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Ausstellung in Goldenstedt macht sexualisierte Gewalt zum Thema

"Was ich anhatte..." ist der Titel einer Wanderausstellung. Zu sehen sind Kleidungsstücke, hinter denen tragische Geschichten steckt. Es geht um 12 Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben mussten.

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Inmitten der Kleidung: Marie Wilmes (Mitte), Tochter der Initiatorin, eröffnete die Wanderausstellung "Was ich anhatte..." in Goldenstedt. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, Irene Surmann (links), und das Goldenstedter Jugendparlament, hier vertreten durch die Vorsitzende Lilly Bramlage, setzten sich für den Halt der Ausstellung im Kreis Vechta ein. Foto: C. Meyer

Inmitten der Kleidung: Marie Wilmes (Mitte), Tochter der Initiatorin, eröffnete die Wanderausstellung "Was ich anhatte..." in Goldenstedt. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, Irene Surmann (links), und das Goldenstedter Jugendparlament, hier vertreten durch die Vorsitzende Lilly Bramlage, setzten sich für den Halt der Ausstellung im Kreis Vechta ein. Foto: C. Meyer

Wer derzeit in den Goldenstedter Ratssaal möchte, muss vorbei an Frauenkleidung. Hier ein Kleid, dort ein Schlafanzug – alles ganz gewöhnliche Stücke. Die sind Bestandteil der Wanderausstellung „Was ich anhatte…“, die noch bis zum 25. September (Sonntag) im Goldenstedter Rathaus zu sehen ist. Doch was zunächst so banal anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Hinter den 12 ausgestellten Outfits stecken 12 Geschichten unterschiedlicher Frauen. Sie berichten von ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt.

Mit der ausgestellten Kleidung – es handelt sich dabei um die Outfits, die die Betroffenen während des Übergriffs anhatten – soll gezeigt werden, dass ein sexueller Übergriff nicht stattfindet, weil eine Frau zu aufreizende Kleidung trägt. Deshalb auch der Titel der Ausstellung „Was ich anhatte…“, da Frauen nach Vergewaltigungen oft zuerst gefragt werden, was sie denn für Kleidung trugen, sagte Marie Wilmes im Rahmen der Ausstellungseröffnung.

Nach Goldenstedt wandert die Ausstellung Richtung Meppen weiter

Wilmes ist die Tochter von Beatrix Wilmes, die die Wanderausstellung konzipiert hat. Die Frage nach der Kleidung impliziere, dass die Betroffene selbst schuld an dem Vorfall sei. Dieses sogenannte „victim blaming“ entlasse den Täter aus seiner Verantwortung, mache ihn zu einem triebgesteuerten Opfer, erklärte Wilmes. Marie Wilmes stellte klar: Die Frau trägt aufgrund ihres Aussehens keine Mitschuld an dem Verbrechen.

Mit der Ausstellung wolle man anderen Betroffenen Mut machen, sagte Marie Wilmes. Den Frauen, die ihre Geschichten im Rahmen der Ausstellung erzählen, habe das Reden geholfen. Denn: „Schweigen schützt nur die Täter“, sagte Wilmes. Jede 3. Frau erlebe in ihrem Leben Gewalt. Das sei kein „Frauenproblem“, so Wilmes, sondern ein „gesellschaftliches“. Frauen bräuchten keine Beschützer, sondern Respekt und stellte klar: „Nur Ja heißt Ja.“

Zu sehen war die Ausstellung – die vom Projekt „Männerwelten“ (Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf) inspiriert wurde, wie Marie Wilmes sagte – unter anderem schon in Aachen, Dortmund, Köln oder Bayreuth. Die Ausstellung in Goldenstedt ermöglichte die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, Irene Surmann, gemeinsam mit dem Goldenstedter Jugendparlament. Nach dieser Station im Kreis Vechta wird „Was ich anhatte...“ auch in Meppen und Münster der Öffentlichkeit präsentiert.

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