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Barßeler "Startisten" spielen französische Drogendealer in der Kulturscheune

Die Komödie "Paulette" begeistert das Publikum in der Kulturscheune in Carolinenhof. Der Hauptdarstellerin Meike Thoben ist die Rolle auf dem Leib geschneidert.

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Spielen groß auf: (von links) Mirjam Eberlei, Stefan Baumann, Jana Eberlei und Meike Thoben bringen dem Publikum den französischen Humor näher. Foto: M. Passmann

Spielen groß auf: (von links) Mirjam Eberlei, Stefan Baumann, Jana Eberlei und Meike Thoben bringen dem Publikum den französischen Humor näher. Foto: M. Passmann

Mit langem Applaus haben die Zuschauer in der Kulturscheune auf dem Carolinenhof am Samstagabend das Barßeler Theaterensemble „Die Startisten“ um Meike Thoben als mit Haschisch dealende Oma Paulette verabschiedet. Liebevolle Details, wie die bezaubernde französische Musik, ein ausgetüfteltes Bühnenbild, liebevoll herausgearbeitete Charaktere und knallharte Dialoge verleiten nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken. Der kräftige Beifall nach dem großen Premieren-Finale bestärkte den Eindruck, den man während der Vorstellung gewinnen konnte.

Das Publikum war von der französischen Komödie „Paulette“ begeistert. Zu verdanken ist dies den schauspielerischen Leistungen der Laiendarsteller, wenn man überhaupt von „Laien“ sprechen kann. Was die „Statisten“ auf die Bühne brachten, ist eher mit „professionell“ zu bezeichnen. Eine Darstellerin oder einen Darsteller hervorzuheben, würde den anderen in ihrer Rolle nicht gerecht werden. Doch mit Hauptdarstellerin Meike Thoben war die Rolle als Oma Paulette hervorragend besetzt. Während des gesamten Stückes ist sie auf der Bühne. Kaum eine Pause zum Luft holen. Immer textsicher und glänzend in der Darstellung von Mimik und Gestik.

Sieht sich der Konkurrenz ausgesetzt: Die Drogendealer Idriss und Tara wollen Paulette (Mitte) aus dem Geschäft drängen. Foto: PassmannSieht sich der Konkurrenz ausgesetzt: Die Drogendealer Idriss und Tara wollen Paulette (Mitte) aus dem Geschäft drängen. Foto: Passmann

Im Kern geht es in dieser Komödie um die Überwindung von Altersarmut, sozialer Ausgrenzung, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Wer sagt denn, dass Geld nicht doch glücklich machen kann? Oma Paulette, die früher mit ihrem Mann ein Restaurant führte, muss von Grundsicherung leben, ist verbittert, bösartig und extrem rassistisch. Sie nennt ihre Enkelin Helga (Lea Thoben) „Nazikind“. Entsprechend unterkühlt ist das Verhältnis zu ihrer Tochter Estelle (Jana Eberlei). Als der Gerichtsvollzieher (Katja Pagel) auch noch die Möbel pfändet, reicht es.

In dieser Situation kommt Paulette durch einen Zufall auf eine ungewöhnliche Idee: Sie will es den jugendlichen Dealern ihres Viertels gleichtun und mit dem Verkauf von Marihuana ihre Kasse auffüllen. Der Großdealer Vito (in Doppelrolle Katja Pagel) nimmt die alte Frau zwar nicht ernst, gibt ihr aber trotzdem eine Chance. Und siehe da: Bald kann Paulette, die kein Polizist (Mirco Winterberg) mit Drogen in Verbindung bringen würde, beachtliche Verkäufe vorweisen. Der Erfolg sorgt auch für Neid.

Drogendealer wollen Paulette aus dem Weg haben

Mit einem Raubüberfall wollen Dealer wie Idriss und Tara (Oliver Pekeler) sie aus dem Geschäft drängen. Aber Paulette besinnt sich ihrer alten Talente als Zuckerbäckerin und verarbeitet das verbliebene Marihuana zu Haschplätzchen, unterstützt von ihren beiden Freunden Lucienne (Mirjam Eberlei) und Gérard (Stefan Baumann). Durch ihren neuen Job beginnt Paulette sich charakterlich zu wandeln. Hinter einer rassistischen Menschenfeindin kommt eine freundliche Dame mit Sinn für Humor zum Vorschein. Die es dann auch ablehnt, Drogenkekse an Grundschulen zu verkaufen. Als Höhepunkt macht sich eine scheinbar schwer bewaffnete Bande alter Damen auf, die von der Mafia entführte kleine Helga zu befreien.

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