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Bilder, die Standpunkte verändern sollen: Sonja Koczula stellt in Lohne aus

Die Ausstellung der Künstlerin ist von Freitag an in der Lohner Wassermühle zu sehen. Ihre Bilder sind von abstrakten Formen geprägt. OM-Online erklärt sie, wie ihre Bilder zu verstehen sind.

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Stellt in Lohne aus: Sonja Koczula hat während der Corona-Pandemie ihren Kunststil leicht verändert. Viele Bilder sind nun geprägt von Farben. Foto: J. Scholz

Stellt in Lohne aus: Sonja Koczula hat während der Corona-Pandemie ihren Kunststil leicht verändert. Viele Bilder sind nun geprägt von Farben. Foto: J. Scholz

Mit einer Zeitung fängt bei Sonja Koczula alles an. Sie blättert und sucht nach Bildern. Gefällt ihr eines, dann kommt eine Schere ins Spiel. Die Schattenrisse der Formen kopiert sie. Danach geht es für die Bilder in eine der vielen Mappen. "Das sind meine Schatzkammern", sagt die 45-jährige Künstlerin aus Hamburg. Am Ende entstehen aus diesen Schätzen die Kunstwerke von Koczula. Abstrakt, mit einer ganz eigenen Dynamik.

Ab Freitag (20. Mai) sind einige ihrer Werke in der Lohner Wassermühle zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung "Spannungsräume, Zeichnungen und Malerei", zeigt die Künstlerin bis zum 26. Juni (Sonntag), was sie in den vergangenen Jahren erschaffen hat.

"Lohne ist fast Heimat für mich", sagt die gebürtige Osnabrückerin. Die Wassermühle als Aufstellungsort habe ihr sofort gefallen. Nach 2 Jahren ziemlicher Ausstellungspause freue sie sich sehr nun wieder ausstellen zu können. Sie habe in den vergangenen Jahren viel Zeit in ihrem Atelier verbracht, erzählt Koczula. "Ich habe mich zurückgezogen und ausprobiert", sagt die 45-Jährige. Ihr Kunststil habe sich in dieser Zeit verändert. Es seien mehr Farben dazugekommen. Auch mit neuen Materialien, wie etwa Bienenwachs, habe sie experimentiert.

Koczulas Bilder sollen für den Betrachter eine Herausforderung darstellen

Koczula ist wichtig, dass ihre Arbeiten nichts Konkret-Gegenständliches darstellen. "Ich finde es spannend, an diesem Grad zwischen noch lesbar und schon unlesbar zu arbeiten", erklärt die Künstlerin. Ihre Bilder sollen eine Herausforderung darstellen. Es sei spannend, zu sehen, ob der Betrachter das Original wiedererkenne. Oft werden neue Formen von diesen gefunden. Das sei eines ihrer Ziele.

Die Reaktionen der Betrachter sind laut Koczula unterschiedlich. Einige seien erschlagen von ihren Bildern. Andere finden nach Jahren noch neue Formen. Ein Tipp: Um manche von Koczulas Bilder zu verstehen, lohnt es sich, an diese nah heranzutreten. Erst dann werden einzelne Elemente sichtbar. Die oft großformatigen Ölbilder entstehen in Serien, wobei der Boden des Ateliers die entscheidende Arbeitsfläche bilde.

Die finalen Vorbereitungen laufen: Ab Freitag sind die Bilder von Sonja Koczula kostenlos in der Lohner Wassermühle zu sehen. Foto: J. ScholzDie finalen Vorbereitungen laufen: Ab Freitag sind die Bilder von Sonja Koczula kostenlos in der Lohner Wassermühle zu sehen. Foto: J. Scholz

"Ich möchte mit meinen Bildern zum Nachdenken anregen", sagt die 45-Jährige. Sie wünsche sich, dass ihre Betrachter eine Position einnehmen und sich mit dem Bild auseinandersetzen. Es sei von ihr gewollt, dass der Betrachter immer wieder etwas Neues sehe. Diese Sichtweise erhoffe sie sich auch von den Besucherinnen und Besuchern der Wassermühle. Es gehe darum, nicht eindimensional zu denken, sondern immer wieder auch andere Standpunkte zuzulassen und die eigenen Positionen zu überprüfen.

Die Künsterlin hat in der Vergangenheit viel im Ausland ausgestellt

Koczula hat zu Beginn ihrer Karriere viel im Ausland ausgestellt. Ägypten, Finnland oder auch die USA waren Stationen. Nachdem sie ihre neue Heimat in Hamburg gefunden habe, habe sie sich auf das Inland konzentriert. "Koczula konnte sich mit ihren Arbeiten im Vorstand und Beirat gegen eine Vielzahl von Bewerbern durchsetzen", betont Dr. Gertrud Landwehr, Vorsitzende des Kunstvereins "Die Wassermühle".

Die Hamburger Künstlerin Koczula studierte Kunst mit den Schwerpunkten Malerei, Zeichnung und Lithografie und Literaturwissenschaften an der Universität Osnabrück. Seit 2003 ist sie freischaffend als Künstlerin tätig. Daneben arbeitet sie in verschiedenen Bildungseinrichtungen als Dozentin für Malerei und seit 2007 als Künstlerin für das MUSE-Programm der Yehudi-Menuhin-Stiftung in Hamburg.


Fakten:

  • Die Ausstellung wurde von der Oldenburgischen Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.
  • Die Ausstellung wird am Freitag (20. Mai) um 20 Uhr von Dr. Jörg Sommer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Die Wassermühle“, eröffnet.
  • Eine Einführung in die Kunst von Sonja Koczula gibt der Münsteraner Kunstexperte Eric C. Erbacher.
  • Die Schau ist an 3 Tagen in der Woche geöffnet: mittwochs und samstags jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr.
  • Die Ausstellung ist bis zum 26. Juni (Sonntag) in Lohne zu sehen.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Mehr zum Kunstverein "Die Wassermühle" gibt es online unter www.kunstkreis-wassermuehle.de.

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