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Bauernhof bietet Platz zum Kreativsein

In Kneheim hat sich eine kleine Künstlergemeinschaft entwickelt. Mit Stefanie Taubenheim fing alles an. Auf dem Hof Ottenweß hat sie den idealen Ort zum Arbeiten gefunden.

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Viel Platz: Stefanie Taubenheim hat im ehemaligen Hofcafé von Anton Ottenweß ihr Atelier eingerichtet. Fotos: Meyer

Viel Platz: Stefanie Taubenheim hat im ehemaligen Hofcafé von Anton Ottenweß ihr Atelier eingerichtet. Fotos: Meyer

„Malen ist Medizin“, sagt Stefanie Taubenheim. In den vergangenen Corona-Monaten hatte sie die heilende Wirkung nur an sich selbst spüren können. Sämtliche Kurse, die die freischaffende Künstlerin im Frühjahr ausschrieb, fielen flach. Doch das soll sich bald ändern.

Vor vier Jahren hatte sich die Cloppenburgerin beruflich selbstständig gemacht. Zuvor leitete die gelernte Raumausstatterin mit Meistertitel Kreativkurse in Einrichtungen der Caritas. Auf der Suche nach einem eigenen Atelier stieß sie 2017 auf eine Zeitungsanzeige. Der Kneheimer Landwirt Anton Ottenweß bot darin sein ehemaliges Hofcafé zur Miete an. „Eigentlich war es mir zu groß“, gibt Taubenheim zu. Schließlich griff sie doch zu und hat es nicht bereut. „Kunst braucht Platz“, sagt die 45-Jährige nun und lacht. Ihre Kursteilnehmer seien von der Atmosphäre auf dem idyllisch gelegenen Bauernhof ohnehin begeistert.

Idyllisch: Der Hof bietet den Künstlern auch einen großen Garten.Idyllisch: Der Hof bietet den Künstlern auch einen großen Garten.

Inzwischen hat sich eine richtige kleine „Künstlerkolonie“ gebildet. Die Bildhauerin Christina Kramer-Künnen und Kunstschmiedin Käthe Fraas kamen hinzu. Er könne aber noch mehr Kreative aufnehmen, sagt Anton Ottenweß. Er selbst kümmert sich um den Erhalt der Gebäude und gestaltet sie mit Liebe zum Detail. In seinem parkähnlichen Garten lässt Ottenweß dagegen die Natur an der langen Leine. „Ich pflege die Wege und mähe den Rasen. Alles andere wächst ja von allein“, sagt er.

Taubenheim bietet Malkurs für Mütter und Kinder ab

Die Corona-Krise hat Freischaffende wie Stefanie Taubenheim besonders hart erwischt. Zum Glück ist sie breit aufgestellt und muss nicht nur von ihren Kursen leben. Auftragsarbeiten und der Verkauf ihrer eigenen Werke hielten sie zuletzt über Wasser. Jetzt feilt sie am Neustart.

Unter anderem bietet sie einen Malkurs für Mütter und Kinder sowie Kunstlehrgänge für Firmenmitarbeiter und Kleingruppen an. Am liebsten sind ihr die zweitägigen Seminare. „Da habe ich Zeit, auf die Teilnehmer einzugehen.“ Diese seien immer wieder erstaunt darüber, was sie am Ende mit ihren eigenen Händen hervorgebracht haben. „Wichtig ist, sich zu trauen. Malen kann nämlich jeder“, betont die Cloppenburgerin.

Kreative Ideen kommen in der Nacht

Die vergangenen Wochen nutzte Taubenheim auch für ein neues Projekt. Gemeinsam mit Josef Bührmann von der Lastruper Fotowerkstatt drehte sie kleine Videos über ihr Schaffen. Der 72-Jährige schneidet die kurzen Streifen jetzt für das Internet fertig. Die Arbeit mit Taubenheim macht dem preisgekrönten Fotografen Spaß. Für Künstlerinnen wie sie hat er viel übrig. „Sie hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt und sich von allen Zwängen befreit."

Von dem Zwang, stets kreativ sein zu müssen, einmal abgesehen. Die Ideen ploppen meist nachts auf. „Dann muss ich sie schnell aufschreiben, um sie nicht gleich wieder zu vergessen“, sagt Taubenheim. Morgens sei sie dann zwar müde, aber um einen oder gleich mehrere Einfälle reicher. Und dafür lohne sich das Aufstehen immer.

Bei der Arbeit: Josef Bührmann begleitet Stefanie Taubenheim mit der Kamera. Foto: MeyerBei der Arbeit: Josef Bührmann begleitet Stefanie Taubenheim mit der Kamera. Foto: Meyer

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