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Alte Wassermühle wird zum Broadway

Duo „Pariser Flair“ und Tenor Schnurr präsentieren die größten Musical-Klassiker. Das Publikum nahm die Darbietungen mit Begeisterung auf.

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Musicalhits als Gassenhauser präsentierten die drei wunderbar harmonisierenden Musiker sehr hochwertig.   Foto: Pille

Musicalhits als Gassenhauser präsentierten die drei wunderbar harmonisierenden Musiker sehr hochwertig.   Foto: Pille

Broadway-Atmosphäre lag am Donnerstagabend in der Friesoyther Luft. Und davon eine ganze Menge, denn das Duo „Pariser Flair“ war mit seinem Programm „It's Showtime“ zu Gast und verwandelten die Wassermühle in den wohl östlichsten Außenposten des Theaterviertels von Midtown Manhattan.

Die Mezzosopranistin Marie Giroux und die Pianistin Jenny Schäuffelen hatten sich den Tenor Joseph Schnurr eingeladen und servierten ein Gourmet-Genießer-Programm aus unsterblichen Kompositionen der fetzigsten Musicals. Humorvoll und stets augenzwinkernd die verbalen Exkurse, mit denen die Französin zwischen den einzelnen Stücken den Kontakt zum Publikum suchte.

Es waren die Klassiker zu hören: „Somewhere! – Irgendwo auf der Welt gibt es einen Ort, an dem wir uns lieben dürfen“ – das schmachtende Liebeslied aus der West Side Story zählt zu den großen Momenten der Musical-Geschichte. Giroux beeindruckte mit ihrer dunkel gefärbten, rauchigen Stimme, mit der sie im nächsten Moment in einen atemberaubenden Sopran wechselte. Und sie ließ auch „Memory“ aus „Cats“ nicht aus, die größte Schnulze des Abends – und einer der größten Hits, die der Musicalmarkt je abgeworfen hat. Giroux sang es mit der Inbrunst, die man von Barbra Streisand kennt.

Tenor sollte "nach Straße" klingen

Es gab wohl kaum jemanden in der Alten Wassermühle, der nicht wenigstens eine Melodie aus der „West Side Story“ nachpfeifen konnte. So zum Beispiel „Tonight“ oder „Maria“ – beides sind Ohrwürmer aus der Feder von Leonard Bernstein. Joseph Schnurr erfüllte dabei nachdrücklich die Forderung des Komponisten, wonach der Tenor „nach Straße“ klingen müsse.

„You must remember this: A kiss is still a kiss“: In Rick's Cafe America im Film „Casablanca“ war es jedenfalls der größte Hit und das mit Recht. Schnurr versuchte dabei der unwiderstehlichen Magie Dooley Wilsons nahe zu kommen, der das Lied 1942 unnachahmlich sang. Ihren Anteil daran hatte auch die Pianistin Jenny Schäuffelen, die beeindruckte als einfühlsame Begleiterin mit ihrer Musikalität, dem guten Blickkontakt zu den beiden Sängern bei Einsätzen und den sehr passend eingestreuten Tempoveränderungen.

Es war ein großer Abend, den der Kulturkreis organisiert hatte und der mehr Zuhörerinnen und Zuhörer verdient gehabt hätte. Die 35, die Birgit Meyer-Beylage begrüßte, applaudierten lange und waren sich so einig wie es der verliebte Tony in der West Side Story formulierte: „The most beautiful sound I ever heard.“

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