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Ausstellung im Kaponier: "Sonnenaugen" betrachten die Besucher

Helmut Helmes stellt im Kaponier aus. Seine Gemälde bieten einen meist großflächigen Blick in die Natur.

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Landschaft 2020: Helmes ist sonntags im Kaponier anzutreffen. Foto: Stilkenböhmer

Landschaft 2020: Helmes ist sonntags im Kaponier anzutreffen. Foto: Stilkenböhmer

Sobald Besucher ins Innere der massiven Kaponier-Steinmauern gelangen, befinden sie sich nicht mehr in einem Raum, sondern in der Natur. Helmut Helmes gelingt es mit seinen Werken, Flora und Fauna zum Greifen nah auf die Leinwand zu bringen. Dies ist unter anderem auf die Größe der Gemälde zurückzuführen. Nicht wenige von ihnen umfassen rund 1,40 mal 1,70 Meter. Aber auch kleinere Gemälde mit Tieren gibt es.

Auch die Technik des Impastos trägt zur Präsenz der Motive in Öl auf Leinwand bei. „Ich arbeite gerne mit Ölfarbe und verdünne sie nicht, Pinsel benutze ich sehr selten“, erklärt der Künstler beim Vorstellen seiner haptischen Werke. Er arbeitet in seinem Atelier lieber mit der Hand und Einweghandschuhen, bevorzugt nah an der Leinwand.

Viele Motive von Wiesen sind zu sehen, aber auch von Bäumen

Die derzeitige Ausstellung trägt den Namen „Sonnenaugen“, es werden auch Landschaftsgemälde mit dem gleichnamigen Titel präsentiert. Viele Motive von Wiesen sind zu sehen, aber auch von Bäumen. Mehrere Werke werden durch einen roten Faden zusammengehalten: gelbe Aspekte im Farbauftrag. Sie sind hauptsächlich in Weidenblumen wiederzufinden. „Mir ist aufgefallen, dass die Blüten etwas Äugiges inne haben.“ Auf diese Weise ist Helmes übrigens auf den abstrakten Namen der Ausstellung gekommen.

Mit Hand und Handschuh: So arbeitet Helmut Helmes am liebsten an verschiedenen Größenformaten. Foto: StilkenböhmerMit Hand und Handschuh: So arbeitet Helmut Helmes am liebsten an verschiedenen Größenformaten. Foto: Stilkenböhmer

Ihm ist wichtig, dass den Besuchern Handlungs- und Interpretationsspielraum beim Beobachten der Gemälde bleibt. Die verschiedenen Perspektiven und Abstände zum Kunstwerk sind essenziell für Helmes' Verständnis. Deshalb lässt er offen, um welche Blumen es sich bei den gelben Wiesenblüten bei „Sonnenaugen II“ genau handelt.

Auch die Fotos, mit denen der Künstler teils fungierend als Skizzen arbeitet, sind nur Grundideen, welche später eine Metamorphose zu etwas ganz Neuem durchlaufen. „Je länger ich an einer Landschaft arbeite, desto mehr verschwindet das Foto und damit der Bezug zur tatsächlichen Örtlichkeit“, stellt Helmes fest. Da können aus einer großen Birke im Originalmotiv beim künstlerischen Schaffen schon mal 2 kleinere geboren werden, wenn das stimmiger ist.

Allgemein handelt es sich durchaus um norddeutsche Strukturen der Landschaften. Um dem Besucher noch mehr Freiraum zu geben und weil er gern auf diese Weise arbeitet, nutzt Helmes oft nur Fragmente einer Umgebung: „Die gezeigten Ausschnitte sind oftmals lediglich einige Quadratmeter groß.“

Für Anfänger ist diese Technik eher nicht geeignet: Sie erfordert viel Disziplin, Geduld und ist nicht zuletzt auch finanziell eine eher teure Angelegenheit. Hier empfiehlt der Vechtaer Künstler Acrylfarbe für die ersten Versuche. Obwohl Helmes großen Wert auf den weit gefächerten Bezugsspielraum legt, freut er sich immer über persönliche und einzigartige Bezüge des individuellen Betrachters. Einzelne Motive könnten persönliche Erinnerungen sein, wie die Zwillingsbirken auf einem der Gemälde. Diese können vielleicht auf einer Lichtung im Füchteler Wald wiedergefunden werden.

  • Info: Interessierte können die Ausstellung unter Einhaltung der 3G-Regel (genesen, getestet, geimpft) bis zum 10. Oktober besichtigen. Sonntags ist Helmut Helmes persönlich vor Ort. Dienstags, mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 18 bis 20 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr stehen die Türen des Kaponier offen.

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