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Barßeler "Startisten" brillieren mit französischem Humor

Die Laienspieler und Spielerinnen bringen die französische Komödie "Paulette" zurück in die Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof. Im Mai sind weitere Aufführungen geplant.

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Gekonnt in Szene gesetzt: Die Darbietung der Komödie „Paulette“ der Barßeler "Startisten" bringt die Zuschauer in der Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken. Foto: Passmann

Gekonnt in Szene gesetzt: Die Darbietung der Komödie „Paulette“ der Barßeler "Startisten" bringt die Zuschauer in der Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken. Foto: Passmann

Mit langem Applaus haben die Zuschauer in der Kultur-Scheune auf dem Carolinenhof das Barßeler Theaterensemble „Die Startisten“ um Meike Thoben als mit Haschisch dealende Oma Paulette bedacht. Kleine Details, wie die bezaubernde französische Musik, ein ausgetüfteltes Bühnenbild, liebevoll herausgearbeitete Charaktere und knallharte Dialoge verleiten nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken. Der kräftige Beifall nach dem großen Finale bestärkte den Eindruck, den man während der Vorstellung gewinnen konnte: Das Publikum war von der französischen Komödie „Paulette“ begeistert.

Die Darsteller glänzten mit ihrer Darbietung. Altbewährte Schauspieler standen auf der Bühne in der Kultur-Scheune. Aber es gab mit Laura Gollek als „Estelle“ und Clara Saeftel als „Helga“ auch zwei Neulinge.

Im Kern geht es in dieser Komödie um die Überwindung von Altersarmut, sozialer Ausgrenzung, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Oma Paulette (Meike Thoben), die früher mit ihrem Mann ein gut laufendes Restaurant führte, muss von Grundsicherung leben, ist verbittert, bösartig und extrem rassistisch. Sie nennt ihre Enkelin Helga (Clara Saeftel) „Nazikind“.

Entsprechend unterkühlt ist das Verhältnis zu ihrer Tochter Estelle (Laura Golek). Um ihr Einkommen zu erhöhen, wird Paulette zur Drogendealerin. Durch ihren neuen Job beginnt sie, sich charakterlich zu wandeln. Hinter einer rassistischen Menschenfeindin kommt eine freundliche, gut gelaunte Dame mit Sinn für Humor zum Vorschein. Als Höhepunkt macht sich unter Paulettes Führung eine scheinbar schwer bewaffnete Bande alter Damen auf, die von der Mafia entführte kleine Helga zu befreien. Die Handlung nimmt ihren Lauf.

Ein Teil des Eintrittsgeldes ist für Ukraine-Hilfe in Barßel bestimmt

Es war eine Premiere der ganz besonderen Art: Zum ersten Mal in ihrer Historie brachten die Startisten mit „Paulette“ ein Stück zur Wiederauflage auf die Bühne. Die skurill-charmante Komödie war bei ihrer 1. Auflage im vergangenen Spätsommer innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Aufgrund der Corona-Auflagen konnte im letzten September die große Nachfrage nach Tickets nicht ansatzweise befriedigt werden. „Bereits am ersten Tag waren wir ausverkauft“, erinnert sich Meike Thoben, 1. Vorsitzende der Startisten, an die knapp 60 Tickets, die damals pro Veranstaltung aufgrund behördlicher Vorgaben nur verkauft werden durften. „Deshalb fassten wir den Entschluss, eine Wiederauflage für das Publikum zu starten“, so Ensemblemitglied Stefan Baumann. Nun sind weitere Aufführungen geplant.

Ein Teil des Eintrittsgeldes komme der Ukraine-Hilfe in Barßel zugute. Die Spende gehe jeweils zur Hälfte an die evangelische Kirchengemeinde in Elisabethfehn und an die katholische Kirchengemeinde in Barßel, so Baumann. „2014 haben wir in 'Sein oder Nichtsein' die kriegsbedingte Zerstörung des Polski-Theaters in Warschau hier auf der Bühne inszeniert und waren uns sicher, dass so etwas Teil unserer Geschichte, aber doch nicht Teil unserer Zukunft sein würde. Und nun gehen die Bilder vom zerstörten Theater in Mariupol um die Welt. Da müssen wir einfach etwas tun“, fasst Baumann den Entschluss des Ensembles zusammen.

  • Info: Weitere Aufführungen finden am 7., 13. und 20. Mai jeweils um 20 Uhr sowie am 8. Mai um 15 Uhr statt.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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