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„Albers Ahoi" überzeugt im Museumsdorf

Mit dem Konzert bewies die Band, dass Seemannslieder und Shantys keineswegs aus der Mode gekommen sind. Das Publikum dankte es mit kräftigem Applaus.

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Maritime Stimmung: Musik von der Waterkant brachte die Band „Albers Ahoi“ bei ihrem Auftritt auf dem Brink im Museumsdorf. Auf träumerische Weise besingen und erzählten die waschechten Jungs von der ewigen Sehnsucht nach Freiheit und Ferne.Foto: Heidkamp

Maritime Stimmung: Musik von der Waterkant brachte die Band „Albers Ahoi“ bei ihrem Auftritt auf dem Brink im Museumsdorf. Auf träumerische Weise besingen und erzählten die waschechten Jungs von der ewigen Sehnsucht nach Freiheit und Ferne.Foto: Heidkamp

„Es war eine harte Überfahrt aber jetzt haben wir zwei Stunden Landgang vor uns und wollen Euch mit unserer Musik erfreuen“, begrüßte Johnny Nowak, Gründer der Gruppe „Albers Ahoi“ zu Beginn. Er gab damit den Startschuss in einen Abend voller Erinnerungen an Hans Albers.

Über 100 Besucher feierten im Museumsdorf die fünf waschechten Hamburger Jungs, die mit ihrem Programm „Albers Ahoi“ und vielen Klassikern des Hamburger Originals Hans Albers für eine lockere maritime Stimmung sorgten. Mit ihrem Schiff „Weiße Möwe“ ankerten sie direkt vor der Burg Arkenstede und enterten mit ihren Instrumenten den Brink, wo sie von den Fans maritimer Lebensfreude und Musik begeistert empfangen wurden.

Es fehlten zwar eine steife Brise, rauschende Wellenschläge und salzige Luft, den fünf Leichtmatrosen Johnny, Fiete, Fjörn, HoDi und Mück aber gelang es mit Leichtigkeit, beim Publikum die Sehnsucht nach Meer, fernen Häfen und sehnsuchtsvoller Liebe zu entfachen. „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“, „La Paloma“ oder „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ waren einige der bekanntesten Songs, die in einem flotten, dynamischen musikalischen Gewand und mit gekonnt schrägen Tönen präsentiert wurden.

Stimmung steigt mit Song „Das Herz von St. Pauli“

Die Stimmung stieg mit „Das Herz von St. Pauli“, „Komm auf die Schaukel, Luise“ und „Hein Mück“, das Publikum machet begeistert mit. Denn erstmals während der Corona-Krise durfte das Publikum mitsingen und schunkeln. „Das ist absolute Premiere. Auch Corona ist für uns eine harte Zeit, in der wir mittlerweile alles für Geld machen würden, sogar euer Auto waschen“, hoffte Johnny auf zusätzliche Einnahmen nach dem Konzert. War aber nicht ganz ernst gemeint, denn die meisten waren eh mit dem Fahrrad gekommen.

Der plattdeutsche Hamburger Klassiker „An de Eck steiht 'n Jung mit 'n Tüdelband“ erinnerte auch an den kürzlich verstorbenen Jan Fedder, der sich mit dem alten Volkslied fest in die Herzen seiner Fans eingebrannt hat.

Es gab natürlich auch reichlich Seemannsgarn und flotte Sprüche. „Fiete fährt seit 40 Jahren zur See und war noch nicht einmal krank, Onkel Erwin hingegen ist seit 40 Jahren krank und war noch nicht einmal zur See“. Die fünf raubeinigen aber herzlichen Matrosen sorgten mit Gesang, Pauke, Tuba, Saxophon und Schifferklavier nicht nur für eine ausgelassene, sondern auch für eine besinnliche Stimmung. Vor allem zum Schluss, als sie mit dem plattdeutschen „Dat du meen leevsten büst“ voll in das Herz des Publikums trafen. Dieses ließ sich nicht lange bitten und sang begeistert mit. Die Hamburger haben es verstanden, Herz, Schmerz und viel Gefühl miteinander zu verbinden und den Abend zu einem tollen Erlebnis zu machen.

Theaterforum erstmals mit Musik im größeren Format

Erstmals präsentierte das Theaterforum im Kulturforum Cloppenburg eine musikalische Veranstaltung im größeren Format und dürfte damit sicherlich überzeugt haben. Lieder, die direkt ins Herz gingen und bewiesen, dass die Seemannsseele auch in Cloppenburg ihre Anziehungskraft nicht verloren hat.

Am Ende bestätigte der Applaus, dass Shantys und Seemannslieder keineswegs aus der Mode gekommen sind. Dort, wo der Dorfteich leise vor sich hin plätscherte und die Wellen von den Enten kamen, die im Teich ihre Bahnen zogen. Es war eine unterhaltsame Hommage an den 1960 verstorbenen Hans Albers, der immer den liebenswerten Seebären verkörperte, aber in seinem Leben nie zur See gefahren ist.

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