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Aldar-Kosse begeistert Zuhörer in Lastrup

Der kasachische "Till Eulenspiegel" ist Thema im Treffpunkt Apfelgarten. Pfarrer Jürgen Schwartz trägt Geschichten in Lastruper Christuskirche lebhaft vor.

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Während der Lesung voll in seinem Element: Pfarrer Jürgen Schwartz erzählte vom kasachischen Eulenspiegel. Foto: Landwehr

Während der Lesung voll in seinem Element: Pfarrer Jürgen Schwartz erzählte vom kasachischen Eulenspiegel. Foto: Landwehr

Musikstücke, dargeboten von Regina Hammer-Schmidt, gemeinsam gesungene Lieder der Besucher und von Pfarrer Jürgen Schwartz amüsant vorgetragene Märchen mit dem kasachischen „Till Eulenspiegel“ Aldar-Kosse bildeten die Mischung der Lesung in der Lastruper Christuskirche.

Mit dem Entzünden einer Friedenskerze und einem Gedenken der Opfer des Krieges in der Ukraine begann die musikalische Lesung im „Treffpunkt Apfelgarten“. Jürgen Schwartz gab dann eine kurze Einführung in das Leben von Aldar-Kosse, dessen Name „Der Bartlose“ bedeute. Aldar-Kosse ist ein Held der kasachischen Volksmärchen. Der Sohn eines armen Bauern verteidige die Armen, die Reichen haue er listig übers Ohr. Er ähnele somit dem Till Eulenspiegel in den deutschen Schelmengeschichten, die im 12. bis 14. Jahrhundert weltweit auftauchten. Der Schelm stamme aus den unteren gesellschaftlichen Schichten, sei aber „bauernschlau“.

Aldar-Kosse sagt über sich, seine Mutter habe sich ein Mädchen gewünscht, sein Vater einen Sohn. So sei er als Sohn geboren, aber ohne Bart, um beiden Elternteilen eine Freude zu machen. Es heiße ja auch im Sprichwort: „Das mächtige Kamel kennt keine Müdigkeit, der Bartlose kennt kein Alter.“ Ewige Jugend sei viel mehr wert als ein Bart.

Musikalisch untermalt werden die Geschichten von Regina Hammer-Schmidt

Im Wechsel mit musikalischen Darbietungen las Pfarrer Schwartz dann sechs Märchen mit Aldar-Kosse als Helden vor. Es war faszinierend, in die Welt der Menschen in der kasachischen Steppe einzutauchen, in der Teufel, Geister, Riesen oder Wölfe ihr Unwesen trieben und Reiche die Armen noch ärmer machten. Schwartz amüsierte und begeisterte in seiner lebendigen, mitreißenden Art die Zuhörer mit Märchen, in denen Aldar-Kosse, den Teufel überlistete, einen geizigen Mullah bestrafte, die Bewohner der Steppe von der Gewalt dreier Riesen befreite oder die Menschen erlöste, indem er einen Geist vertrieb. Als Aldar-Kosse den Teufel vertrieben hatte, liest man: „Seitdem spukten keine Teufel mehr in der Steppe herum. Sie waren für immer vertrieben. Die schlauen Buben hatten endlich eingesehen, dass der Mensch listiger, tapferer und klüger ist als alle. Nur im Märchen kommen jetzt noch Teufel vor.“

Die Zwischentöne durch Regina Hammer-Schmidt, abwechselnd an Orgel und Keyboard bildeten ein besinnliches Intermezzo zu den temperamentvoll vorgetragenen Geschichten durch Pfarrer Jürgen Schwartz. Die Zuhörer waren angetan von einem amüsanten Abend mit Geschichten aus einer „alten“, unbekannten Welt.

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