker Beinhorn

Besonders hart traf es den Auftritt von Christian Schulte-Loh, bei dem nur 30 Tickets verkauft wurden. "Da merkt man wie desaströs die Pandemie im Kulturbereich gewütet hat", sagt Herbert Fischer. Er schätzt das mindestens 50 bis 60 Veranstaltungen des Vechtaer Kulturprogramms verschoben oder abgesagt wurden. Darunter die Konzerte von Tom Gaebel und Gregor Meyle im Rahmen des JVA-Open-Air. Blieben bei der ersten Verschiebung die Karteninhaber noch weitgehend treu, gab es nach der zweiten Verschiebung zahlreiche Kartenrückgaben. Für die Verantwortlichen durchaus frustrierend, da für beide eigentlich ausverkaufte Veranstaltungen die Arbeit in gewisser Weise von vorne begann. Jetzt ziehe der Ticketverkauf aber langsam wieder an. In Kürze wolle man noch einen dritten Act für das JVA-Open-Air verkünden. Ähnliches gilt für einen genauen Termin für die geschobene Lesung von Ansgar Brinkmann. Sie soll im April 2022 während des Bücherfrühlings stattfinden.

"Der Ticketverkauf war über Monate komplett zum Erliegen gekommen", berichtet Herbert Fischer mit Blick auf die Zeit vom ersten Lockdown bis März 2021. So werde es auch für "Tante Mia tanzt", "Ladioo" und den Hoffnungsträger "Viva Vechta" spannend. Ein weiterer Act für Viva Vechta werde demnächst bekannt gegeben. "Wir hoffen dass die Fans wiederkommen und eine tolle Zeit haben", meint Herbert Fischer. In Vechta heißt Kulturarbeit momentan vor allem verschobene Veranstaltungen zu organisieren. "Das Nachholen hat den Kalender vollgekloppt", sagt Fischer. Ende 2022 könne man beginnen neue Veranstaltungen zu platzieren.

Für einige Veranstaltungenn gibt es nur noch wenige Karten

Vereinzelt gebe es auch Lichtblicke. Die Veranstaltung "Grünkohl, Currywurst und große Fresse" sei nahezu ausverkauft. Positiv sei die Lage zudem im Bereich Kindertheater, so der Stabsstellenleiter. Alle Grundschulen hätten Tickets für das Weihnachtsstück "Pippi plündert den Weihnachtsbaum" geordert. Auch für die Veranstaltung mit Volker Rosin am 12. Dezember und das Musical "Der kleine Drache Kokosnuss" am 14. November gebe es nur noch wenige Karten.

"Ich gehe davon aus, das unter 2G alles möglich sein wird."Herbert Fischer

Fischer gibt abschließend einen Ausblick auf die Theatersaison 2022/23 mit ihren "tollen Stücken". "Wir wollen dann das bisherige Abo wieder anbieten." Und zwar in der bekannten Form, aber mit 2G-Regel. Herbert Fischer zeigte sich auch sehr froh darüber, dass das Andreaswerk weiterhin das Catering während der Theatervorstellungen übernimmt. "Ich gehe davon aus, das unter 2G alles möglich sein wird", meint Herbert Fischer über das geplante Vechtaer Kulturprogramm. Aber ohne die Vechtaer gehe es nicht. Fischer: "Kauft ein Ticket. Wir sorgen für Eure Sicherheit."

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