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50 Aussteller zeigen "alles aus echter Handarbeit" auf dem 37. Töpfermarkt

Ein Urgestein sagt Adieu, ein Drechselkünstler feiert seine Marktpremiere: Die Messe für Töpfer und Handwerker ist eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Stadt Damme.

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Alles echte Handarbeit: Auf dem mittlerweile 37. Töpfermarkt in Damme gab es gestern höchst anspruchsvolle Arbeiten und Unikate zu bestaunen. Foto: Röttgers

Alles echte Handarbeit: Auf dem mittlerweile 37. Töpfermarkt in Damme gab es gestern höchst anspruchsvolle Arbeiten und Unikate zu bestaunen. Foto: Röttgers

„Morgenstund‘ hat Gold im Mund“: Bereits um 6 Uhr in Allerherrgottsfrühe sind am Sonntagmorgen Maria Schulte und Stefan Wessel schon auf den Beinen, um die Plätze für die insgesamt 50 Aussteller des mittlerweile 37. Dammer Töpfermarktes zu vergeben. Der „Markt für Töpfer und Kunsthandwerker“ zählt inzwischen nicht nur zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender der Stadt Damme, sondern zieht Interessierte und Kunstliebhaber aus der nahen und sogar entfernteren Umgebung an.

Bei strahlendem Sonnenschein bildete sich bereits zum Marktbeginn um 11 Uhr eine lange Schlange entlang der Mühlenstraße. Professionelle Töpfer und Kunsthandwerker hatten Altbewährtes und Innovatives im Gepäck: Das vielfältige Angebot reichte von Gebrauchsgegenständen, wie Vasen oder Geschirr, über dekorative Objekte für Haus und Garten bis hin zu künstlerisch ausgefallenen Unikaten. Die Besucher konnten sich auf handwerklich hoch qualitative Arbeiten freuen, die sich stets durch Ideenreichtum, neue Techniken und Originalität auszeichneten. Zu den „Verkaufsschlagern“ gehörten unter anderem farbenfrohe Gartenstecker mit kunterbunten Kugeln und Verzierungen oder lustigen Figuren sowie winterungsbeständige Feuerschalen für Terrasse und Garten.

Urgestein sagt „Ade“ zum Töpfermarkt

Für Renate Sechstroh ging am Sonntag so etwas wie eine „Ära“ zu Ende. Die aus Wilhelmshaven stammende Keramikerin konnte sozusagen als ein „Urgestein“ des Dammer Töpfermarktes bezeichnet werden. Seit Beginn des Töpfermarktes war sie dabei und sagte jetzt aus Altersgründen schweren Herzens „Ade“ zum Töpfermarkt: „In all den Jahren war die Organisation immer fantastisch. Alle ehrenamtlichen Helfer haben ganz tolle Arbeit geleistet und die Standgebühren waren auch moderat“, verabschiedete sich die 77-Jährige.

So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
So lief der Töpfermarkt in Damme.
Foto: Röttgers
Tschüss, Töpfermarkt!“ – für Renate Sechstroh ging gestern eine Ära zu Ende. Die Keramikerin aus Wilhelmshaven war seit der ersten Stunde Ausstellerin auf dem Dammer Töpfermarkt. Aus Altersgründen ist jetzt Schluss für die 77-Jährige.
Foto: Röttgers
Marktpremiere für Thomas Heitmann aus Lohne. Der Drechsler zeigte, was zwei geschickte Hände aus Holz entstehen lassen können. 
Foto: Röttgers
Ihr erster Dammer Töpfermarkt: Große Freude an den frohen Farben und fröhlichen Figuren hatte gestern die 13 Monate junge Emmi Gövert bei der Messe für Töpfer und Kunsthandwerker. br


Thomas Heitmann hingegen feierte seine Marktpremiere. Der Lohner war zum ersten Mal mit einem Stand dabei und zeigte seine ganze Drechselkunst und hatte praktisch alles mitgebracht, was zwei geschickte Hände Künstlerisches aus Holz entstehen lassen konnten. Insbesondere sein Geschäft mit gedrechselten Nistkästen und individuell gelaserte Inschriften auf Holz liefen „sehr gut“, so Heitmann.

