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Bissiger Mix regt zum Nachdenken und Lachen an

Das Kabarett-Theater "Distel" begeisterte die Zuschauer im voll besetzten Forum am Hansaplatz in Friesoythe. Zahlreiche tagesaktuelle Themen wurden dabei aufgegriffen.

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Beim Stück "Nachts im Bundestag" kam auch die Religionsfreiheit zur Sprache. Foto: Passmann

Beim Stück "Nachts im Bundestag" kam auch die Religionsfreiheit zur Sprache. Foto: Passmann

Hervorragend, bissig, aktuell und humorvoll: So präsentierte sich das Kabarett-Theater „Distel“ am Samstagabend im voll besetzten Forum am Hansaplatz in Friesoythe beim Stück „Nachts im Bundestag“. Ein Mix der zum Nachdenken und Lachen anregte und den Finger in die vorhandenen Wunden legt. Hoch aktuell und noch nicht abgegriffen.

Eine kabarettistische Leistung, wie sie in diesen politischen Zeiten nur noch selten anzutreffen ist. Beim Stück wird ein CDU-Politiker aus der zweiten Reihe von zwei Einbrechern entführt. Dabei scheinen sich die Entführer bestens mit dem Abgeordneten zu verstehen. Die junge Ost-Berlinerin Klein Machnow (Nancy Spiller) und ihr Partner der Thüringer Bad Langensalza (Sebastian Wirnitzer) nehmen an einem Besuch des Bundestags teil. Während sie in der Reichstagskuppel über den Dingen stehen, sehen sie plötzlich rot.

Denn im 30. Jahr der Einheit ist noch viel zu wenig zusammen gewachsen. Spontan beschließen sie, den erstbesten Abgeordneten, den sie treffen, als Geisel zu nehmen und sich mit ihm in den Untiefen des Bundestages zu verschanzen. Die Geisel ist ausgerechnet der CDU-Hinterbänkler Heinz Güdderath (Stefan Martin Müller) und der findet zunehmend Gefallen an seiner neuen Rolle.

Debatte in einer bunten, witzigen und temporeichen Revue

Da sitzen die Drei nun in einem überfüllten Materialraum des deutschen Parlaments und debattieren in einer bunten, witzigen und temporeichen Revue mit vielen Nummern und Songs über deutsche und deutsch-deutsche Befindlichkeiten zwischen Klimafrust und Bildungsnotstand. Aber auch die aktuellen Kriegswirren in der Ukraine nehmen die Drei aufs Korn, allerdings nur kurz. „Was macht Altkanzler Schröder bei Putin. Wird der Hahn von Nordstream 2 abgedreht“, fragt sich das Trio. Die Entführer stellen Forderungen. Doch mehr als ein leeres weißes Blatt Papier bleibt nicht übrig. Erst Güdderath bringt das Duo auf die Idee, eine Liste zu erstellen.

Doch für die Entführung fühlt sich weder Verfassungsschutz noch der Ordnungsdienst des Bundestages zuständig .Güdderath kommt bei seinem telefonischen Hilferuf in die Warteschleife. Die Politik ist zu sehr mit sich beschäftigt und letztlich stellt sich heraus, dass Güdderath nur ein Hinterbänkler ist.

Zuschauer spendieren lautstark und reichlich Szenenapplaus

Der sieht nun seine Chance durch seine Entführung ins Rampenlicht zu kommen. Zunehmend findet er Gefallen an der neuen Rolle. Bis die Spezialeinheit GSG9 eintrifft, diskutieren Täter und Opfer über die Verhältnisse in unserem Land. Vom Einfluss der Lobbyisten, über die Klimakrise, Pflegenotstand bis hin zu fehlenden Zustimmung von Diakonie und Caritas beim Tarifvertrag für Pflegekräfte, wobei auch die Kirche ihr Fett abbekommt.

Lachsalven vom Publikum gab es für den Auftritt von Anton Hofreiter (Stefan Martin Müller) auf dem Laufsteg, dem kubanischen Choreographen und Model Jorge Alexis Gonzales (Sebastian Wirnitzer) und Nancy Spiller als Heidi Klum. In vielen Nummern und Songs fragen sich die Drei: „Wie kann sich ein Fotomodell noch ohne schweren Gewissensbisse auf einem diesellaufenden SUV lustlos räkeln?“

Die Zuschauer spendierten lautstark und reichlich Szenenapplaus, die drei Künstler haben in ihren Rollen wunderbar gespielt. Musikalisch begleitet wurde das Trio von Friedemann Matzeit und Guio Raschke am Klavier.

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