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Aufwühlend und schockierend

Reinhard Gesse gastiert mit einem Stück über Missbrauch in der Scheune Leiber. Dabei versetze er sich mit viel Einfühlungsvermögen in die Rolle des 9-jährigen Kristian.

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Überzeugend: Reinhard Gesse spielte mit viel Einfühlungsvermögen die Rolle des Missbrauchsopfers Kristian.    Foto: Oevermann

Überzeugend: Reinhard Gesse spielte mit viel Einfühlungsvermögen die Rolle des Missbrauchsopfers Kristian.    Foto: Oevermann

Aufwühlend, schockierend, faszinierend und berührend zugleich. Mit diesen Worten lässt sich die Darbietung Reinhard Gesses in der Scheune Leiber am besten beschreiben. Wenige Wochen nach dem Auftritt des Comedians Markus Krebs präsentierte der Kunst- und Kulturkreis mit „Ich werde es sagen“ ein Kontrastprogramm, das unterschiedlicher kaum hätte ausfallen können. Der Schauspieler Reinhard Gesse nahm das Publikum in der Scheune Leiber mit auf eine emotionale Reise in das Innenleben eines Missbrauchsopfers.

Die Grundlage des Theaterstücks „Ich werde es sagen“ ist der gleichnamige autobiografischen Roman des dänischen Journalisten Kristian Ditlev Jensen. Es vergingen 20 Jahre, bevor er über seine schmerzlichen Erfahrungen und sein persönliches Martyrium aus seiner Kindheit sprechen konnte. 3 Jahre lang wurde er regelmäßig Opfer sexueller Gewalt und geriet in ein Abhängigkeitsverhältnis zu dem Täter. Noch heute leidet Jensen nach eigenen Angaben unter den Folgen des sexuellen Missbrauchs – insbesondere die Beziehung zu den eigenen Eltern und der Familie litt besonders darunter.

Sparsame Bühne, Mikrofon und Stuhl reichen aus

Reinhard Gesse versetzte sich mit viel Einfühlungsvermögen in die Rolle des 9-jährigen Kristian, der im 11 Jahre älteren Gustav einen Freund sah. Er verkörpert die innerliche Zerrissenheit Kristians, der von Schuldgefühlen, Selbsthass, Verzweiflung und Scham geprägt ist. Erst nach 3 Jahren schafft Kristian den Ausbruch aus der Beziehung und es gelingt ihm, den Bann zu Gustav zu lösen. Bis er den Täter anzeigt, werden jedoch noch einige Jahre ins Land gehen.

Eine sparsam ausgestattete Bühne, ein Mikrofon und ein Stuhl reichen Gesse, um die Geschichte Kristians eindrucksvoll verkörpern zu können und eine Atmosphäre, geprägt von Beklemmung, Angst, Hass, Scham und Verzweiflung, im Publikum zu erzeugen.

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