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Altenoyther Trio veröffentlicht als "Schaopstall Jungs" ersten Schlager

Für den Erhalt und die Pflege der plattdeutschen Sprache sind Richard Hardenberg, Johannes Lücking und Jens Lücking ins Tonstudio gegangen. Ein Video soll folgen.

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Musikalisches Trio: Die „Schaopstall Jungs“ mit Johannes Lücking, Jens Lücking und Richard Hardenberg (von links). Foto: Claudia Wimberg

Musikalisches Trio: Die „Schaopstall Jungs“ mit Johannes Lücking, Jens Lücking und Richard Hardenberg (von links). Foto: Claudia Wimberg

Die Melodie ist einprägsam und ohrwurmverdächtig. „Mit uuse Platt, dat kannst mi glöven, mit uuse Platt kann man fein drömen, mit uuse Platt wet di warm um dat Hart“, ertönt der Refrain im Discofox-Rhythmus. Ein Gute-Laune-Hit „genau passend in Pandemiezeiten“, sagt Richard Hardenberg. Mit Jens Lücking und Johannes Lücking bildet er „Schaopstall Jungs“, die nun ihren ersten Schlager veröffentlicht haben „und dabei sehr viel Spaß hatten“, verrät das sangesfreudige Trio aus Altenoythe.

Plattdeutsch ist Hardenberg nicht nur als Vorsitzender des Heimatvereins wichtig. „Hochdeutsch war meine erste Fremdsprache“, erinnert er sich ebenso wie Johannes Lücking schmunzelnd an die Schulzeit. Beide haben sie zwar schnell gelernt, aber Platt bleibt ihre Leidenschaft. „Damit kenne ich mich aus, „dat is min Egge und Ploog“, gesteht Hardenberg.

Gesprochen wird also permanent, gesungen im Chor und im privaten Kreis. Das mag sich möglicherweise bald ändern, denn die Musikpremiere soll sich nicht nur auf dem Youtube-Kanal bewegen, sondern „findet ja vielleicht auch den Weg ins Radio“, sagt Johannes Lücking. „Wenn genug Menschen anrufen und sich das wünschen“, kann es gelingen“, ergänzt sein Schwiegersohn Jens.

Idee entstand bei Boxenstopp am Schafstall

Die Idee, ein Lied zu schreiben, entstand beim „Boxenstopp“ am Vatertag 2019. Der Schafstall im Ortsteil Pirgo ist ein beliebter Anlaufpunkt für Spaziergänger und Radfahrer, die sich zusammen mit dem Heimatverein zu geselligen Runden vereinbaren.

An diesem Feiertag mit dabei auch Jens Lücking. Der Produzent und Komponist, der als „Hens Hensen“ für Schlagergrößen wie Andrea Berg, Beatrice Egli oder Thomas Anders schreibt und seit über zehn Jahren in Altenoythe lebt, sorgte an diesem Feiertag für Musik. „Du musst mal etwas auf Plattdeutsch machen“, schlug ihm Hardenberg damals vor. „Mache ich gerne, aber ich kann kein Platt“, entgegnete Lücking lächelnd. „Und deshalb habe ich dann formuliert und geschrieben, Jens hat dazu die Melodie arrangiert“, erzählt der Songwriter.

Text und Ton professionell abgemischt

Text und Ton sind somit professionell abgemischt, seit wenigen Tagen veröffentlicht und der Titel verzeichnet bereits über 1000 Aufrufe. Jetzt plant das Trio ein dazugehöriges Video, in dem es sich singend und im einheitlichen Outfit an markanten Stellen im Ort präsentiert. Gegen einen Auftritt auf öffentlicher Bühne haben die Drei nichts, „aber wir wollen den Ball flach halten. Wenn sich mal eine Veranstaltung ergibt, wäre das toll, darauf sind wir allerdings nicht in erster Linie aus“, so Hardenberg. „Eine Liebeserklärung an die plattdeutsche Sprache“ sei vielmehr der Hauptgrund für die musikalische Offensive. 

„Mitsingen, mitschunkeln und mittragen“, fasst es Johannes Lücking zusammen. Für den Erhalt und die Pflege des so wichtigen Kulturguts müsse man sich vielfältig einsetzen, um Menschen  begeistern zu können. „Und dazu wollen wir beitragen.“

Jens Lücking, der durch sein Leben in Altenoythe Platt hört und versteht, tat sich mit dem Sprechen jedoch noch sehr schwer. Sein neuestes Musikprojekt jedoch fordert von ihm nicht nur Vokabelfestigkeit, es trage auch dazu bei, dass er „uk maol Platt schnacken“ kann. Zumindest „een bäten.“

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