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Beate Luhmann erklärt, was eine Kirchliche Büchereiassistentin tut

Die Lohnerin steht vor dem Abschluss ihrer Weiterbildung. Ziel des Kurses ist es, zukunftsfähige Konzepte für die eigene Einrichtung zu entwickeln. Über Buchtrends informiert sie sich via BookTube.

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Sie will vor allem Kindern die Freude am Lesen vermitteln: Seit 2013 engagiert sich Beate Luhmann in der Bücherei St. Gertrud in Lohne. Aktuell absolviert die 50-Jährige eine Weiterbildung zur Kirchlichen Büchereiassistentin. Foto: Timphaus

Sie will vor allem Kindern die Freude am Lesen vermitteln: Seit 2013 engagiert sich Beate Luhmann in der Bücherei St. Gertrud in Lohne. Aktuell absolviert die 50-Jährige eine Weiterbildung zur Kirchlichen Büchereiassistentin. Foto: Timphaus

Gegenwartsliteratur ist Beate Luhmanns Ding. Historische Schmöker oder Liebesgeschichten haben es der Lohnerin angetan. Manchmal darf es auch ein Krimi sein, aber bloß nicht zu blutig. Bücher spielen in ihrem Leben seit jeher eine zentrale Rolle. Die 50-Jährige engagiert sich seit 2013 in der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Gertrud. Jetzt hat sie ihre Kenntnisse vertieft und steht kurz vor dem Abschluss einer Weiterbildung zur Kirchlichen Büchereiassistentin.

Als Mutter von 3 Söhnen habe sie die Lohner Einrichtung am Rixheimer Platz viele Jahre als Kundin regelmäßig besucht. "Mir hat schon immer die tolle Atmosphäre gefallen", sagt Luhmann. Irgendwann sei in ihr der Entschluss gereift, sich selbst einzubringen. "Eine Gesellschaft funktioniert nur durch ehrenamtliches Engagement. Ich möchte meinen Beitrag leisten."

Sie hat ihre Entscheidung nicht bereut. "Wir haben ein tolles Team. Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit." Sie lobt Büchereileiterin Mechthild Bornhorn, die eine vorbildliche Chefin sei, weil sie alle mitnehme und großen Wert auf Gemeinschaft lege.

Als Bücherwurm würde sich Beate Luhmann nicht bezeichnen. Dennoch spielt das uralte Medium eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Foto: TimphausAls Bücherwurm würde sich Beate Luhmann nicht bezeichnen. Dennoch spielt das uralte Medium eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Foto: Timphaus

Seit dem 1. Mai ist sie nebenamtlich beschäftigt

Bornhorn war es auch, die sie dazu ermunterte, sich zur Kirchlichen Büchereiassistentin weiterzubilden. "Als feststand, dass Annette Tillesch im April in den Ruhestand geht, hat Mechthild mich gefragt, ob ich die Nachfolge antreten möchte", berichtet Luhmann, die sich nach eigenen Angaben über die Anfrage gefreut habe. 

Die Lohnerin macht sonst die Buchhaltung für ihren Mann Max, der in Holdorf in der Logistikbranche selbstständig ist. "Beide Tätigkeiten lassen sich aufgrund der flexiblen Zeiteinteilung gut miteinander verbinden. Also habe ich zugesagt." Seit dem 1. Mai ist sie nun regelmäßig mit 15 Wochenstunden nebenamtlich beschäftigt.

Ziel ist es, zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln

Die Weiterbildung zur KiBüAss, wie es oft heißt, findet als Blended Learning – dabei handelt es sich um eine Lernform mit Präsenz- und Onlinephasen – über einen Zeitraum von einem Jahr statt. Sie richtet sich an Büchereimitarbeiterinnen, die ihre Kompetenzen für die Büchereiarbeit ausbauen und vertiefen möchten. Der Kurs vermittelt bibliothekspraktische Inhalte sowie Wissen zu verschiedenen Literaturbereichen, mit dem Ziel, zukunftsfähige Konzepte für die eigene Bücherei zu entwickeln.

Der Kurs beinhaltet unter anderem Themengebiete wie Bestandsaufbau und -präsentation, Finanzierung der Bücherei, Öffentlichkeits- und Veranstaltungsarbeit, Medientrends sowie den Umgang mit verschiedenen Literaturgenres. Nach dem Abschluss erhalten Teilnehmer einen Leistungsnachweis und ein Zertifikat.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte Luhmann nur einmal die Gelegenheit, nach Würzburg ins Exerzitienhaus Himmelspforten zu reisen, wo die vom Borromäusverein – dem Dachverband der Katholischen Öffentlichen Büchereien in Deutschland – organisierten Präsenzkurse stattfinden. "Wir waren 20 Teilnehmerinnen zwischen 30 und 60 Jahren. Es war ein toller Austausch. Ich habe aus Würzburg ein schönes Köfferchen an Erfahrungen und neuem Wissen mitgenommen", sagt Luhmann. Eine Prüfung muss sie nicht ablegen, aber nach jedem Block eine Hausarbeit schreiben. "Mitte Juli bin ich fertig." 

Beate Luhmann will "enkeltauglich" leben

Lesen ist für Luhmann essenziell. Sie hebt die Verbesserung sozialer Kompetenzen, die erhöhten Verknüpfungen im Gehirn und die Förderung von Empathie und Kreativität hervor. Sie betont den Aspekt der Nachhaltigkeit. "Es gibt kaum ein Hobby, das so wenig Ressourcen verbraucht – dank der Büchereien." Sie spricht vom "enkeltauglichen Leben", wider der Wegwerfkultur. Für die Lohnerin ist Lesen auch ein Gemeinschaftserlebnis für Jung und Alt. "Großeltern lesen beispielsweise ihren Enkeln vor."

Und wie beschreibt die Büchereimitarbeiterin ihr eigenes Leseverhalten? Luhmann sagt, sie sei nicht unbedingt jemand, der 5 Bücher pro Woche lese. "Es gibt das Klischee, dass jemand, der in einer Bücherei arbeitet, viel lesen muss. Das stimmt nicht. Es geht auch darum, sich mit Literatur und dem Medium Buch zu beschäftigen." Sie selbst informiere sich viel via BookTube, einer Untergruppe der YouTube-Community, über Novitäten und Trends. 

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