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Barrieren werden künftig visuell überwunden

Das Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn richtet Terminals für Besucher, die wegen ihrer Gehbehinderungen die Ausstellungen im Obergeschoss bislang nicht erleben konnten, ein.

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Zusatzangebot:  Antje Hoffmann (von links) und der Vorsitzende des Fördervereins, Hans  Eveslage,  stellten  die Planungen Silva Breher, Nils Anhuth und Ralph Schröder bei einem Rundgang vor.             Foto: mp

Zusatzangebot:  Antje Hoffmann (von links) und der Vorsitzende des Fördervereins, Hans Eveslage, stellten die Planungen Silva Breher, Nils Anhuth und Ralph Schröder bei einem Rundgang vor.             Foto: mp

Besucher mit Mobilitätseinschränkungen können einen Rundgang durch das Moor- und Fehnmuseum   Elisabethfehn nicht in vollen Zügen genießen. Insbesondere die Ausstellungen im Obergeschoss sind   für Menschen mit einer Gehbehinderung unerreichbar. Denn einen Fahrstuhl gibt es nicht. Doch das soll sich zumindest visuell ändern: Das Museum erhält zwei Computerterminals.

Der speziell für diese Gruppen von Menschen zusammengestellte visuelle Rundgang verzichtet bewusst auf Steigungen, Treppen und Schwellen. Unvermeidliche Barrieren können so auf der Route in einem übertragenen Sinne überwunden werden.   Seit Eröffnung der neuen Dauerausstellung würden sie immer wieder eine mehr oder weniger große Unzufriedenheit bei den Menschen mit Mobilitätseinschränkungen erleben, die die Abteilung „Leben mit dem Moor“, die ein relevanter Bestandteil des Museumsrundgangs ist, nicht berücksichtigen können. Das gelte gleichermaßen für die Sonderausstellungen. „Ihre Bekannten oder Verwandten können die Treppen hochgehen und sie müssen unten warten. Das ist unbefriedigend“, sagt Antje Hoffmann, Leiterin des   Museums.

Fahrstuhl oder Lift ist aus mehreren Gründen nicht möglich

Umso mehr freut sie sich, dass schon bald ein visueller Rundgang durch das Museum möglich ist. Möglich macht die Anschaffung eine Finanzspritze von 16.000 Euro aus dem Sofortprogramm für Heimatmuseen des Bundes. Weitere 5000 Euro gab es von der Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken und 1000 Euro vom Förderverein des Museums für das rund 22.000 Euro teure Projekt.

„Die fahrbaren Terminals stellen zwar keine optimale Lösung dar, weil das Gegenständliche beziehungsweise   das haptische Erleben ausbleibt, sie zeigen den Betroffenen aber, dass wir ihre Einschränkung ernst nehmen und im Rahmen des für uns Machbaren versuchen, Abhilfe zu schaffen“, erklärt die Museumsleiterin. Ab 2021 soll das Angebot stehen.

Im Fehnhaus werden die Inhalte aus dem Obergeschoss „Leben mit dem Moor“ in einen Touchscreen-Monitor eingepflegt. Für die Besucherterminals im Kanalwärterhaus, die die Inhalte der Sonderausstellungen präsentieren sollen, ist die Anlage eines Content Management Systems (CMS) sinnvoll. „Wir können hier alles selbst einpflegen, bearbeiten und organisieren“, sagt Hoffmann.

Auf einen Fahrstuhl oder Treppenlift habe das Museum bewusst verzichtet. Sowohl aus Platzgründen als auch wegen der räumlichen Anordnung. Und nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, denn ein solches Vorhaben hätte rund 80.000 Euro gekostet.

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