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Besucher dürfen entscheiden: Wer wird Nr. 1000?

Im Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn kann die Inventarisierungsnummer 1000 vergeben werden. Drei infrage kommende Objekte stehen in einer von Studierenden konzipierten Ausstellung zur Wahl.

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Ausstellungsmacher: Gemeinsam mit Hilke Ostendörp (von links) und Museumsleiterin Antje Hoffmann haben die Studierenden Johanne Jordan, Denise Neumann, Julia Lehmann, Daniel Gmähle, Eyke Foraita und Ruoqi Gu die Ausstellung "1000 & Moor" konzipiert und realisiert. Foto: Stix

Ausstellungsmacher: Gemeinsam mit Hilke Ostendörp (von links) und Museumsleiterin Antje Hoffmann haben die Studierenden Johanne Jordan, Denise Neumann, Julia Lehmann, Daniel Gmähle, Eyke Foraita und Ruoqi Gu die Ausstellung "1000 & Moor" konzipiert und realisiert. Foto: Stix

999 Objekte stehen bereits in den Inventarverzeichnissen des Moor- und Fehnmuseums Elisabethfehn. Welches Objekt die symbolträchtige Nummer 1000 bekommt, dürfen die Besucherinnen und Besucher zwischen dem 27. Juli und dem 9. Oktober selbst entscheiden. Zur Auswahl stehen drei Objekte, die von sechs Studierenden des Masterstudiengangs "Museum und Ausstellung" der Universität Oldenburg als Querschnitt aus der Museumssammlung ausgewählt wurden.

Die Objekte sind Mittelpunkt der von den Studierenden konzipierten und realisierten Ausstellung "1000 & Moor: Inventarisierung im Moor- und Fehnmuseum". "Bei der Auswahl der drei Objekte haben wir überlegt, was typisch ist für die Region und was einen gewissen Wow-Faktor haben könnte", sagt Eyke Foraita aus dem Studierendenteam. Entschieden haben sich die Studierenden letztlich für eine Aalforke und zwei Pferdetrippen als regionaltypische Gegenstände. Pferdetrippen etwa sind dicke Holzscheiben, die Arbeitspferden unter die Hufe geschnallt wurden, damit sie auf morastigen Untergründen, vorwiegend in Moorlandschaften, besseren Halt finden.

Zur Inventarisierung gehört auch die Objektgeschichte

Hinzu kommt ein altes Waffeleisen, für das es keine weiteren Informationen gibt. "Das finden wir einfach sehr spannend, weil man da wunderbar Objektrecherche betreiben kann", sagt Denise Neumann. Denn zur Inventarisierung gehört auch, soweit bekannt, die Geschichte des Objektes, seinen Verwendungszweck sowie Herstellungszeitraum und -ort aufzuschreiben. "In 99 von 100 Fällen gelingt uns das auch", sagt Museumsleiterin Antje Hoffmann.

Im Wettbewerb: Die Pferdetrippen sind einer der Anwärter auf die Inventarnummer 1000. Foto: StixIm Wettbewerb: Die Pferdetrippen sind einer der Anwärter auf die Inventarnummer 1000. Foto: Stix

Damit ein Objekt in die Museumssammlung aufgenommen wird, muss es neben einer Geschichte auch eine Verbindung zur Region sowie einen inhaltlichen Bezug zu den Themen des Museums haben. Die wichtigste Quelle für die Objektgeschichte seien die Spender der Gegenstände, erläutert Hilke Ostendörp, die für die Inventarisierung der Museumssammlung verantwortlich ist. "Viele können genau erzählen, wem das Objekt gehört hat, wofür es eingesetzt wurde, wo es herkam, wie lang es genutzt wurde und so weiter", sagt sie. "Oft aber fehlen diese Informationen auch, etwa wenn es ein Dachbodenfund ist, zu dem niemand im Haus mehr eine Beziehung hat."

Baumwollhandschuhe und Paraloid B 72 gehören zu den wichtigsten Utensilien der Inventarisierung

Die inhaltliche Arbeit mit dem Objekt, zu der auch eine genaue Beschreibung samt Maßangaben gehört, wird bei der Inventarisierung durch akkurate Handarbeit ergänzt. Baumwollhandschuhe und Paraloid B 72 gehören dabei zu den wichtigsten Utensilien. Ohne die Handschuhe sollte ein Museumsobjekt tunlichst nicht angefasst werden, das Paraloid wiederum macht einen Gegenstand letztlich erst zum Museums- oder Sammlungsobjekt: Mit dem Flüssigkleber wird an einer in der Ausstellung nicht sichtbaren Stelle des Objekts ein kleines Schild mit der Objektnummer aufgeklebt. Erst dadurch kann der Gegenstand inventarisiert, also mit den dazu gehörenden Informationen und mit seinem Standort in der Datenbank verknüpft werden.

Die Kooperation des Moor- und Fehnmuseums mit der Uni Oldenburg läuft seit 6 Jahren. "Wir sind seit 2016 Praxismuseum der Uni für den Masterstudiengang Museum und Ausstellung", erläutert Hoffmann. Das Haus in Elisabethfehn wird von den Studierenden gerne gewählt. "Es macht Spaß, ein Projekt nicht nur zu begleiten, sondern zu beginnen und dann auch zum Abschluss zu bringen", sagt Foraita. Und das sei an kleineren Häusern eher möglich. "An großen Museen dauert jedes Projekt ziemlich lange, die sind nicht so beweglich." Am Moor- und Fehnmuseum dagegen haben die Studierenden in knapp 2 Monaten eine Ausstellung konzipiert und realisiert, ein Plakat und eine Broschüre entworfen sowie die Inventarisierungsarbeit kennengelernt.


Fakten

  • Die Ausstellung "1000 & Moor: Inventarisierung im Moor- und Fehnmuseum" wird am Mittwoch (27. Juli) eröffnet und läuft bis zum Beginn der Winterpause, am 31. Oktober.
  • Am 9. Oktober (Sonntag) können die Besucherinnen und Besucher letztmals mit einem Stimmzettel darüber abstimmen, welches der drei Objekte die Inventarnummer 1000 erhält.
  • Die Auszählung der Stimmen ist für den 10. Oktober (Montag) geplant.
  • Das Museum hat dienstags bis sonntags und feiertags
    von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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