Stephanie Bernholt hatte die kürzeste Anreise: Die Steinfelderin bot Wollprodukte aus reiner Schurwolle an. „Hingucker“ waren vor allem ihre Herrenfliegen aus echtem Leder und Handtaschen aus Leder und Filz. Der aus Berlin stammende Bildhauer Ralf Kleine hatte wohl die weiteste Anreise.

„Alles echte Handarbeit“, versicherte die Betreuerin der Aussteller Maria Schulte gegenüber OM-Medien. Denn teilnahmeberechtigt seien nur Töpfer und Kunsthandwerker gewesen, die handgearbeitete Sachen angeboten haben. Das gelte übrigens für alle Marktteilnehmer. „So steht es schließlich in der Marktordnung, die Teil der Ausstellerinformation ist“, informierte Schulte.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Veranstaltung wie im letzten Jahr unter strengen Auflagen statt. Dazu hatte City-Managerin Eva Maria Deutschländer zusammen mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Vechta wieder ein abgestimmtes Hygienekonzept erarbeitet. So war das gesamte Ausstellungsgelände zwischen der Scheune Leiber und der Volksbank Dammer Berge eG eingezäunt, um die genaue Anzahl der Besucherinnen und Besucher steuern zu können.

Einlass für maximal 1000 Gäste gleichzeitig

Denn maximal 1000 Gästen war der gleichzeitige Aufenthalt gestattet. Sie mussten eine Ein- und Auslasskontrolle am Eingang der Mühlenstraße passieren und erhielten nummerierte Eintrittsmarken. Wer das vom Kunst- und Kulturkreis angebotene Café besuchen und im Innenbereich sitzen wollte, benötigte darüber hinaus einen 3G-Nachweis.

Den Dammer Töpfermarkt organisiert seit 2010 eine Arbeitsgemeinschaft, die aus dem Kunst- und Kulturkreis, dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) sowie dem Stadtmarketing besteht. Für die Durchführung verantwortlich ist der HGV. Zahlreiche Sponsoren unterstützten die Veranstaltung nach Angaben der Organisatoren. Seinen Ursprung hat der Dammer „Markt für Töpfer und Kunsthandwerk“ aber schon viel früher – übrigens zunächst als reiner Töpfermarkt.

Erster Markt noch an der Friedhofsstraße

„1984 fand der erste Markt im Bereich der Friedhofstraße statt“, erinnerte sich Erna Ignatzek, die seinerzeit zusammen mit Hildegard Abeln, Ursula Nordhoff und Nena Welzel damals vom Kunst- und Kulturkreis die „zündende Idee“ hatten, einen Töpfermarkt überhaupt nach Damme zu holen. Im Laufe der Jahre etablierte sich der Markt und ist um ausstellende Kunsthandwerker erweitert worden, die nicht nur mit Ton sondern mit den unterschiedlichsten Materialien arbeiten.

Am Sonntag gab es dazu für kleine und große Besucher natürlich auch ein kunterbuntes Rahmenprogramm. Die vierköpfige Band „Way out West“ sorgte für die musikalische Unterhaltung. „Vier Ukulelen für ein Halleluja!“, hieß es von den selbst ernannten „Friedensreitern aus Osnabrück“ mit einem ganzen Reigen flotter Melodien in den Satteltaschen: Ob Punk, Pop, Rock, Schlager, Jazz, Blues, Oldies – ja selbst Crossover: Kordula Flemming, Christian Götz, Ralf Gebaue und Dieter Plaßmeyer boten praktisch alles, was man auf einer Ukulele spielen kann: eine wilde Fahrt durch alle Musikstile.

Mitmach-Aktionen wie etwa die „Klinker-Kreativ-Werkstatt“ von Eva und Frank Kels oder Arm-Tattoos sorgten für Spaß und Freude bei den Kindern. Spannend wurde es bei der Verlosung von attraktiven Preisen. Nachmittags hatten zudem die Geschäfte in der Dammer Innenstadt geöffnet. Da gab es unter anderem schon mal die neuesten Herbsttrends der Mode zu bestaunen. Die Dammer Gastronomie lud ebenfalls zum Verweilen ein.


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