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Bernd Tabeling blickt auf die Geschichte der Ahlhorner Fischteiche

Der Fischwirtschaftsmeister arbeitete zwischen 1970 und 2003 in der 1906 gegründeten Teichwirtschaft. Heute ist das Gelände ein Naturschutzgebiet und ein wasserbauliches Denkmal.

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Bernd Tabeling setzt sich für das "Naturparadies" ein. Foto: Heinzel

Bernd Tabeling setzt sich für das "Naturparadies" ein. Foto: Heinzel

Natur und Geschichte faszinierten Bernd Tabeling schon immer. Dabei haben es ihm die Ahlhorner Fischteiche besonders angetan. Eilert Tantzen nannte sie 2006 in seinem im Jahrbuch des Oldenburger Münsterlandes erschienenen Aufsatz „ein von Menschenhand geschaffenes Naturparadies“. Denn: Die Fischteiche sind ein „wasserbauliches Kulturdenkmal“, ein Naturschutzgebiet und gehören zu den niedersächsischen Landesforsten.

Die Ahlhorner Fischteiche haben eine wechselvolle Geschichte, die Bernd Tabeling miterlebt hat; beispielsweise an die Folgen des Orkans von 1972 erinnert er sich gut. Die Begeisterung des 80-jährigen Cloppenburgers für die Fischteiche begann bereits 1959. Damals übernahmen seine Eltern einen Pachthof in Beverbruch. 800 Meter hinter dem Haus begann die Teichwirtschaft, erzählt Bernd Tabeling. Der damals 17-Jährige ging immer sonntags auf „Entdeckungstour“ und lernte so die Teichwirtschaft und ihre Geschichte kennen. Im Januar 1970 begann er dort seine Ausbildung; zum Ende des Jahrzehnts machte er seinen Fischwirtschaftsmeister. Im Alter von 61 Jahren ging der Cloppenburger 2003 in den Ruhestand.

Bernd Tabeling berichtet, dass sie vor allem Zander, Karpfen und Forellen gezüchtet und an Privatzüchter wie etwa Angelvereine verkauft hätten. Geliefert wurde von der Ems bis nach Stade oder an die Möhnetalsperren. „Das war ein gutes Geschäft. Wir produzierten Qualität“, meint Bernd Tabeling rückblickend. Konkurrenz sei erst in den 1990er Jahren aufgekommen. „Das hatte einen Preisverfall zur Folge“, so Tabeling. Und heute? „Fischwirtschaft passiert im Osten.“ In Polen, Tschechien oder der Lausitz.

Laut Forstpraxis investierten die Landesforsten aktuell in die Modernisierung der Teichwirtschaft und ihrer teilweise historischen Gebäude, um sie auch in Richtung Erholung und Freizeit weiterzuentwickeln. Dies sieht Bernd Tabeling kritisch. Er meint, die Konzentration auf wirtschaftliches Denken und Handeln gefährde die über Jahrzehnte entstandene Flora und Fauna der Fischteiche.

Bernd Tabeling forscht zu den Ahlhorner Fischteichen. Foto: HeinzelBernd Tabeling forscht zu den Ahlhorner Fischteichen. Foto: Heinzel

Zur Geschichte: Die Ahlhorner Fischteiche entstanden ab 1906 auf Betreiben des Landeskulturfonds des damaligen Großherzogtums Oldenburg. Das Ziel sei die Verbesserung des kargen Bodens für die Entstehung eines Waldes gewesen, sagt Bernd Tabeling. So sei die Fischwirtschaft, die 1907 in Betrieb genommen wurde, durch die Erhöhung des Wasserpegels möglich geworden. Eilert Tantzen berichtet, dass das Ganze überwiegend in Handarbeit – auch von Straf- und Kriegsgefangenen sowie später dem Reichsarbeitsdienst (RAD) entstanden ist.

Der ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins Cloppenburg hat sich laut eigener Aussage intensiv mit der Geschichte der Ahlhorner Fischteiche auseinandergesetzt und viel Material angehäuft. Seiner Einschätzung nach ist das Gelände der Ahlhorner Fischteiche nicht für eine gute und profitable Fischwirtschaft geeignet. „Es ist nicht der Boden dafür“, sagt der Fischwirtschaftsmeister. Er sei zu wasserdurchlässig und produziere zu wenig Nährstoffe. Eilert Tantzen bezeichnet die Ertragssituation der Teichwirtschaft ebenfalls von Anfang an als angespannt.

Heute sei Wassermangel ein Problem der Teichwirtschaft. Das schreiben auch die Landesforsten auf ihrer Homepage. Eine Situation, die auch durch den in den letzten Jahren ausbleibenden Winter verschärft werde, sagt Bernd Tabeling. Früher hätte der schmelzende Schnee langsam Wasser an den Boden abgegeben und dessen Austrocknung verhindert. Der Fischwirtschaftsmeister will über die Gesamtproblematik, ihre Ursachen und Folgen informieren sowie aufmerksam machen, um das Naturparadies zu schützen und zu erhalten.

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